^& /[. itUlUSvvllrtr 'Ä>K' ( ZENTRALBLATT FÜR ZOOLOGIE ÄttGEMEINE UND EXPERIMENTELLE BIOLOGIE HERAUSGEGEBEN VON Reg.-Rat Prof. Dr. A. SCHUBERG und Prof. Dr. H. POLL IN BERLIN BAND 1 LEIPZIG UND BERLIN DRUCK UND VERLAG VON B. G.TEUBNER 1912 ALLE BECHTE, EINSCHLIESSLICH DES ÜBERSETZUNGSEECHTS, VORBEHALTEN. Inhaltsübersicht. Die Zablen beziehen sich auf die Nnminern der Eeferatel Geschichte und Biographie. Arrhenius, Vorstellg. v. Weltgebäude. 1. Baeumker, Zur Biographie d. Philosophen und Naturforschers Witelo. 805. Calman, Patrick Matthew of Gourdiehill, and the Evolution Theory. 577. — , Patrick Matthew (1790— 1874). 578. Dannemann, D. Naturwissensch. in ihrer Entwickig. u. in ihrem Zusammenhange. 2. Dean, A letter of Lamarck. 576. De Candolle, Zur Geschichte d. Wissen- schaften und der Gelehrten seit zwei Jahr- hunderten nebst anderen Studien über wis- senschaftliche Gegenstände insbes. über Vererbung u. Selektion beim Menschen. 113. Engler, Das Lebenswerk Sir Joseph Hookers. 807. Hoppe, Goethe als Naturforscher. 808. Lampert, Laien - Zoologen früherer Jahr- hunderte. 812. May, Ernst Haeckel. 3. — , Darwin und John Herschel. 579. — , Charles Darwin u. Samuel Butler. 580. — , Herders Anschauung d. organ. Natur. 811. Meumann, Wilhelm Wundt. 815. Ostwald, Große Männer. 112. — , Abbe unser Führer. 814. Rösel von Rosenhof, Die kleine Garneele unserer Flüsse. 818. Schertel, Schelling und der Entwicklungs- gedanke. 581. Schiff, Goethes chemische Berater und Freunde. 809. Stadler, Vorbemerkungen zur neuen Ausg. der Tiergeschichte des Albertus Magnus. 575. Stadler, Zur Charakteristik der gangbarsten Ausgaben der Tiergeschichte des Albertus Magnus, 806. St ei er. Die Einteilung der Tiere in der Naturalis Historia des Plinius. 574. Thienemann,P. S. Pallas u. d. Stammbaum d. Organismen. 4. Tschulok, Das System der Biologie in Forschung und Lehre. 114. V, Wasielewski,Uber Goethes naturwissen- schaftliche Arbeiten, insbesondere die Far- benlehre. 810. Wissenschaftliche Anstalten und Gesellschaften. R.oux, Gutachten über dringlich zu errich- tende biologische Forschungsinstitute, ins- besondere über die Errichtung eines Insti- tutes für Entwicklungsmechanik, für die Kaiser Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften erstattet. 1042. S endler. Ein Studienaufenthalt auf der Zoologischen Station in Rovigno. 1043. Lehr- und Handbücher. Sammelwerke. Vermischtes. Brehm, Tierleben. Bd. 1. Die Säugetiere. 1136. Fritz Schaudinns Arbeiten, herausge- geben mit Unterstützung der Hamburger wissenschaftlichen Stiftung. 816. Maas -Renner, Einführg. in d. Biologie. 5. Meerwarth und Soffel, Lebensbilder aus der Tierwelt. 1136. Zoologisches Wörterbuch, Erklärung der zoologischen Fachausdrücke. 582. Zoologisches Adressbuch. 817. Unterricht. B öl sehe, Volkstümliche Naturwissenschaft. 820. Dearborn, G. V. N. A laboratory-course in Physiology based on Jüaphnia and other animalcules. 821. Franz, Küstenwanderungen. Biologische Ausflüge. 1137. Janson, Skizzen und Schemata für den zoologisch -biologischen Unterricht. 818. Lameere, Sommaire du cours d'elements de Zoologie pour la canditature en sciences naturelles. 1138. Loeser, Welche Veränderungen erfahren die Organismen durch Anpassung an eine parasitische Lebensweise? 819. Saupe, Deutsche Wortkunde im natur- wissenschaftlichen Unterricht. 822. Technik. Carazzi, Über das Ausbleichen von mit Hämatoxylinlösg. gefärbt. Schnitten. 1144. — , Eine neue Hämatoxylinlösg. 1145. Gatin, Table chauffante ä temperature reglable. „829. Gilbert, Über Markscheidenfärbung. 1147. Heimstädt, I). Fluoreszenzmikroskop. 1154. Huth, Eine neue Stereoskopkamera für das binokulare Präpariermikroskop. 1153. Jarotzky, Über die Notwendigkeit, die Okulare der Mikroskope mit Fäden zu ver- sehen. 827 f S-iT IV Inhaltsübersicht. Kapp er s u. Ketjen, Über Zellfärbung in Weigert-Pal-Präparaten u. eine Methode z. Stud. d. Verhältnisse zwisch. weißer u.-grauer Substanz im Zentralnervensystem. 1146. Kappers, Zellfärbung in ehr omiertem Ma- terial mittels Holunderbeerensaft. 1156. Kerz, Das Sammeln, Präparieren und Auf- stellen der Wirbeltiere. 1139. Liesegang, Das Verhalt, minimaler Räume bei einigen Färbungen. 1141. [826. Loeser, Schülermikroskope u. Hilfsapparate. Matzdorff, Lebende Tiere. 823. Michailowsky, 1)1^ künstliche chemische Austrocknung (Mumifikation) der mensch- lichen, Vögel-, Kaltblüter- und Warmblüter- leichen. 824. Mozejko, Über mikroskopische Injektionen nach der Methode des Prof. Heinrich Hoyer in Krakau. 1158. — , Über intravitale Injektionen und Klassi- fikation der Injektionsmethoden. 1159. Neumayer, Neue Instrumente z. Herstellg. von Wachsplatten für die Wachsplatten- modelliermethode. 1151. Ott, A new Rotary Microtome. 1162. Price, Some observations with dark-ground Illumination on Plant-cells. 828. Rawitz, Färb versuche mit negativen Er- gebnissen. 1142. Ries, Einrichtung zur schnellen Auffindung einzelner Stellen milvroskop. Präparate. 1 150. Ruppricht, Beitrag zur Spielmeyer-Me- thode der Markscheidenfärbung und zur Aufklebetechnik v. Gefrierschnitten. 1148. Scheffer, Wirkungsweise und Gebrauch des Mikroskops u. sein. Hilfsapparate. 1140. — , Über Lichtfilter aus optischem in der Masse gefärbtem Glas f. Mikrophotographie und subjektive Beobachtung. 1168. Schulz, Drei besondere Kapitel für den Naturphotographen. 825. Ssobolew, Über die Kombination d. Mikro- photographie mit der Zeichnung. 1160. — , Über das Studenten-Gefriermikrotom der Firma Sartorius-Göttingen. 1161. Strecker, Gleichzeitige Fixierung und Fär- bung. IL Die elektive Darstellung der Mast- zellen. 1143. Tafner, Die möglichen Verunreinigungen der Reagentien durch die Gefäße. 1149. Wolff, Über eine Bogenlampe für mikro- und makrophotograph. Arbeiten. 1152. Wychgram, Aus optischen und mechan. Werkstätten. 1155. Zajicek, Über die Orientierung von samt d. Eikammer eingebettet. Embryonen. 1157. BibliograjiLie, Nomenclatur, Terminologie. Schulze, Das Tierreich; Nomenciator ani- malium generum et subgenerum. Jahres- bericht. 455. Naturphilosophie. Methodenlehre. Brandt, Die Begründung des Vitalismus durch H. Driesch. 832. Dennert, Monistenwaffen. 6. Doncaster, Vitalism. 9. [583. Gerhards, Zur Kontroverse Planck-Mach. Jordan, Die Lebenserscheinungen und der naturphilosophische Monismus. 115. Kleinpeter, Zur Begriffsbestimmung des Phänomenalismus. 584. Kuckuck, L'univers, etre vivant. 830. Lindenberg, Warum handelt die Natur scheinbar nach Zwecken. 585. Lubosch, Über die Methodik naturwissen- schaftl., msbes. anatomischer Arbeit. 833. Marbe, Üb. d. Gleichföitnigkeit in d. Natur. Ostwald, Die Wissenschaft. 7 [586. Rignano, Essais de synthese scientifique. 831. Thomson, i^troduction to Science. 8. — , Magnalia Naturae ; or the greaterproblems of biology. 116. Verworn, Die Erforschg. des Lebens. 587. Allgemeine Morphologie, Phylogenie, Descendenzlehre. Adamkiewicz, Die Formeid. Schöpfg. 117. Ewart, The principles of Breeding and the Origin of Domesticat. Breeds of Animals. 346. Frank, Die Entwicklungstheorie im Lichte der Tatsachen. 838. Franz, Was ist ein „höh. Organismus" ? 118. Holden, Reduction and reversion in the North American Salicales. 345. Lotsy, Vortr. üb. Botan. Stammesgesch. 122. Osborn, Darwin's theory of evolution by the selection of minor saltations. 119. Pearl, Further notes regarding selection in- dex numbers. 838. Potonie, Grundlinien der Pflanzenmorpho- logie im Lichte der Paläontologie. 834. Rauther, Über den Begriff der Verwandt- schaft, kritische u. bist. Betrachtungen. 120. Schneider, Einführung in die Descendenz- theorie. 837. Scott, On a Palaeozoic Fem, the Zygo- ptens Grayi of Williamson. 344. Smith, Primitive Animals. 835. Vuillemin, Les Champignons. Essai de Classification. 343. Wasmann, Zur Verständigung mit Herrn Professor Branca. 121. Morphologie der Zellen, Gewebe und Organe. Alverdes, Die Entwickl. des Kernfadens in d. Speicheldrüse der C/u'ronojwits- Larve. 123. Bonfiglio, Über besondere Veränderungen der Ganglien- und Gliazellenkerne. 588. Faull, The cytology of Laboulbenia diaeto- pliora and L. gyrinidarum. 589. Grandi, La forma come funzione della grandezza. Ricerche sul sistema muscolare degli Invertebrati. 1046. Inhaltsübersicht. Guiliiermond, Sur les mitochondries des organes sexuels des vegetaux. 124. — , Sur les leucoplastes de PJiajus grandi- folius et leur Identification avec les mito- chondries. 347. — , Sur le mode de formation du pigment dans la racine de carotte. 842. Hume, The histology of the sieve tubes of IHeridium aquilinum , with some notes on Marsilia quadrifolia and Lygodiuvi dichotomum. 590. Lawson, Nuclear Osmosis as a Factor in Mitosis. 840, Le Touze, Contribution ä l'etude histo- logique des Fucacees. 592. Meek, A metrical analysis of Chromosome complexes, showing correlation of evolu- tionary development and chromatin thread- width throughout the animal kingdom. 841. Nägler, Der gegenwärtige Stand unserer Erkenntnis von der Zelle als Grundelement des Lebenden. 839. Reed, Some points in the morphology and physiology of fasciated seedlings 591. Schaxel, Versuch einer cytologischen Ana- lysis d. Entwicklungsvorgänge. Erster Teil. Die Geschlechtszellenbildung u. d. normale Entwicklung v. Aricia foetida Clap. 1045. Schwartzenberger, Compendium d. nor- malen Histologie. 1044. Tison, La nervation dichotomique cbez les coniferes. 348. Venzlaff, Über die Form der roten Blut- körperchen der Vögel u. einig. Fische. 125. Physiologie der Zellen, Gewebe und Organe. Acton u. Harvey, The increase in number of Erythrocytes with Altitude. 148. Albrecht, Kurze Mitteil. a. d.Geburtshilf. 154. Babäk, Die Synchronie des Atem- und Herzrhythmus bei den Fischembryonen und der Einfluß der Temperatur. 603. — , Zur Frage d. Beziehung zwischen Atem- und Herzrhytmus. 853. Babcock, Metabolie Water: Its Produktion and Role in Vital Phenomena. 1170. Bauer u. Sassenhagen, Der forensische Nachw. d. Frischmilchendseins d. Kühe. 151. Bechhold, Die Kolloide in Biologie und Medizin. 844. Beck u. Bikeles, über d. gegens. funktio- nelle Beeinflussung von Groß- u. Kleinhirn. 155. Bennett, The Agricultural Possibilities of the Canal Zone. 354. Berg, Activite diastasique des divers or- ganes d'Ecballium elaterium. 361. Bernard u. Welt er, A propos des fer- ments oxydants. 131. Bertrand, Sur l'extraord. sensibilite deTJ.«- perqillus niger vis-k-V\s du manganese. 135. — , Extraord. sensibilite de V Aspergillus niger vis-ä-vis du manganese. 456. B r b e r g , Det kromaffine Voers indre Se- kretion. 153. Boullanger, Etudes experimentales sur les engrais catalytiques. 133. Brenchley, The weeds of arable land in relation to the Solls on which they grow. 355. — , The development of the grain of barley. 1168. Briggs, Lyman and S h a n t z , The Wil- ting Coefficient for Different Plants and its Indirect Determination. 136. Bylina, Der Einfluß des Neutralfettes und seiner Bestandteile auf die Arbeit der Magen- und Bauchspeicheldrüsen. 614. — , D. normale Pankreasabsond. als Synthese d. Nerven- und humoralen Einflusses. 615. Camis, Contributi alla fisiologia del labi- rinto. 629. Carrel, The Interpretation of Life. 10. Chalatow, Über die Veränderungen der Kaninchenleb er bei tiei-ischer Nahrung. 617. Coquide, Recherches sur les proprietes des Sols tourbeux de la Picardie. 357. Delf, Transpiration in succulent plants. 602. Fischer, Die Nephritis. 139. Flemming und Krusius, Zur Einwirkung „strahlender Energie" auf die experimen- telle Tuberkulose des Auges. 146. Fonio, Über ein neues Verfahren der Blut- plättchenzählung. 624. Franz, Osmotik des Tierkörpers. 848. — , Hörend. Fische? Riechen die Vögel? 856. Frey tag, Die Lebenslauftheorie, eine kurze Übersicht. 126. V. Fürth, Probleme der physiologischen und pathologischen Chemie. 845. Gatin, Le goudronnage des routes et son action sur la Vegetation avoisinante. 356. Gayon et Dubourg, Recherches sur la Vitalite des levures. 599. Godlewski, Üb. anaerobe Eiweißzersetzung u. intramolekulare Atmung in d. Pflanzen. 130. Gräfe, Studien über das Anthokyan. 137. Grinjew, Intrazelluläre Fermente und chro- nische Infektion. 598- — , Zur Frage über den Bau u. die Funktion der Langerhansschen Inseln. 616. — , Z. Physiologie d. Kohlehydrate im Orga- nismus. Über d. Veränderung_ der Zellen der parenchymatösen Organe bei Überfl. von i. d. Organismus eingeführt. Kohlehydraten. 618. Hess, Untersuchungen zur Frage nach dem Vorkomm. v. Farbensinn bei Fischen. 156. — , Untersuchungen z. vergleich. Physiologie und Morphologie des Ciliarringes. 157. Hiltner, Üb. die Ernährung der Pflanzen mit mineralischen Stoffen durch d. Blätter. 359. Hiltner u. Lang, Üb. d.Verhalten v. gezüch- teten u. nichtgezücht. Getreidesort. geg. die Düngung mit mineralisch. Nährstoffen. 360. Hirth, Der elektrochemische Betrieb der Organismen, die Salzlösung als Elektro- VI Inhaltsübersicht. genet und der elektrolytische Kreislauf mit dem Gehirn als Zentrale. 127. — , Parerga zum Elektrolytkreislauf. 549. Irving, The effect of Chloroform upon re- i spiration and assimilation. 142. J a c b i , Wirkung verschiedener Licht- intensität und Belichtungsdauer auf das Längenwachstum etiolierter Keimlinge. 144. Jansen, Die polyartikulären Muskeln als Ursache der arthrogenen Kontrakturen. 363. Javillier, Intiuence de la suppression du zinc du milieu de culture de V Aspergillus niger sur la secretion de sucrase par cette Mucedinee. 457. [und als Lehre. 1164. Jensen, Die Physiologie als Wissenschaft Jordan, Die Leberfrage bei den wirbel- losen Tieren. 147. Justschenko, Der Gehalt an Nucleinsäure spaltendem Fennent (Nuclease) in den ver- schied. Organen der Tiere u. Menschen. 595. Källmark, Zur Kenntnis des Verhaltens der weiß. Blutkörperchen bei Inanition. 149. Keeble and Armstrong, The Oxydases of of Cytisus adami. 1169. K e m p , Note on the action of strychnine upon some somatic cells. 143. Kowalewa, Der Einfluß der Phosphor- präparate auf die Oxydationsprozesse im Tierorganismus. 605. Kronecker, Das Wesen d. Bergkrankheit und ein seltener Fall derselben. 15. Larsen, White and Bailey, Eifects of Alkali Water on Dairy Products. 152. Le Blanc, Sur les diaphragmes des canaux aeriferes des plantes. 601. Leclerc du Sab Ion, Sur la transpir. des plantes grasses; influence de lalumiere. 353. L e b , The role of salts in the preservation of life. 13. Loeb and Beutner, On the nature andseat of the electromotive forces manifested by living Organs. 11. Lob, Einführung in die Biochemie in ele- mentarer Darstellung. 846. Longuinine etDupont, Recherches surla distribution de la temperat, dans les plantes 612. Lüthje, Über einige im Körper wirksame Kräfte und Erscheinungen. 849. Mac Callum and Steenbock, Studies of the Nutrition of the Pig. 150. Mac Dougal, The water-balance of desert plants, 14. Mac Clendon, The Osmotic and Surface Tension. Phenomena of Living Elements and their Physiological Significance. 128. Marie et Gatin, Detenninations cryosco- piques effectuees sur des sucs vegetaux. 851. Mc Clendon, Note on the Dynamics of Cell Division. A Reply to Robertson. 1165. Meguhar, Experimente üb. d. Farbwechsel der Crustaceen (I. Gelasiiiius. — II. Pota- mobhis. — III. Palannonetes. — IV. l'alae- mon). 1171. Merton, Ausstellung von Flugorganen der Tiere und Pflanzen. 630. Miller, A physiological study of the germi- nation of Helianthus annuus. II- The oily reserve. 1167. Minami, Über die Sekretion und die Fer- mente des Magens bei Hunden nach Phos- phorvergiftung und bei künstlich erzeugten Anämien. 1174. Mockeridge, Some conditions inüuencing the fixation of nitrogen by Azotobacter and the growth of the organism. 1166. Molliard, L'humus est-il une source di- rectf» de carbone pour les plantes vertes superieures? 358. — , Sur les phenomenes d'oxydation compares daus les galles et dans les organes homo- logues normaux. 362. — , Comparaison des galles et des fruits au ^ point de vue physiologique. 600. Molisch, Über den Einfluß des Tabak- rauches auf die Pflanze. 138. Mollison, Eine neue Methode zur quanti- tativen Prüfung des Farbensinnes u. einige Ergebnisse an Europäern und Somali. 628. Möller, Glykogen und seine Spaltprodukte in Beziehung zum Rauschbrand. 132. Müller, Über die Wirkung des Blutserums anämischer Tiere. 620. Nürenberg, Der Einfl. der inneren Sekret, auf die Absonderg. d. Verdauungssäfte. 613. Oppenheimer, Grundriß der Biochemie für Studierende und Arzte. 847. Osborne and Mendel, The role of diife- rent proteins in nutrition and growth. 12. Oster hout, The permeability ofprotoplasm to ions and the theory of antagonism. 593. Palladin, Pflanzenphysiologie. 843. Peirce, The liberation of heat in respira- tion. 352. Peschic, Versuche über die Wirkungsweise des Atoxyls. 608. Pissjemsky, Zur Methodik der Unter- suchung der gefäß verengernden und gefäß- erweiternden Mittel. 604. Pougnet, Action des rayons ultraviolets sur la germination des graines. 852. Pringsheim, Das Zustandekommen der taktischen Reaktionen. 626. Promsy etDrevon, Influence des Rayons X sur la germination. 609. Pustowoitow, Über die Blutzirlrulation in der Milz. 854. Robert, Mode de fixation du calcium par V Aspergillus niger. 596. Robertson, Die physikalische Chemie der Proteine. 129. Kollier, Höhen- und Sonnenkur der chirur- gischen Tuberkulose, deren Tiefenwirkung u. Kontrolle durch die Röntgenstrahlen. 611. Römer u.G ebb. Zur Anaphylaxiefrage. 140. Rose, A Study of the Metabolism and . Physological Effects of Certain Phosphorus Compounds with Milk Cows. 1173. Inhaltsübersicht.. VII Salant and Reiger, The Toxicity of Caf- fein: An Exporimental Study on DiflFerent Species of Animab. 350. Salant and Reiger, The Elimination of Caffein: An Experimental Study on Herbi- vora and Carnivora. 1172. Sawtschenko und Aristowsky, Über die Bedeutung der Reaktion des Milieus für die Phagocytose._ 621. Schlodtmann, Über die Physiologie des Accomodationsvorganges. 855. Schneider, Kritisches und Experimentelles über die Wirkung der Leukine. 623. S h u 1 1 , The oxygen minimum and the ger- mination of Xanthium seeds. 141. Simin, Zur Lehre von der Resorption aus der Bauchhöhle. 619. Solowjew, Die Wirkung der Ovarial- u. Corpus luteum-Auszüg.a.d. Milchdrüse. 606. Stoklasa, Üb. d. Einü. ultravioletter Strahl, auf die Vegetation. 145. Suzuki, Die quantitativen Verhältnisse der Keimabtötung durch Leukocyten. 622. Tapp einer, Beitrag zur Behandlung der Prostatahypertrophie durch Röntgenbestrah- lung der Hoden. 610. Tilmann, Zur Frage des Hirndrucks. 627. Titze und Rost, Über die Wirkung des Eosins auf Tiere. 607. Todyo, Über das Verhalten der Epithel- körperchen bei Osteomalacie und Osteo- porose. 1175. True and Bartlett, Absorption and Ex- cretion of Salts by Roots, as Influenced by Concentration and Composition of Culture Solutions. I. Concentration Relation of Di- lute Solutions of Calcium aud Magnesium Nitrates to Pea Roots. 351. V. Tubeuf, Versuche mit Mistelreinkulturen. in Erlenmeyerkölbchen. 458. Uhlenhaut, Über die Spaltung von Amyg- dalin durch Schimmelpilze. 134. ühlenhut, Z. Untersuch. d. Farbensinnes. 16. Unna, Die SauerstofiForte im tierischen Ge- webe. 850. Vries, de, Oenothera nanella, healthy and diseased. 597. Wann er. Der Einfluß des Höhenklimas auf die Widerstandsfähigkeit der roten Blut- körperchen. 625. Wiesel, Über die Wirkung von Blutserum auf d. Oxydationsprozesse in Bakterien. 349. Fortpflanzung. Abbot, An unusual symbiotic relation bet- ween a water bug and a crayfish. 1182. Barrett, Development and sexuality of some species of Oljpidiopsis, (Comu) Fischer. 21. Beer, Studies in spore development. II. On the structure and division of the nuclei in the Compositae. 1177. Bertrand, Sur le röle capital du manga- nese dans la production des conidies de V Aspergillus niger. 858. Blackmann and Welsford, The deve- lopment of the perithecium of Pohjstigma rubrum. 1176. Bliss, A contribution to the life-history of Viola. 19. Bochmann, A new type of spermogonium and fertilization in CoUema. 1178. Bragg, L. C. and Bragg, L. B., Spermato- genesis, orOrigin of the Male Germ Cells. 160. Brom an, Über geschlechtliche Sterilität und ihre Ursachen, nebst einem Anhange über künstliche Befruchtung bei Tieren und beim Menschen. 175. Brown und Sharp, The embryo sac of Epipactis. 173. Burghardt, Zur pathologischen Anatomie des Stuteneierstockg. 158. Collins and Kempton, An Improved Me- thod of Artificial PoUination in Com. 365. Comb es, Sur une methode de culture des plantes superieures en milieux steriles. 366. Coulter, Theendospermof Angiosperms. 171. Dem oll. Zur Spermatogenese von Helix pomatia. 164. Digby, The cytology of Primula lewensis and of other related Primula hyhrids. 633. Doncaster, The Chromosomes in Oogenesis and Spermatogenesis oiPieris brassicae. 161. V. Faber, Morphologisch-physiolog. Unter- suchungen an Blüten v. Coff'ea- Arten. 174. Farmer, Telosynapsip andparasynapsis. 634. F e X , Les conidiophor. d. Erysiphacees. 637. Griggs, The development and cytology of Bhodochytrium. 168. Gross, Heterochromosomen u. Geschlechts- bestimmung bei Insekten. 177. Gutherz, Eine Hypothese z. Bearb. d. Probl. d. Geschlechtsdifferenzierg b. Metazoen. 640. Harms, Ovarialtransplantation auf fremde Species bei Triton. 180. Hart, Mc Collum, Steenbock andHum- phrey, Physiological Effect on Growth and Reproduction of Rations Balanced from Restricted Sources. 367. Hertwig, Über d. derzeitig. Stand d. Sexua- litätsproblems nebst eig. Untersuchungen. 17. — , Veränderung der idioplasmatisch. Be- schaffenheit d. Samenfäd. durch physikal. und durch chemische Eingriffe. 631. Hutt, Pecans. 369. [179. Kammerer, Urspr. d. Geschlechtsuntersch. — , Experimente üb. Fortpflanzung, Farbe, Augen und Körperreduktion bei Proteus anguineus Laur. 1183. Kershaw, Structure and development of the ovule of Boivenia spectabilis. 1179. Kostanecki , Üb. eigentüml. Degenerations- erscheingn. d. Keimbläsch. 857. Kowalewsky, Der Untersch. zwischen den Spermatoz. versch. Tierart, u. d. Mensch. 165. Land, A protocorm of OphiogJossum. 169. Marshall, On the Effects of Castration and ovariotomy in sheep. 183. Meisenheimer, Über die Wirkung von VlJl Inhaltsübersicht. Hoden- u. Ovarialsubstanz auf die sekundär. Geschlechtsmerkmale des Frosches. 181. — , Experimentelle Studien zur Soma u. GeschlechtsdifFerenzierung. 641. M e ek , The Correlation of Somatic Characters and Chromatin Rod-lengths, being a further study of Chromosome Dimensions. 1180. Melhus, Experiments on Spore Germina- tion and Infection in certain Species of Oomycetes. 635. Moreau, Les phenomenes intimes de la reproduction sexuelle chez quelques Muco- rinees heterogames. 364. Morgan, Is the change in the sex-ratio of the frog, that is affected by external agents, due to partial fertilization? 178. Morse, Behavior of Bpermatozoa in plasma. 632. Pearson, The Influence of Age and Con- dition of the Tree upon Seed Production in Western Yellow Pine. 368. — , On the microsporangium and microspore of Gnetum, with some notes on the struc- ture of the inflorescence. 636. Pissl, Zur Sterilität des Rindes. 176. Retzius, Die Spermien d. Schimpansen. 166. Riddle, The permeability of theovarian egg- membranes of the fowl. 20. — , A Gase of Yolk Formation Not Connected with the Production of Ova 159. Samuele, Etudes sur le developpement du sac embryonnaire et sur la fecondation chez le Gunnera macrophylla Bl. 850. Shearer , The Problem of Sex-determination in Dinophilus gyrocüiatus. 18. Smith, Studies in the Experimental ana- lysis of Sex. Part. 9. On spermatogenesis and the Formation of Giant spermatozoa in Hybrid Pigeons. 1181. Smith, Geoffrey and Sch.uster, Studies in the Experimental Analysis of Sex. Part. 8. The Effects of the Removal and Trans- plantation of the Gonad in the Frog {Bana fusca). 182. Steil, Apogamy in Pellaea atropurpurea. 170. Stevens, Supern umerary Chromosomes, and Synapsis in Ceutophilus. 162. — , Further Observations on Supernumerary Chromosomes, and Sex Ratios in Diabrotica soror. 163. Thomas H. Montgomery, Differentiation of the Human Cells of Sertoli. 167. Touronis, La Parthenogenese chez le Houblon. 860. Vermoesen, Contribution ä l'etude de l'ovule, du sac embryonnaire et de la fecon- dation dans les Angiospermes 172. Viala et Pacottet, Les Chlamydospores du Black rot. 639 Till, Die Trüffeln. 638. Entwicklung, Regeneration, Transplantation. Axhausen, Üb. den histologischen Vorgang b. d. Transplantation v. Gelenkenden. 1189. Benedict, Senility in meristematic tisSue.645. Bialaszewicz, Untersuchgn. üb. d. osmo- tisch. Verhältn. b. d. Entwickig. d. Frosch- u. Hühnerembryonen. 185. Bonnet, Lehrbuch der Entwicklungsge- schichte. 1048. Emmel, The origin of erythrocytes by a process of constriction or bodding. 64.8. Evans, Branching in the leafy Hepaticae. 370. Guthrie, Transplantation of ovarians. 24. Hanes u. Lambert, Amöboide Bewegungen von Krebszellen als ein Faktor des inva- siven und metastatischen Wachstums ma- ligner Tumoren. 1192. Harms, Überpflanzung von Ovarien in eine fremde Art. 1. Mitteilung: Versuche an Lumbriciden. 1186. Hill and Ethel De Fraine, On the seed- ling structure of certain Centrospermae. 644. Janda, Die Regeneration der Geschlechts- organe bei Criodrilus lacuum Hoffm. 1051. — , Die Regeneration der Geschlechtsorgane bei CriodrUus lacuum Hoffm. L 1185. Jennings, Nuclear growth during early development. 1184. Jokoi, Experimenteller Beitrag z. Knochen- neubildung durch Injektion bezw. Implan- tation von Periostemulsion. 1190. Joxe, Sur Touverture des fruits indehiscents ä la germination. 1047. Just, The Relation of the First Cleavage Plane to the Entrance Point of the Sperm. 184. Keibel und Mall, Handbuch der Entwick- lungsgesch. d. Menschen in zwei Band. 342. Kopec, Über den feineren Bau einer Zwitter- drüse von Lymardria dispiar. 372. — , Untersuchungen über Kastration u. Trans- plantation bei Schmetterlingen. 1052. Kövessi, Influence de Uelectricite ä courant continu sur le developpem. des plantes. 371. Kurz, Die beinbildend. Potenzen entwickelter Tritonen (Experiment. Studien). 1054. Lexer, Die Verwertung der freien Sehnen- transplantation. 647. 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Parasitäre und freilebende Amöben aus Manila und Saigon und ihre Beziehungen zur Dysenterie. 888. — , 2. Studien über Kulturamöben aus Ma- nila. 889. Winkler u. Wyschele ssky, Die Agglu- tination, Präzipitation und Komplement- bindung als Hilfsmittel zum Nachweis der Trypanosomenkrankheiten, im besonderen der Beschälseuche. 470. Wi e s n e r , Schalentragende Foraminiferen von der Westküste Istriens. 51. Wolff, Über Bodenprotozoen. 244. Woodruff, Evidence on the Adaptation of Paramaecia to DifFerent Environments. 249. Yakimoff, Stolnikoff und NinaKohl- Yakimoff, Contribution äl'etude deVAch- romaticua vesperuginis Dionisi. 900. Spongiae. Annandale, Notes on Fresh water Sponges, Nr. 13, Specimens collected in the Poona District, Bombay Presidency. 250. — , Notes on some sponges from Lake Baikal in the collection of the Imperial Academy of Sciences, St. Petersbourg. 1071. Hall mann, Report onthe Sponges obtained by the F. I. S. 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(Vorläufige Mitteilg.) 1020. — , Die Erhebungen auf der Lippen- und Wangenschleimhaut der Säugetiere. L Ru- minantia. 1021. Sterling, Beiträge zur Histologie der Leber bei Säugern. 1018. Taft, On the Brain of Hyrax capensis and the first Traces of the Visual Cortex. 1023. Warren, Notes on the Distribution of some Colorado Mammals. 1019. Weber, Untersuchungen über die Brunst des Rindes. 450. Anthropologie. Auerbach, Das wahre Geschlechtsverhält- nis des Menschen. (Ein Versuch zu seiner Berechnung.) 335. — , Zur Lokalisation des musikal. Talents im Gehirn und am Schädel. 570. Behn, Das Tierbild in der Kunst des dilu- vialen Menschen. 1041. Bluntschli, Ein eigenartiges Verhalten der Hautnerven an den Gliedmaßen des Men- schen. 109. Crewdson-Bennington, A study of the Negro skull with special reference to the Congo and Gaboon crania. 337. Fischer, Zur Frage der „Kreuzungen beim Menschen. 336. — , Die Glandulae parathyreoideae des Men- schen. 573. Franke, Die 0- und X-Beinigkeit bei ge- sunden Menschen. 1035. Galloway, Notes on the Pigmentation of the Human Iris. 341. Gorjanovic-Kramberger, Z.Frag. d. Exi- stenz d. Homo Aurignncensis in Krapina. 110. Grosser, Zur Entwicklung des Vorderdarmes menschlicher Embryonen bis ö mm größter Länge. 802,_ Gruschka, Über einen Fall von zusammen- gesetztem Achselbog. beim Menschen. 1034. Inhaltsübersicht. XXVII Heiberg, Der Wert des Wagens neuge- borener Kinder bei anthropologischen Unter- suchungen 804. Iwan off, Die Muskulatur der Mutterbänder in Verbindung mit der Anordnung der Muskelfasern in der Gebärmutter selbst. 569. Kunitomo, Über die Zungenpapillen und die Zungengröße der Japaner. 111. Mac Curdy, Pleistocene man from Ipswich (England)." 1040. Markowski, Über die Entwicklung des Sinus durae matris und der Hirnvenen bei menschlichen Embryonen von 15,5 — 49 mm Scheitel-Steißlänge. 340. Meyer, Zur Kenntnis der normalen und pathologischen Abschnürung der männ- lichen Hai-nröhre und der Präputialbildung. 568. Sarasin, Über die zoologische Schätzung der sogenannten Haarmenschen und über larvale Formen bei Säugetieren und Rep- tilien. 1359. Schouwey, Die Entwicklung der Tuber- ositas metatarsi V. 1360. Sicher, Zui* Morphologie des Achselbogens beim Menschen. 1033. Smith, A study of Pygmy crania, based on skuUs found in Egypt. 339. — , Observations on the occipital bone in a series of Egyptian skulls. 338. Stratz, Größe und Proportionen der mensch- lichen Rassen. 1036. Tschepourkovsky, Anthropologische Stu- dien. 1037.. Waldeycr, Über eine anomale Zahnlagerung im Unterkiefer. 572. Weishaupt, Ein rudimentärer Seitengang des Ductus jiarotideus (Ramus mandibularis ductus parotidei). 571. Weissenberg, Die mesopotamischen Juden in anthropologischer Beziehung. 1038. Wieth-Knudsen, Der Mensch. 1032. Zbinden, Beiträge zur Anthropologie der Schweiz. 1030. Zuck er mann, Beobachtungen über den ' Ventriculus laryngis und die Zungen- papillen einiger „Melanesier". 803. Eleiue Mitteiliiugen. Versammlungen u. Gesellschaften S. 48. 127. 288. 366. 399. 480. Wissenschaftliche Anstalten S. 368. 400. 480. Literarisches S. 48. Personalien S. 48. 128. 288. 368. 400. 480. Berichtiguugeu. S. 277, Zeile 23 v. u. und Zeile 1 v. u. lies: Lampetra, statt Lampreta. S. 280, Zeile 5 und 4 v. u. lies: Homopus, statt Homogens. S. 319, Zeile 12 v. o. lies: Gruber, K., statt Graber, R. S. 444, Zeile 26 v. o. lies: variationsstatistischen, statt variationsstatischen. BAND 1 ZENTRALBLATT FÜR ZOOLOGIE HEFT i ALLGEMEINE UND EXPERIMENTELLE BIOLOGIE GescMchte und Biographie. 1) AiThenius, Syante, Die Vorstellung vom Weltgebäude im Wandel der ■ Zeiten. Aus dem Schwedischen übersetzt von L. Bamberger. 4. — 6. Aufl. Leipzig (Akademische Verlagsgesellschaft) 1911. 8*^. XII u. 206 S. 28 Abb. br. Jt 5. — , geb. Ji 6. — . Das Buch ist eine neue Folge des bekannten Werkes über „Das Werden der Welten''. In allgemeinverständlicher, ansprechender Form behandelt der berühmte Verfasser die Sagen der Naturvölker von der Entstehung der Welt, die Schöpfungs- legenden bei den Kulturvölkern der alten Zeiten, die ältesten Hinimelsbeobach- tungen, die Ansichten der griechischen Philosophen und ihrer Nachfolger im Mittel- alter über das Weltgebäude, den Anbruch der neuen Zeit und die Lehren von der Vielheit und Bewohnbarkeit der Welten, die Mechanik und Kosmogenie des Sonnen- systems von Newton bis Laplace, die neueren wichtigen Entdeckungen über die Sternenwelt, die Einführung des Energiebegriffs in die Kosmogenie und den Un- «ndlichkeitsbegriff in der Kosmogenie. Im letzten Kapitel wird auch die Entstehung des Lebens auf der Erde erörtert und die Frage: Urzeugung oder Einwanderung von außen? zugunsten der letzteren Theorie entschieden, aber auch die Möglichkeit der Vereinbarkeit der Theorien von der Urzeugung und der Panspermie angedeutet. Es wäre denkbar, daß, obgleich, nach allem zu urteilen, Urzeugung jetzt nicht auf der Erde stattfinden kann und vermutlich auch früher unter den damals ziemlich ähnlichen Bedingungen nicht stattfinden konnte, diese Erscheinung doch irgendwo- anders im Weltenraum auftreten könnte, unter den bedeutend abweichenden physi- kalischen und chemischen Verhältnissen, die es zweifellos im unermeßlichen Raum gibt oder gab. Von dem oder den Punkten aus, wo Urzeugung möglich war, konnte das Leben sich dann auf die übrigen bewohnbaren Himmelskörper verbreitet haben. Die großen Schwierigkeiten, die der Annahme einer solchen Verbreitung bisher anhafteten, hat Verfasser bereits früher dadurch zu beseitigen gesucht, daß er den Strahlungsdruck als treibende Kraft für den Transport der Keime durch den Welten- raum einführte. W. May (Karlsruhe). 2) Damiemann, Friedrich, Die Naturwissenschaften in ihrer Entwick- lung und in ihrem Zusammenhange. III. Band. Leipzig (Wilh. Engel- mann) 1911. 8^. VI u. 400 S. 60 Textfig. 1 Taf. Preis Ji 10.—, geb. Ji 11.—. Der dritte Band des vortrefflichen Werkes behandelt das Emporblühen der modernen Naturwissenschaften bis zur Entdeckung des Energieprinzipes. Er schil- dert in der Hauptsache den großen Umschwung, den die Naturwissenschaften seit der Mitte des 18. Jahrhunderts durch die Begründung der neueren Chemie und der Elektrizitätslehre, den Ausbau der übrigen Teile der Physik und die Ausdehnung der experimentellen Forschungsweise auf die Wissenschaft vom Leben erfuhren. Der Geschichte der Biologie sind acht sehr klar und übersichtlich geschriebene Kapitel gewidmet, die die Naturbeschreibung unter der Herrschaft des künstlichen Systems, die Ausdehnung der physikalischen Methoden auf das Gebiet der Pflanzen- physiologie, den Ausbau der Sexualtheorie, die Fortschritte der Zoologie im 18. Jahr- Zentralblatt f. Zoologie, allgem. u. experim. Biologie. Bd. 1. 1 2 Lehr- und Handbücher. hundert, die Aufstellung eines natürlichen Pflanzensysteras, die Physiologie der Pflanzen unter dem Einfluß der neueren chemisch-physikalischen Forschung, die Verschmelzung der Zoologie mit der vergleichenden Anatomie und das natürliche System der Tiere sowie die Fortschritte in der Begründung der Ontogenie zum Gegenstand haben. Von den übrigen Kapiteln des Werkes dürften die über die Begründung der physikalischen Erdkunde durch Alexander v. Humboldt und über Geologie und Paläontologie unter der Herrschaft der Katastrophenlehre für den Biologen von besonderem Interesse sein. Sehr belehrend ist auch das einlei- tende Kapitel über „Wissenschaft und Weltgeschichte", wie es denn auch in dem vorliegenden Bande das Bestreben des Verfassers war, die Schilderung im Rahmen der Gesamtentwicklung zu halten. Dem vierten und letzten Bande bleibt es vor- behalten, den großartigen Aufschwung zu schildern, den die Naturwissenschaften im weiteren Verlauf des 19. und im Beginn des 20. Jahrhunderts genommen haben. W. May (Karlsruhe). 3) May, Walther, Ernst Haeckel. In: Westermanns Monatshefte. Jahrg. 55. 1911. S. 923—9:^0. 4 Abb. Dieser Aufsatz versucht eine möglichst objektive Charakteristik der Persönlichkeit und des Lebenswerkes Haeckels und hält sich gleich weit entfernt von kritikloser Ver- herrlichung wie von bedingungsloser "Verurteilung des Jenaer Forschers. W. May (Karlsruhe). 4) Thienemanii, August, P. S. Pallas und der Stammbaum der Orga- nismen. In:Zool. Anz. Bd. 37. 1911. S. 417— 419. Pallas wandte 1766 in seinem Elenchus Zoophy forum für die Darstellung des Systems der Organismen nicht nur zum ersten Male das Schema des Baumes an, sondern sah auch ein, daß das „natürliche System" nur die Homologien der Organismen zum Ausdruck bringen kann. W. May (Karlsruhe). Lehr- und Haudbüclier. /5) Maas-Renner, 0. 0., Einführung in die Biologie, München -Berlin, (Oldenbourg) 1912. gr. 8<>, 394 S., 197 Abb. geb. JC 8.—. Das vorliegende Lehrbuch stammt zum Teil aus der Hand eines Botanikers, zum Teil aus der eines Zoologen, und wird somit der biologischen Wissenschaft, die bekanntlich aus beiden Gebieten, Botanik und Zoologie, schöpft, gerecht. Renner beginnt mit der Organologie einer höheren Pflanze und erläutert die morphologischen Grundlagen derselben. Zu dem Begriff der Zelle gelangt, schil- dert er von den niedersten Pflanzen aufwärts bis zu den höchstentwickelten die wichtigsten biologischen Momente, das Wachstum und die Fortpflanzung bei entsprechender Berücksichtigung des anatomischen Baues an einzelnen Muster- beispielen. Dadurch gewinnt der Leser einen Überblick über die grundlegenden Unterschiede zwischen den systematisch markanten Formen und sieht zugleich ein, daß die fortschreitende Differenzierung von Zelle zu Geweben einesteils eine Einbuße an verschiedenen Fähigkeiten der Einzelligen, andernteils aber einen großen Gewinn infolge eingetretener Arbeitsteilung für die Mehrzelligen bedeutet. Wie diese Aufteilung von Arbeit vor sich geht, schildert der Verfasser zunächst in den Kapiteln von der Ernährung der grünen Pflanzen und der Moderzehrer. Natürlich bietet sich da reichliche Gelegenheit, ausführlich auf äußere und innere Organe in ihrer Funktion einzugehen. Renner unterläßt es nicht, auch die Ver- änderungen normaler Pflanzenorgane, wie sie durch Symbiose und Parasitismus hervorgerufen werden, zu besprechen, und widmet ihnen das Kapitel von den Lehr- und Handbücher. 3 Wechselbeziehungen von Pflanzen zu Pflanzen und Tieren. Inwiefern das Wachs- tum der Pflanzen von Licht, Luft, Wasser und Boden abhängig ist, wie sich der pflanzliche Organismus in Ermangelung des einen oder anderen dieser Faktoren mehr oder weniger anpassen kann und somit eine Ausrüstung für den Kampf ums Dasein gewinnt, derlei Betrachtungen führen den Autor an die Schwelle der Pflanzengeographie. Die erschöpfenden Schilderungen des Reaktionsvermögens der Pflanzen durch Bewegungen auf verschiedene Reize hin würden den Leser nahezu verleiten, einen Willen bei jenen Organismen zu suchen, wovor natürlich der Verfasser warnt, unter Hinweis auf automatische Bewegungen des Menschen. Der botanische Teil des Werkes schließt mit den Ausführungen über Periodizität bei Pflanzen und über Korrelationen zwischen den einzelnen Teilen derselben. Der Zoologe geht von der Zelle aus und verweist einerseits auf die grund- legenden Unterschiede zwischen Zellen und Geweben bei Tier und Pflanze, anderer- seits auf Übereinstimmungen zwischen beiden. Von den Einzelligen wird die Geschichte des Pantoffeltierchens und die des Malariaerregers gi'ündlich behandelt, sowie auf einige für das Wohl und Wehe des Menschen in Betracht kommende Urtiere hingedeutet. In der Tierreihe weiter aufwärts steigend wählt Maas die Lebensgeschichte des Süßwasserpolypen Hydra und schildert das biologisch Interessante aus derselben. Die Art der Vermehrung gibt ihm Gelegenheit, auf den Generationswechsel bei Meerespolypen, auf deren Kolonien und Bauten näher einzugehen. Anhangsweise werden hier auch einige Worte den Spongien gewidmet. In dem Kapitel über die Organologie der Würmer hätte die Parasitologie mehr Berücksichtigung verdient. Von der Auffassung des Organismus als eines Organ- staates ausgehend erläutert der Autor nun der Reihe nach zunächst den Ver- dauungsapparat und seine Funktion bei verschiedenen Tiergruppen; dieselbe Be- handlung erfahren das Gefäßsystem, die Atmungsorgane und der Geschlechtsapparat. Die Anatomie aller dieser Systeme kommt, soweit es die physiologische Seite des Gegenstandes verlangt, vollauf in Betracht. Hand in Hand mit der Schilderung der Muskulatur und deren Bedeutung geht die der biologisch prägnanten Skelett- teile. Bei den Betrachtungen des Nervensystems gelingt es dem Autor, auf Grund des sogenannten Reflexbogens die mit der steigenden Gesamtorganisation immer kompKzierter werdenden Funktionen des nervösen Apparates hinauf bis zum Gedächtnis auf eine materielle Basis zu stellen und so leicht verständlich zu machen. Besonderes Interesse erwecken, wie dies in der Biologie nicht anders zu erwarten ist, die Kapitel über Sinnesorgane, die Maas erschöpfend behandelt; eingestreute Experimente aus der Sinnesphysiologie von Tier und Mensch beleben diesen Teil des Werkes außerordentlich. Leider sind die hochinteressanten Leucht- organe der Tiere etwas stiefmütterlich, die elektrischen Organe überhaupt nicht behandelt worden. Für die Entwicklungsgeschichte der Coelomaten überhaupt hat der Verfasser die des Grasfrosches gewählt; er unterläßt es nicht, auch die biologische Seite hier zu Worte kommen zu lassen und zeigt, unter welchen Verhältnissen der Entwicklungsprozeß seinen Fortgang nimmt, wann die einzelnen Organe gebrauchsfähig werden usw. In dem der Regeneration gewidmeten Kapitel will der Verfasser an Beispielen dartun, daß das Vermögen der Tiere, beschädigte oder gar verlorengegangene Organe wiederherzustellen, durchaus nicht zu der Annahme einer geheimnisvollen übergeordneten Kraft zwingt, sondern sich aus den natürlichen Faktoren Stoffwechsel, Wachstum und Entwicklung er- klären lasse. Die ersten Geschehnisse im Leben der Geschlechtszellen, das Wesen der Reifung und Befruchtung bei Tier und Pflanze stehen im vollen Einklänge zu dem, was uns die Lehre von den Formen in den beiden Naturreichen bietet, nämlich zu der Annahme der Veränderlichkeit der Arten im Sinne vom Einfachen 1* 4 Naturphilosophie. zum Höherentwickelten. Die Abstammungslehre erscheint somit wohl begründet. Eine Reihe von Möglichkeiten wird angeführt, wie die Umformung der Arten stattfinden könnte; ob dabei das eine oder andere Prinzip allein, oder ein Zu- sammenwirken einiger solcher in der Natur waltet, das bleibt der biologischen Wissenschaft noch zu lösen. Trojan (Prag). Naturphilosophie. / 6) Dennert, Monistenwaffen! Ein Bericht für die Freunde des Keplerbundes und ein Appell an seine ehrlichen Gregner. Godesberg-Bonn (Naturwissenschaftlicher Verlag) 1912. S". 119 S. Preis JC 1.—. Diese Streitschrift setzt sich mit Baege, Kost, Haeckel, Hoernes und Hansen auseinander und entwickelt von neuem das Programm des Keplerbundes. Die Ausfüh- rungen des Verfassers über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Religion enthalten manches Beachtenswerte. W. May (Karlsruhe). /7) Ostwald, Wilhelm, Die Wissenschaft. Vortrag, gehalten auf dem ersten Monisten-Kongreß zu Hamburg am 1 0. September 1911. Leipzig (Alfred Kröner) 1911. 8". 54 S. Preis Jl 1. Verfasser entwickelt in diesem Vortrag zum Teil sehr einseitige und unbe- gründete Ansichten, die zum Widerspruch herausfordern. Es mag noch hingehen, wenn er nur den Naturwissenschaften den eigentlichen Charakter der Wissen- schaft zuerkennt und den sogenannten Geisteswissenschaften, darunter auch der vergleichenden Sprachwissenschaft, wegen ihres „scholastischen" Charakters die Existenzberechtigung abspricht. Wenn er aber an jede Wissenschaft die Forde- rung der „Anwendungsmöglichkeit" stellt und die Ansicht vertritt, die Wissen- schaft sei zum Prophezeien da, so wird man ihn an die schönen Worte erinnern, die Darwin einmal an Henslow schrieb: „I believe there exists, and I feel within me, an instinct for truth, or knowledge or discovery, of something of the same nature as the instinct of virtue, and that our having such an instinct is reason enough for scientific researches without any practical results ever ensuing from them. You will wonder what makes me run on so, but I have been working very hard for the last eighteen months on the anatoray, etc., of the Cirripedia, and some of my friends laugh at me, and I fear the study of the Cirripedia will ever remain 'whoUy unapplied', and yet I feel that such study is better than castle-building." Es heißt die Wissenschaft erniedrigen, wenn man sie so utilitaristisch faßt wie Ostwald. Es heißt aber andererseits die Wissenschaft maßlos überschätzen, wenn man sie, wie das Verfasser am Schluß seines Vortrages tut, mit — Gott vergleicht, wenn man behauptet, daß alles, was die Menschheit an Wünschen und Hoffnungen, an Zielen und Idealen in den Begriff Gott zusammengedrängt habe, uns von der Wissenschaft erfüllt werde. Allmächtig, allgegenwärtig, ewig, allwissend und all- gütig nennt der berühmte Chemiker die Wissenschaft und gibt damit der in Mo- nistenkreisen herrschenden Überschätzung der Wissenschaft den stärksten Aus- druck, den sie bisher gefunden hat. Gewonnen wird mit solchen Vergleichen nichts, und die Vertreter der Wissenschaft sollten etwas vorsichtiger in ihrer Anwen- wendung vor einem unkritischen Publikum sein. W May (Karlsruhe). / 8) Thomson, J. Arthur, Jntroduction to Science. London (Williams and Norgate) o. J. 8". 256 S. 1 s. Dieses außerordentlich nützliche kleine Buch umfaßt acht sehr klar geschriebene Kapitel, die über den wissenschaftlichen Sinn, das Ziel der Wissenschaft, die Avissenschaftliche Methode, die Klassifikation der Wissenschaften, Wissenschaft Physiologie der Zelle, Gewebe, Organe. 5 und Philosophie, Wissenschaft und Kunst, Wissenschaft und Religion und den Nutzen der Wissenschaft handeln. Der Standpunkt des Verfassers ergibt sich aus folgenden Sätzen: Der wissenschaftliche Sinn ist hauptsächlich durch ein Verlangen nach Tatsachen, durch Vorsicht in der Darstellung, durch Klarheit des Sehens und durch ein Gefühl für die Wechselbeziehungen der Dinge gekennzeichnet. Das Ziel der Wissenschaft ist, die unpersönlichen Tatsachen der Erfahrung so genau, so einfach und so vollständig als möglich zu beschreiben. Die Ursachen, die die Wissenschaft sucht, sind sekundäre, nicht letzte Ursachen, bewirkende, nicht End- ursachen. Die Logik der wissenschaftlichen Forschung ist hauptsächlich eine ver- wickelte Verbindung von Induktion und Deduktion. Das fundamentale Postulat der Wissenschaft ist die Einheitlichkeit der Natur. Es erscheint nützlich, die ab- strakten Wissenschaften von den konkreten zu unterscheiden. Die abstrakten Wissenschaften sind Mathematik, Logik und Metaphysik, die konkreten Chemie, Physik, Biologie, Psychologie und Soziologie. Während das Ziel der Wissenschaft die Beschreibung der Tatsachen ist, ist das Ziel der Philosophie ihre Erklärung. In bezug auf gewisse Probleme, wie den Ursprung des Lebens und das Verhält- nis von Seele und Kö^er, müssen Wissenschaft und Philosophie zusammenarbeiten. Zwischen Wissenschaft und Kunst bestehen drei Beziehungen: erstens gibt es ein wissenschaftliches Studium der ästhetischen Erscheinungen, zweitens liefert die Wissenschaft der Kunst ein ungeheures Rohmaterial, und drittens besteht ein inter- essanter psychologischer Gegensatz zwischen dem wissenschaftlichen und künst- lerischen Sinn. Wissenschaft und Religion sind unvergleichbare Größen und wider- sprechen sich nicht. Die Wissenschaft ist beschreibend und bietet keine letzte Erklärung, die Religion ist mystisch und auslegend und hat es mit einer höheren Ordnung der Dinge als der der Sinneswahrnehmung zu tun. Die Wissenschaft ist als eine natürliche und notwendige menschliche Tätigkeit Selbstzweck, doch ist sie aus praktischer Arbeit hervorgegangen und empfängt immer neue Anregung, indem sie auf praktische Probleme zurückkommt. W. May (Karlsruhe). 9) Doneaster, C, Vitalism. In: Science Progress 6, 23, p. 386 — 392. A plea for an open-minded attitude towards vitalism. Doneaster (Cambridge). Physiologie der Zelle, Gewebe, Organe. 10) Carrel, F., The Interpretation of Life. In: Science Progress 6, 23, p. 372—385, 1912. "Life is probably a resultant of a number of forces — osmosis, diffusion, aceretion, nutrition and assimilation, heat and electricity acting, is may be, upon certain salts " "the Solution of the life problem is to be sought in che- mical action and the energies which it develops". Doneaster (Cambridge). /ll) Loeb, J. and B. Beutuer, On the nature and seat of the electro- motive forces manifested by living organs. In: Science N.S. 3-1-, 886, S. 884—887. 1911. Wird ein tierisches oder pflanzHches Organ verletzt, so entwickelt sich eine elektrische Spannung zwischen der verletzten und der unverletzten Oberfläche. Die Verf. ließen einen Apfel mit unverletzter Schale auf einer Seite in eine Flüssigkeit a tauchen, während eine Flüssigkeit b auf der Gegenseite in eine im Apfel angebrachte Höhlung gebracht w^urde. Beide Flüssigkeiten wurden durch Kalomelelektroden verbunden und die elektrische Spannung mit Poggendorfs 6 Physiologie der Zelle, Gewebe, Organe. Kapillarelektrometer gemessen. Die Flüssigkeit a wurde nun verändert, b be- lassen. Die Experimente ergaben, daß der Einfluß der Konzentration der Elektro- lyten auf die elektrische Spannung in lebenden Organen quantitativ mit den zu erwartenden Werten übereinstimmt, wenn die Haut permeabel für Kationen, impermeabel oder wenig permeabel für Anionen ist. J. Schaxel (Jena). /l2) Osborne, Th. B., und L. B. Mendel, The role of different proteins in / nutrition and growth. In: Science N.S. 34, 882, S. 722—732. 1911. Gedrängter Bericht über Fütterungsversuche mit weißen Ratten. Ausführliche Mit- teilung in Carnegie Institution of Washington, Publication 156, Parts I and II. 1911. J. Schaxel (Jena). /l3) Loeb, J., The role of salts in the preservation of life. In: Science N.S. 34, 881, S. 653—665. 1911. Nach dem Bericht über die gi'undlegenden Experimente kommt der Verfasser zu folgenden allgemeinen Schlüssen: Jede Zelle kann als chemische Fabrik betrachtet werden, die nur dann normal funktioniert, wenn die Diffusionsvorgänge durch die Zell wand ein- geschränkt sind. Die Diffusion hängt ab von der Natur der Außenschicht der Zelle. Verschiedene Umstände machen es wahrscheinlich, daß diese ganz oder doch im wesentlichen aus gewissen Proteinen zusammengesetzt ist. Die Bedeutung der gelösten Salze für die Erhaltung des Lebens besteht nun darin, daß sie dem Oberflächenhäutchen der Zelle solche physikalische Eigen- schaften verleihen, daß der Grad von Dauerhaftigkeit und Vergleichs weiser Un- durchdringlichkeit erreicht wird, ohne den die Zelle nicht existieren kann. Mit dieser Annahme verstehen wir, wieso neutrale Salze zur Erhaltung des Lebens notwendig sind, obwohl sie keinerlei Energie liefern. J. Schaxel (Jena). 14) MacDougal, D. T. (Carnegie Institution), The water-balance of desert plants. In: Annais of Botany, 26, 1, S. 71—93. 1912. This paper is a record of observations and experiments with desert plants in relation to their water supply. Echinocadus , Ihervillea, Bioscorea and other plants were studied. One of these experiments may be cited. Tubers of Dio- scorca alata were allowed to grow under xerophytic conditions and produced slender stems with much less differentiation of tissue than normal. The stelar Clements and pericycle were poorly developed, but the cortical cells showed collenchymatous thickenings and the epidermis was cutinized — both adaptations to conserve the water supply. The specialized desert plants are either sclerophyllous or succulent, the former having cell sap with high concentration, the latter carrying a large reserve water-supply at low osmotic pressure. The significance of various experiments in the dessication of cacti and tuber-forming desert plants is discussed. Gates (London). /iS) Kronecker, H. (Bern), Das Wesen der Bergkrankheit und ein seltener Fall derselben. In: Biolog. Zentralbl., 31, 24, S. 771—777, 1911. Verf. teilt eine Anzahl von Krankengeschichten mit, teils mit tödlichem Ausgang oder mit ^lartiellen Lähmungserscheinungen. Er kommt zu dem Schluß, daß Atemnot infolge Sauerstoffmangels nicht die Ursache der beobachteten Symptome sein kann. „Die Bergkrankheit entsteht durch Störung des Lungenkreislaufs, vergeht, sobald der Atmo- sphärendruck in den Lungen (kleiner Kreislauf) und auf die Blutgefäße im übrigen Körper (großer Kreislauf) ausgeglichen ist." Koehler (München). Fortpflanzung. 7 /l6) lllleuhilt, E., Zur Untersuchung des Farbensinnes. In: Biolog. Zen- tralbl., 31,24, S. 767—771, 1911. Verf. führt aus, daß bei den Untersuchungen über den Farbensinn der Tiere Physiologisches und Psychologisches nicht mit genügender Strenge auseinander- gehalten -wurde. Schlüsse vom Helligkeitssinn auf den Farbensinn sind nicht zwingend. Der Begriff der Helligkeit ist subjektiv und sollte deshalb nicht in das Problem hineingezogen werden. Nicht Farbe und Helligkeit, sondern Farbe und Intensität sind die beiden Begriffe, auf denen die Fragestellung basieren soll. In der Versuchsanordnung v. Frischs (Verh. Deutsch. Zool. Ges. 1911) ist die Helligkeit kein integrierender Faktor. Pfrillen passen sich erstens der Farbe, zweitens der Helligkeit des Untergrundes an. Die Helligkeitsanpassung verläuft rascher als die Farbanpassung. Wurden zwei Untergründe (gelb, grau) der Art ausgesucht, daß die Helligkeitsanpassung sich beim Umsetzen nicht änderte (so daß wir annehmen müssen, der Fisch habe beide Untergründe gleich hell gesehen), so ist damit für die weitere Untersuchung der Faktor der Helligkeit ausgeschaltet. Darauf trat auf dem Gelb eine Farbanpassung ein, während sie auf dem Grau unterblieb. So kommt Verf. zu dem Schluß, daß hiermit (entgegen Hess) die Exi- sten z eings^Farbensinnes der Fische bewiesen ist. Koehler (München). Hierzu: Nr. 20, 30, 66, 67, 80, 84, 86, 97. Fortpflanzimg. /17) Hertwig, R. (München). Über den derzeitigen Stand des Sexua- litätsproblems nebst eigenen Untersuchungen. In: Biolog. Zentralblatt, 32, 1—3, S. 1—45, 65—111, 129—146. 7 Textfig. 1912. In der vorliegenden Arbeit nimmt der Verf., unter Besprechung der gesamten zoologischen, sowie eines großen Teiles der botanischen Literatur, Stellung zu deu modernen Erklärungsversuchen der Geschlechtsbestimraung. Er bespricht aus- führlich die Ergebnisse der Heterochromosomenforschung, die experimentellen und biologischen Untersuchungen über Geschlechtsbestimmung bei Phytopthiren, Daphniden, Rotatorien und Hymenopteren, sowie die Versuche über Avillkürliche Geschlechtsdifferenzierung. Besondere Kapitel sind dem Sexualitätsproblem bei Protozoen und der Geschlechtsbestimmung bei Pflanzen gewidmet. In einem zu- sammenfassenden Schlußabschnitt werden die Bedeutung von Plasma und Kern für die Geschlechtsbestimmung, speziell auch für die Vererbung der sekundären Geschlechtscharaktere diskutiert und die quantitative Erklärungsweise der Sexua- lität gegen die qualitative abgewogen. — An eigenen Untersuchungen teilt der Verf. Bastardierungsversuche an Schmetterlingen ( Py g a er a- Arten) mit und gibt •eine zusammenfassende Darstellung seiner gesamten Untersuchungen über die Geschlechtsbestimmung bei Fröschen, sowohl der neueren als auch der bereits früher (1905 — 07) publizierten. Sowohl die mendelistischen, als auch die auf den Heterochromosomenbefunden ba- sierenden Erklärungsversuche der Geschlechtsbestimmung postulieren das Verhältnis 1:1 der beiden Geschlechter als notwendig und unabänderlich, bedingt durch die Hetero- zygotie resp. Heterogametie des einen, die Homozygotie resp. Homogametie des anderen Geschlechtes. Die Chromosomenuntersuchungen haben bisher außer in einem Falle (Echi- niden nach Baltzer) stets Heterogametie des '", Homogametie des i aufgedeckt. Die um- gekehrte Alternative (Heterogametie des $, Homogametie des c?) scheint durch gewisse, aber nicht alle Fälle geschlechtsbegrenzter Vererbung (Abraxas, Kanarienvögel, Haushuhn) erfordert zu werden. — Der Chromosomenbestand, welcher bereits in sehr zahlreichen Fällen (Würmer, Echinodermen, Mollusken, Arthropoden, Vertebraten) beobachtet wurde, ist folgender: Das ? besitzt 2 sog. a;-Chromosome, das r? deren nur eines, resp. ein x- und ein ungleichwertiges ^/-Chromosom. Sämtliche Eier führen nach Ablauf der Reifeteilungen 8 Fortpflanzung. ein a;-Chromosom [Homogametie der $$]; die Hälfte der reifen Spermatozoen besitzt ein a;-Chromosom, wie die Eier auch (sog. j^-Spermatozoen; dieselben erzeugen bei der Befruchtung r^J), die andere Hälfte der Spermatozoen führt kein a;-Chromosom, dafür manchmal ein «/-Chromosom (weibchenerzeugende sog. y-Spei-matozoen ^)) [Heterogametie der (Je ]• Für die Hymenopteren ist ein besonderer Typus charakteristisch; die '4% haben die diploide, die ^ J die haploide Chromosomenanzahl; diese führen also ein ganzes Chromosomensortiment weniger als die $$. Wo die umgekehrten Verhältnisse vorliegen, d. h. bei Heterogametie der S$, emp- fiehlt sich folgende Schreibweise: ,^, =zz\ % = zo resp. zv. Von den alten Bezeichnungen entspricht dem z des V^erf. das 1/, dem v das x. Nun gibt es in der Natur wie im Experiment sehr zahlreiche Fälle, in denen das Verhältnis der Geschlechter nicht gleich 1:1 ist, sondern erheblich andere Werte an- nimmt. In entsprechender Weise können auch die Chromosomenverhältnisse Abweichungen von dem oben gegebenen Grundschema erleiden: erstens durch besonderen Verlauf der Reifeteilungen, zweitens durch Umwandlung des Chromosomenbestandes im embryonalen oder postembryonalen Leben des Individuums. Bei der Befruchtung von Aphiden, Hymen- opteren und Nematoden, vielleicht auch Rotatorien und Daphniden entstehen deshalb ausschließlich $4, weil die c?cr erzeugenden Spermiden zugrande gehen. Indem in den Reifeteilungen parthenogenetischer Aphideneier ein Chromosom eliminiert wird, gewinnen die bisher nur '+ erzeugenden Eier die Fähigkeit, ebenfalls auf parthenogenetischem Wege f^(^ entstehen zu lassen. Das Ovar der hermaphroditen Generation von Wiahdonema, welche nach ihrem Chromosomenbestand (xoo) als weiblich bezeichnet werden muß, wan- delt sich zur Zwitterdrüse um, indem gewisse Geschlechtszellen ein a;-Chromosom ver- lieren und dadurch zu Spermiogonien werden. Wiederum läßt sich die entgegengesetzte Auffassung für Pteropoden durchführen. Es gibt also Fälle, wo durch die Veränderung des Chromosomenbestandes homo- gametische weibliche Zellen in heterogametische männliche Zellen verwandelt werden. Vielleicht kommt auch das Umgekehrte vor. Diejenigen Faktoren nun, welche ihrerseits die Veränderung des Chromosomenbestandes im Zellkern verursachen, lokalisiert der Verf. im Zellplasma. Es können innere Faktoren sein, die — z. B. bei Daphniden und Aphiden — im Verlauf mehrerer Generationen immer kräftiger hervortreten. Oder es können auch äußere Faktoren den ersten Anstoß geben: so entwickelt infolge parasitischer Kastration eine männliche Krabbe Eier, umgekehrt ein weibliches Mdandryum Antheren und Pollen- mutterzellen. Kälte begünstigt bei Tieren mit zeitweilig parthenogenetischer Fortpflanzung das frühzeitige Auftreten der geschlechtlichen Generation. Bei Fröschen wird nach Hert- wigs Untersuchungen von 1905 und 1910 das Geschlechtsverhältnis von Froschlarveu nach der männlichen Seite hin verschoben, wenn man sie in Kälte hält. In der Wärme war z. B. das Sexualverhältnis einer Kultur 344,^ auf 319 i, in der Kälte bei Verwendung von Eiern aus derselben Befruchtung 260 .j' : 85 $. Das Überwiegen der T,:? in der Kälte erklärt sich z. T. dadurch, daß Individuen, welche sich unter normalen Verhältnissen zu $$ entwickelt haben würden, unter dem Kälteeinfluß sich zu ^.J; umwandelten, wie die histologische Untersuchung der Geschlechtsdrüsen ergab. Es wird also infolge von Einwirkungen innerer oder äußerer Faktoren bei vielen Tieren das normale, durch die Chromosomenverhältnisse syngam determinierte Sexualver- hältnis 1 : 1 abgeändert, und zwar nicht nur unter normalen Verhältnissen in der Natur;, unter Umständen ist auch eine willkürliche Geschlechtsbestimmung möglich, und zwar sowohl durch Eingriffe vor wie nach der Befruchtung. Das oben beschriebene Kälte- experiment ist ein Beweis für die Möglichkeit einer metagamen Geschlechtsbestimmung^ 1) Der Spermatozoendimorphismus ist meistens nur auf Entwicklungsstadien der- selben, nur sehr selten auch bei den reifen Samenfäden erkennbar (bei Hühnern nach Guy er). Der ausgesprochene Spermatozoendimorphismus bei gewissen Prosobranchiem (vgl. Kuschakewitsch, Z.-Bl. allg. exp. BioL, Bd. 1, 1910, Ref. Nr. 1887) und Schmetter- lingen (Phalera, Fygaera), wo nach der Menge des vorhandenen Chromatius eupyrene, oli- gopyrene bzw. apyrene Spermatozoen unterschieden werden, hat sehr wahrscheinlich mit der Geschlechtsbestimmung nichts zu schaffen. — Verf. hat Fygaera eurtuhi $ mit P. ana- dioreta ^ gekreuzt und auch anderweitige Bastarde von Fi/gaera-Arten studiert. Sie waren sämtlich, J'J wie 22, intermediär. Da die apyrenen Spermatozoen chromatiufrei sind, sO' muß es demnach als bewiesen gelten, daß — die Richtigkeit unserer Anschauungen über die vererbende Kraft des Chromatins vorausgesetzt — sämtliche Eier von eupyrenen Sper- matozoen befruchtet worden sind. Sollte den apyrenen und oligopyrenen Spermatozoen dennoch eine geschlechtsbestimmende Bedeutung zukommen, so wäre sie in irgendwelchen Nebenwirkungen zu suchen. Kuschakewitsch hat bei marinen Prosobranchiem physiolo- gische Polyspermie mit oligopyrenen Spermatozoen nachgewiesen. Fortpflanzung. 9 die Versuche über den Einfluß des Reife zustandes der Geschlechtszellen auf das Ge- schlecht bei Fröschen {JRana esculenta) liefern den Beweis für die Möglichkeit progamer Geschlechtsbestimmung. ¥¥ mit stark überreifen Eiern, d. h. Eiern, die längere Zeit (bis 96 Stunden) im Uterus des Frosches zurückgehalten wurden, nachdem das J zu Beginn der normalen Eiablage aus der Umklammerung des (^ gelöst wurde, hatten überwiegend männliche oder rein männliche Nachkommenschaft. Aus den zahlreichen Versuchen "reifen wir einen 1910 angestellten heraus. Ein ? wurde dreimal nacheinander von dem- selben c? befruchtet und die drei Eiserien getrennt aufgezogen. In der aus der ersten Eiserie gezüchteten Kultur waren 185 Tiere weiblich, 1(34 männlich. Die zweite, 24 Stunden später erfolgte Befruchtung ergab 20 $ : 30 J ; aus der dritten Befruchtung dagegen, die nach 96 Stunden vorgenommen wurde, gingen nur Jj- (271) hervor. Vgl. auch Kuscha- kewitschs Resultate (Zentralbl. Bd. 1 Ref. Nr. 1887). Der Verf. weist nach, daß die häufig gehörten Einwürfe (größere Sterblichkeit der $? bzw. der $ erzeugenden Spermatozoen) kaum stichhaltig sind. Das Alter des Spermas kann, wie aus anderen Versuchen hervorgeht, nicht mit für die Erklärung der rein männlichen Kulturen herangezogen werden. Der entscheidende Faktor, welcher die ausschließliche Männlichkeit der Kulturen verursachte, war demnach die Überreife der Eier. Auch ovariale Frühreife der Eier scheint ähnlich wie die Überreife zu wirken. Immerhin kann man auch dem Sperma einen gewissen Einfluß nicht absprechen. Die Tatsache, daß gleichalte Eier desselben ¥, mit Sperma von verschiedenen Männchen befruchtet, Kulturen mit nicht demselben, sondern mit ver- schiedenen Sexualitätsverhältnissen lieferten, z.B. 104 bzw. 140 oder 140 bzw. 160 r^;^ auf je 100 $$, beweist, daß auch dem Sperma eine gewisse Bedeutung bei der Geschlechts- bestimmung zukommt. Besonders deutlich wird dieser Satz bei der Betrachtung der indifferenten Kulturen. Während in Kulturen mit normaler Sexualität sich .^c^ und iS schon auf frühen Larven- stadien (mit schwach ausgebildeten Hinterbeinen) ohne mikroskopische Untersuchung unterscheiden lassen, erscheint in den indiiferenten Kulturen, ebenso auch bei im Freien gefangenen inditferenten Tieren bis zum Alter von zwei Jahren die Geschlechtsdrüse als ein unansehnlicher, der Niere aufliegender Strang, der nach dem histologischen Aufbau ein auf frühem Entwicklungsstadium stehen gebliebenes Ovar darstellt. Daneben kommen Tiere mit typischen Hoden und Ovarien sowie alle Zwischenstufen zwischen indilferenten Geschlechtsdrüsen einerseits und typischen Hoden oder Ovarien andrerseits in wechseln- dem Prozentsatz vor. Der Prozentsatz der indifferenten relativ zu typischen geschlecht- lich dift'erenzierten Geschlechtsdrüsen variiert je nach dem Fundort erheblich. Viele in- differente Anlagen vermögen sich späterhin in Hoden umzuwandeln (vgl. auch Ku scha- kewitsch, loco cit ). Wie nun aus zahlreichen Kreuzungen verschiedener r^ " mit demselben $ oder verschiedener $$ mit demselben ^T hervorgeht, kann die Tendenz^ indifferente Gonaden zu bilden, sowohl vom Spermatozoon als auch von dem Ei bedingt sein. Gewisse $$ er- geben, mit manchen ,;,^ gekreuzt, normale Sexualität, mit anderen dagegen Indifferenz, und zwar in verschiedenen Graden. Ebenso liefert dasselbe r^ mit manchen $$ normale Sexua- lität, mit anderen $S Indifferenz. Die Kombination von solchen Eiern und Spermatozoen^ welche einzeln erwiesenermaßen Indifferenz induzieren, ergibt gewöhnlich wieder indiffe- rente Nachkommenschaft, in vielen Fällen aber auch rein weibliche Deszendenz. Die Verstärkung der weiblichen Tendenz scheint dabei hauptsächlich von den Spermatozoen auszugehen. Denn die Spermatozoen, welche mit gewissen i? Indifferenz hervorriefen, während dieselben 22 mit anderen ,^-^ geschlechtlich differenzierte Nachkommenschaft hatten, lieferten, mit Eiern vereinigt, deren ebenfalls indifferente Tendenz durch analoge Kreuzungen erwiesen war, weibliche Nachkommen. In derartigen ausschließlich weiblichen Kulturen haben die Ovarien eine eigentümliche Gestalt; sie sind zylindrisch walzenförmig und haben eine glatte Oberfläche. Die Eier sind viel kleiner und zahlreicher als gewöhnlich. Ob Heterochromosomen bei Amphibien vorkommen, ist nicht bekannt. So wären für die erhobenen Tatsachen zwei Erklärungen möglich; entweder durch Heterogametie des c? oder durch Heterogametie des i. Die letztere Auffassung läßt sich in einfacherer Weise durchführen als die erstere, analog wie in den obengenannten Fällen geschlechts- begrenzter Vererbung, in welchen die Chromosomenforschuug ebenfalls keine Anhalts- punkte für die gebräuchliche Deutung gab. Nimmt man an, die $ seien heterogametisch, die eine Hälfte der Eier besitze ein 5-Chromoeom, die andere nicht, während alle Sper- matozoen ein ^-Chromosom führen, so resultiert unter normalen Verhältnissen das Ge- schlechtsverhältnis 50 : 50; dieses konnte nun aber in Kulturen, wie oben ausgeführt, nach ieder Richtung hin abgeändert werden. — Die ,T erzeugende Wirkung der Überreife der Eier ließe sich unter der Annahme verstehen, die Überreife beeinflusse den Ablauf der Richtungskörperbildung der Eier derart, daß nicht, wie nach dem Gesetz der Wahrschein- lichkeit zu erwarten, nur bei der Hälfte der Eier, sondern bei sämtlichen das ^-Chromosom im Ei verbleibt. Auf diese Weise besäßen alle Eier ein .j-Chromosom, zu denen die 10 Fortpflanzung. Spermatozoen jedesmal ein zweites hinzubrächten ; alle befruchteten überreifen Eier würden J^? ergeben. Bei den indifferenten Kulturen könnte man annehmen, daß das Spermatozoon den Ablauf der Reifeteilungen im umgekehrten Sinne beeinflußt, wie in den überreifen Kulturen; es würden nicht die Männchen, sondern die Weibchen erzeugen- den Eier erhalten bleiben (das £;-Chromosom geriete stets in den Eichtungskörper); so ließe sich der weibliche Grundcharakter der indifferenten Ovarien verstehen. Die weibliche Po- tenz der Eier aber müßte eine verschiedengradige Abschwächung (vielleicht des i'-Chro- mosoms) erfahren; bei geringer Abschwächung entstünden die eigentümlichen walzen- förmigen Ovarien, bei stärkerer Abschwächung erfolgte die Umbildung der indifferenten Ovarien in Hoden. Die frühzeitig differenzierten (-Tr? könnten eventuell auf erhalten ge- bliebene männliche Eier zurückgeführt werden. — Eine ähnliche Abstufung der Sexualität mit einer Verwirklichung sämtlicher Übergänge findet sich bei pflanzlichen Obiekten; auch hier ließe sich z. T. eine analoge Erklärung durch Annahmen über den Chromo- somenbestand geben. In Correns' Kreuzungen einer diöcischen mit einer monöcischen Bryonia-kxt könnte man etwa die getrenntgeschlechtlichen (diöcischen) ?^ mit xx, die ge- trenntgeschlechtlichen Männchen mit x, die monöcischen weiblichen Blüten mit zwei ab- geschwächten ic, die monöcischen männlichen Blüten mit einem abgeschwächten x aus- rüsten; legt man dann (vgl. die hermaphroditische Mhahdonema-ijiQn&TQMon) der mon- öcischen Pflanze einen weiblichen Grundcharakter bei [zwei abgeschwächte x, deren eines rückgebildet werden kann, so daß männliche Pflanzenteile entstehen] und läßt, wie bei Aphiden und Nematoden, die männchenerzeugenden, kein a;-Chromosom führenden Sper- matozoen der monöcischen Pflanze zugrunde gehen, so bleibt man mit den von Correns erhobenen Tatsachen im Einklang. Dem abgeschwächten x wäre ein labiler Charakter zuzusprechen: ?? aus den beiden Kreuzungen dioeca oo alba, alba dioeea haben ge- legentlich männliche Blüten, die aber frühzeitig verdorren. — Die Kreuzungen von In- dividuen der gynodiöcischen Plantago lanceolata liefern ein vollkommenes Gegenstück zu Hertwigs Befruchtungen indifferent abgestimmter Eier mit indifferent abgestimmtem Samen. Wie bei Plantago alle Übergänge zwischen typischen Zwittern und rein weiblichen Pflanzen [Pflanzen, die nur Zwitterblüten tragen, solche mit Zwitterblüten und rein weiblichen Blüten in den verschiedensten Prozentsätzen, endlich solche, die nur rein weibliche Blüten tragen], so treten bei Fröschen alle Übergänge zwischen tyi^ischen Männchen bis zu ty- pischen Weibchen auf [indifferente, mehr oder weniger Ovarien- bzw. hodenähnliche Geschlechtsdrüsen]; beidemale übt sowohl das Sperma als die Eier einen geschlechts- bestimmenden Einfluß aus. Der Versuch aber, auch in Correns' Versuchen die so mannig- fach abgestuften geschlechtsbestimmenden Einflüsse sowohl des Eies als auch des Sper- matozoons einerseits auf die heterogametische Beschafi'enheit des einen Geschlechts („Ge- schlechtsbestimmung durch Reifeteilung"), andrerseits auf sekundäre Chromosomenum- wandlung des anderen Geschlechts („Geschlechtsbestimmung durch Chromosomenumwand- lung' J) zuückzuführen , stößt auf noch größere Schwierigkeiten als im Fall der Frösche. Die Ähnlichkeit der geschlechtsbestimmenden Wirkungsweise einerseits der Spermatozoen, andrerseits der Eier, deren Resultat die oben bezeichneten verschiedenartigen Abstufungen der Sexualität sind, „macht es unwahrscheinlich, daß die geschlechtsbestimmende Wirkung das eine Mal durch Heterogametie, das andere Mal durch Chromosomenumwandlung be- dingt werde." Der Einfluß auf die Geschlechtsbestimmung ist in den einzelnen Geschlechts- zellen verschiedenartig abgestuft; „je nachdem bei der Befruchtung männliche und weib- liche Faktoren zusammentrelfen , welche einander das Gleichgewicht halten, oder von denen der eine oder der andere überwiegt, werden intermediäre Formen in wechselnder Zahl, Männchen oder Weibchen entstehen." Die Arbeit schließt ab mit Bemerkungen über die Natur der geschleclits- bestimmenden Faktoren. Die unmittelbare Entscheidung trifft der Kern vermittels seines Chromosomenbestandes; das Plasma vermag dem Kern Veränderungen des Chromatinbestandes zu induzieren, ^vie oben ausgeführt. Was die Frage angeht, ob die zur Geschleclitsbestimmung erforderlichen Unterschiede in den Chromo- somen qualitativer oder quantitativer Natur seien, so entscheidet sich der Verf. für die letztere Alternative. Dieselbe erleichtert das Verständnis der mannigfachen Abstufungen der Sexualität und auch der sekundären Geschlechtscharaktere. Diese lassen sich, je nachdem sie bei Castration und Transplantation der reziproken Geschlechtsdrüse verschwinden oder bestehen bleiben, in sekundäre Geschlechts- charaktere im engeren Sinne und „konkordante" Geschlechtscharaktere einteilen. Die quantitative Erklärungsweise faßt das Geschlecht nicht auf wie einen einzelnen Fortpflanzung. \ \ Stein des Eigenschaftenmosaiks, sondern „als eine Grundstimmung des gesamten Organismus". Vererbt A\ird nur der mittlere Artcharakter; ob derselbe in mehr weiblicher oder mehr männlicher Richtung ausgebildet wird, d. h. ob konkordante ■weibliche oder männliche Geschlechtscharaktere auftreten, hängt ab von dem tro- phischen Zustand der Gewebe, wie er durch den allgemeinen Sexualcharakter bedingt ^\•ird; diesen determiniert unmittelbar der Chromatinbestand des Kerns auf quantita- tivem Weg. Wollte die qualitative Erklärungs weise etwa so extreme. Fälle w-ie den Geschlechtsdimorphismus von Bonellia, Cirripedien usw. durch besondere Determi- nanten für jeden einzelnen konkordanten Geschlechtscharakter verstehen, so müßte sie dieselben, wie in den Fällen geschlechtsbegrenzter Vererbung, samt und sonders in dem Geschlechtschromosom lokalisieren. Es ist aber kaum angängig, die über- wiegende Mehrzahl aller Determinanten in ein einziges Chromosom zu verlegen. Ko elller (z. Z. Neapel). 18) Shearer, C. (Cambridge University). The Problem of Sex-deter- mination in Dinophilus gyrociliatus. In: Quart. Journ. Micr. Science 57, 3, p. 329— 371, 1912. 5 plates. A suramary of a preliminary communication in the Journ. Marine Biol. Soc. 1 9 1 1 , has already been given (Zentralblatt allg. u. exp. Biol. 2, No. 1100). This fuller paper describes the observations in greater detail, with many figures. Additional matter is as follows. When the male eggs in a capsule are removed, the female eggs develop into unimpregnated females, and when the ova appear the double- nucleus characteristic of the oogonia of impregnated females is not found. Such females probably lay eggs which develop parthenogenetically, yielding both males and females (The author is not confident about the accuracy of this last Obser- vation.) The production of a second polar body by the eggs of the impregnated fe- males has been seen. The details of the chromosome behaviour during maturation of the eggs are described; the author admits that they are anomalous and in- explicable in relation to our knowledge of other forms. The maturation of an egg after fusion of male and female pronuclei, which is apparently established, is unique. In the maturation stages of the male egg, a "besondere Körper" like that in the germ-blastomeres of Sagitta is present. Doncaster (Cambridge^ 19) Bliss, Mary C. (Wellesley College Mass.), A contribution to the life-historv of Viola. In: Anuals of Botany 26, 1, S. 155—163, 1912. The chasmogamic flowers of several species of Viola were investigated. The story of embryo-sac development is the usual one. An axial row of four megaspores is formed, the innermost of which usually functions, tliough occasionally it is the second or third of the row which forms the embryo-sac. The polar nuclei of the 8-nucleate sac fuse and the endosperm nucleus divides several times before the sexual nuclei have fused. Double fertilization was observed in Viola cucullata. Gates (London). / 20) Riddle, 0,, The permeability of the ovarian egg-membranes of the fowL In: Science N. S. 34, 886, S. 887—889. 1911. Durch Verfütterung von Hexamethylentetramin (Urotropin), Natriumsalicylat oder Natriumbenzoat an eierlegende Hennen wurde eine beträchtlich verlängerte Haltbarkeit der Eier erzielt. Nach der Urotropinfütterung findet sich freies Form- aldehyd im gelben und weißen Dotter der Eier. J. Schaxel (Jena). 21) Barrett, J. T. (University of Illinois), Development and sexuality of some species of Olpidiopsis, (Cornu) Fischer. Several species of Olpidiopsis, Fungi belonging to the Chytridiales, are des- 12 Entwicklung. cribed, together witli their life-Mstory. The zoospores are biciliate and have two motile stages separated by a brief period of rest. After the zoospore enters the host it does not form a plasmodium nor undergo any marked change in form. There is apparently a true sexual process, which consists in the fusion of two sexually differentiated individuals, and the passage of the smaller into the larger cell. This is probably followed by a fusion of the nuclei. External conditions are found to play a great part in the determination of sex in these forms. Gates (London). Hierzu: Xr. 5, 35, 54, 55, 59, 63, 74, 76, 83 96, 97. Entwicklung. 22) Shackell, L. F., Phosphorus metabolisme during early cleavage of the Echinoderm egg. In: Science N. S. 34, 878, S. 573—576. 1911. Wenn J. Loebs Anschauung, daß während der Furchung eine progressive Synthese von Kernmaterial aus cyto- oder deutoplasmatischen Substanzen statt- findet, richtig ist, so sollte der Nachweis möglich sein, daß mit dem Fortschreiten der Zellteilungen eine Verminderung von alkohollöslicheni Phosphor bei gleich- zeitiger Zunahme phosphorhaltiger, durch Pepsin nicht verdaulicher Substanzen vor sich geht. Es wurde das Zwei- bis Vierzellenstadium mit der frühen Blastula von Arhacia pundulata daraufhin verglichen. Die unter verschiedenen Kautelen ge- wonnenen wasserlöslichen und alkohollöslichen Stoffe, die Filtrate und die Resi- duen der Pepsinverdauung wurden auf ihren Phosphorgehalt geprüft. Dabei ließ sich keine chemische Synthese von Kernmaterial aus alkohollöslichen Stoffen des Cytoplasmas nachweisen, wenngleich eine morphologisch wahrnehm- bare Zunahme von chromatinähnlichen Substanzen in den Kernen zu beobachten ist. J. Schaxel (Jena). 23) Tirala, L. G.j Vorläufige Mitteilung über Regeneration und Transplan- tation bei Criodrilus. In; Biol. Zentralblatt, 32, 1, S. 50—52, 1912. Verf. referiert die interessanten und umfangreichen Ergebnisse einer demnächst er- seheinenden Arbeit in so konzentrierter Form, daß eine verkürzte Wiedergabe der Re- sultate sich nicht geben läßt. Koehler (München). 24) Guthrie, C. C, Transplantation of ovarians. In: Science jST. S. 34, 887, S. 918. 1911. Guthrie verwahrt sich gegen die von Castle gegen seine Transplantationen er- hobenen Einwürfe [vgl. Zentralbl. f. allg. u. exp. Biol. 2, Ref. N. 1294]. J. Schaxel (Jena). Hierzu: Nr. 59, 63, 76, 82. A^) Experimentelle Morpliologie, Mißbildungen. Pathologie. Wessely, K. (Würzburg, Univers.- Augenklinik), Über experimentell erzeugte kompensatorische Hypertrophie der Ciliarfortsätze. In: Ber. üb. d. 37. Sitz. d. Ophthalmolog. Ges. Heidelberg, S. 98—107, 1911. Während die Methode, die für die Flüssigkeitsproduktion in Betracht kom- menden Teile der Uvea einzeln auszuschalten und so auf ihre Entbehrlichkeit oder Unentbehrlichkeit zu prüfen, bei vergleichend physiologischen Untersuchungen über den intraocularen Flüssigkeitswechsel in der Wirbeltierreihe dem Vortra- genden in Gemeinschaft mit Abelsdorf insbesondere am Vogelauge wichtige Re- Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. 13 sultate ergeben hatte (Beteiligung des Pecten und der Aderhaut an der Bildung der Glaskörperflüssigkeit), schien am Säugerauge die Experimentiermöglichkeit mit dem vielumstrittenen Deutschmannschen Versuch der Ausreißung von Iris und Ciliarfortsätzen erschöpft. Die folgenden Versuche sollen diese Lücke ausfüllen. Werden sterilisierte Lösungen von Galle oder gallensauren Salzen in den Glaskörper von Kaninchen injiziert, so kommt es neben einer Kataraktbildung und völligen bindegewebigen Umwandlung der Retina zu einer ausgedehnten Degeneration der Aderhaut, während Iris und Ciliarfortsätze nicht angegriffen werden. Die Folge ist eine starke, oft vollständige Phthise des hinteren, bei gut erhaltenem vorderen Bulbusabschnitt. Der Glaskörperraum kann ganz aufge- hoben sein, während die Vorderkammer oft den doppelten Inhalt an Kammer- wasser birgt. In direktem Verhältnis zu dem Schwund des hinteren Bulbusabschnittes findet sich dabei eine ausgesprochene Vergrößerung der Ciliarfortsätze, und zwar zeigen dieselben gerade in ihrem absondernden Teil eine so starke Längenzunahme und Schlängelung, daß es sowohl makroskopisch wie mikroskopisch zu sehr eigen- tümlichen knäuelartigen Bildungen kommt. Was die Deutung der Befunde anbetrifft, so ist nach den Ausführungen des Vortragenden die Hypertrophie der Ciliarfortsätze am wahrscheinlichsten als eine kompensatorische aufzufassen und in ihr sowohl wie in der Tatsache einer auf den hinteren Abschnitt beschränkten Phthisis bulbi der Hinweis zu erblicken, daß auch im Säugerauge die Aderhaut wesentlichen Anteil an der Produktion der Glaskörperflüssigkeit hat. C. Adam (Berlin). 26) Pagensteclier, H. E. (Straßburg, Univers.- Augenklinik), Über experi- mentelle Erzeugung von angeborenen Staren und vonMißbildungen des Auges bei Wirbeltieren. In: Ber. üb. d. 37. Sitz. d. Ophthalmolog. Ges. Heidelberg, S. 44—51, 1911. P. ist es gelungen, durch Naphthalinvergiftung gravider Kaninchen ange- "borene Stare bei den jungen, lebensfähigen Tieren zu erzeugen, und die Startiere von drei Würfen aufzuziehen. Es gelang die experimentelle Erzeugung des Zentral- und Schichtstares, des vorderen und des hinteren Polstares und spindelstar- artiger Linsentrübungen. Durch die Versuche ist erstens der toxische angeborene Star endgültig durch Aufzucht der Startiere sichergestellt. Zweitens ist bewiesen, daß der toxische angeborene Star unabhängig von der Abschnürung des Linsenbläschens entsteht, da zeitlich immer nach der Ab- schnürung mit der Naphthalinfütterung begonnen Avurde. In 100% der Würfe mit lebenden Jungen fanden sich nach Naphthalin- fütterung Stare. Ferner gelang es P., willkürlich durch Naphthalinfütterung zehn verschiedene Augenmißbildungen bei Kaninchen und Meerschweinchen zu erzeugen. Die Träger dieser Mißbildungen waren lebensfähig und konnten zum Teil über viele Monate am Leben erhalten werden. Durch toxische Schädigung in der Zeit der Abschnürung der Linse entstand bei zwei Tieren eine Linsenmißbildung, durch Hemmung des Schlusses der fötalen Augenspalte Iris- und Aderhautkolobom, Arteria hyaloidea persistens und Lenti- conus post. In drei Würfen konnte die Lidanlage beim Kaninchen gehemmt werden. Es entstanden Lidkolobome, Microblepharie, angeborene halboffene und ganz- offene Lidspalten. 14 Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. Durch Spätbeeinflussung der Gravidität beim Meerschweinchen entstand bei einem Wurf Microcornea, bei einem zweiten Wurf Microblepharie und totale Ver- wachsung der Hornhaut mit der Bindehaut. Die Versuche widerlegen die herrschende Anschauung, daß alle Augenmiß- bildungen auf einer Keimesanomalie beruhen und erblich sein sollen. Die Methode führte bei Kaninchen mit lebenden Jungen in 50 y,, der Würfe^ beim Meerschwein in 33% der Würfe zu Mißbildungen. C. Adam (Berlin). 27) Bonhote, J. L., A pair of Desert Mice {JSIeriones crassus), with abnormal colouring. In: Proc. Zool. Soc. 1911. Pt. IV, S. 986. The mice were kept in a moist atmosphere at 80° F (27° C) for nearly two months, and became conspicuously darker in colour. Control specimens kept in a temperature which rose in the day to 90° F (32° C) and feil at night to 60° F (15° C) showed no change. It is possible that desert animals owe their pale co- lour to dryness of the air rather than assimilation to the surroundings. Doncaster (Cambridge). 28) Rischbieth, H., Dwarfism. In: Treasury of Human Inheritance. I. Bd. 7., 8. Heft, p. 355—573, 1912. 8 plates of pedigrees, 25 plates. Dwarfism is classified into (l) Racial, (2) Environmental, (3) Congenital; these three categories are not entirely separable. (l) includes races of Pygmies, e. g. Akkas, (2) results of disease and injury, e. g. Rickets, Thyroid disease etc.; the greater part o the memoir deals with (3). The anatomical characters of dif- ferent kinds of dwarfism are compared, and the congenital varieties are grouped under (a) Achondroplasia, (b) Ateleiosis. Individuais showing achondroplasia have the trunk of fairly normal proportions, normal intelligence and sexual development, but have short thick limbs and abnormal skull and pelvis. A detailed account is given of the anatomical characters. The condition is essentially due to the very early fusion of the epiphyses with the long bones. It is commoner in females and the majority die at birth. Affected women are unable to undergo normal par- turition, but a number of successful births have been obtained by Caesarean section. The condition is clearly hereditary in many cases, though not infrequently spora- dic. The pedigrees show that when present in more than one generation the transmission is nearly always direct from parent to child; in the few cases where 'skipping' of a generation is represented, the description generally implies doubt whether the condition was true achondroplasia. Many examples, llo^^■ever, are given of several affected members of a family in which there were no knoAm cases in the previous ancestry. Ateleiosis consists in arrest of growth, which many begin before birth, in infancy, or in later childhood. In most respects affected individuals retain in- fantile or juvenile characters, according to the age at which the condition begins to show itself. In some features, however, they approach more nearly to adults at the same age. The genital organs usually remain infantile, and are rarely functional; for this reason direct transmission is rare. Several cases, however, are recorded of direct transmission from parent to child; in others the children of one or even of two dwarf parents are normal, and in other families the dwarf condition may appear among the children of normal parents in collateral bran- ches of the same family. The memoir is fully illustrated by pedigrees, and by Photographie plates of living dwarfs, of skeletons, and of pictures and statues. The extensive bibliography is by Miss A. Barrington. Doncaster (Cambridge). Vererb\;ng, Variation, Mutation. 15- 29) Leiienlt)erger, S. G. (Basel, Chir. Klinik), Beiträge zur Frage der Ge- schwulstmutation beim Menschen auf Grund der Histogenese eines sarkomatösen Harnblasendivertikelpapilloms. In: Deutsche Zeitschr. f. Chir., 114, 1—3, S. 1—24, 1912. Der genau untersuchte Fall betrifft einen 54jährigen Mann mit Blasendiver- tikel, in dem ein Tumor sitzt, der zum kleinsten Teil aus einem gutartigen Papillom, zum größten Teil aus einem Spindelzellensarkom besteht. Durch die Unter- suchungen dieses Krankheitsbildes ist zum ersten Mal im histologischen Präparate der Nachweis des Überganges eines Papilloms in Sarkom geführt worden. Für die Histogenese dieses Bildes sind zwei Möglichkeiten denkbar: daß es zustande gekommen sein kann durch die sarkomatöse Umwandlung des Stroma der Papillom- zotten, oder dadurch, daß von der Tiefe her Sarkomzellen in das Zottenstroma hereingewuchert sind. Welche von diesen Möglichkeiten die richtige ist, kann an den Zotten auf Grund des histologischen Bildes nicht sicher entschieden werden. Was aber daraus mit aller Sicherheit hervorgeht, ist der Umstand, daß in der zusammengesetzten Geschwulst ein Papillom das primäre war, dessen Stroma erst sekundär sarkomatös wurde. » P. Wagner (Leipzig). /^O) Körbl, H. (Wien, I. Chir. Klinik), Die Röntgenbehandlung der Hautkarzi- nome, speziell des Basalzellenkrebses. In: Arch. f. klin. Chir., 97,3, S. 752 — 816, 1912. Die Arbeit gründet sich auf 73 Fälle. Aus den Befunden ergeben sich folgende Schlüsse: Da die Basalzellenkarzinome in einer dem Plattenepithelkrebs identischen Form rezidivieren und Drüsenmetastasen setzen können, sich ferner Krebsformen finden, die zwischen Basalzellenkarzinomen und Plattenepithelkrebs stehen, so stellen die Basal- zellenkarzinome eine morphologisch nicht völlig abgeschlossene Entwicklungsform des Hautkrebses dar. Es kann im Verlauf ihres Bestehens zu einer weiteren Differen- zierung der Zellen kommen, und es können so aus ihnen entweder dem Plattenepithel- karzinom nahestehende Formen oder direkt Plattenepithelkrebse entstehen. Da bis jetzt die Umwandlung in ein Plattenepithelkarzinom ausschließlich bei mit Röntgenstrahlen behandelten Basalzellenkarzinomen gefunden wurde, so ist die Möglichkeit vorhanden, daß durch die Röntgenbestrahlung ein die weitere Differenzierung der Zellen verur- sachender Reiz ausgeübt wird. Durch diese Entwicklungsfähigkeit der Basalzellenkarzi- nome zu Plattenepithelkrebsen kann man den Basalzellenkarzinomen keine geringere Malignität zubilligen; sie sind daher vom chirurgischen Standpunkte wie Plattenepithel- karzinome zu behandeln; infolgedessen ist auch bei ihnen die Röntgentherapie kontra- indiziert. P. Wagner (Leipzig). Hierzu: Nr. 40, 50, 66, 79. Yererbung, Yariation, Mutation. ""^'dl) Goldschmidt, R., Einführung in die Vererbungswissenschaft. In 20 Vorlesungen für Studierende, Ärzte, Züchter. Leipzig (Engelmann) 1911, IX u. 502 S., 161 Abb. br. ^11.—, geb. Jl 12.25. /32) Pimnett, R. C, Mendelism. Third Edition. London (Mac Millan and Co.) 1911, Xni u. 176 S. 6 Taf. u. 35 Abb. 5 s. /33) Castle, William E., Heredity in relation to evolution and animal breeding. New-York and London (D. Appleton and Co.) 1911, XII u. 184 S. 53 Abb. 6 s. In der reichen Fülle der Vererbungsliteratur des Jahres 1911 tritt besonders die Neigung hervor, die im Laufe des ersten Jahrzehntes einer erneuerten Erb- lichkeitslehre geernteten Erkenntnisse planmäßig zusammenzufassen und in der Form von Lehrbüchern einem weiteren Kreise von Wissenschaftlern und Prak- tikern zugänglich zu machen. Beherrschten bis zum Jahre 1910 fast ausschließ- 3^(5 Vererbung, Variation, Mutation. lieh Johannsen und Batesons mustergültige Darstellungen der modernen Ver- erbungswissenschaft fast allein das Feld, so schließen sich an die Lehrbücher von Baur und Haecker nunmehr noch ein größeres deutsches und zwei kleinere eng- lische Zusammenfassungen an. Goldschmidts umfangreiches Vorlesungswerk erhält sein eigenartiges Ge- präge durch die ausgiebige Heranziehung auch älterer Erfahrungen auf dem Ge- biete der Erbtheorie. Stehen w^eiterhin die Bücher sowohl von Haecker wie von Baur in merklichem Maße unter dem Banne der eigenen Forschungsrichtung der Verfasser, so widmet Goldschmidt ganz gleichmäßig allen Einzelproblemen seine Aufmerksamkeit, und nur hier und da treten einmal die persönlichen Er- fahrungen und Überzeugungen des Autors etwas mehr in den Vordergrund. Nachdem in der Einleitung die Grundlagen der Erbcytologie eine ganz kurze Darstellung gefunden haben — im Rahmen der Bastardlehre werden die übrigen cellulären Tatsachen und Folgerungen späterhin abgehandelt — erläutert Gold- schmidt zunächst in zwei umfänglichen Hauptteilen die Variabilität und die Mutation. Hier kommen auch eigene Studien des Verfassers zur Geltung, die sich vorzugsweise auf Lepidopteren beziehen. Besondere Sorgfalt erfahren die Untersuchungen von Johannsen, sowde die Oenothera- und Lc2)tinofarsa-Y ersuche, die für den augenblicklichen Stand der Lehre von der Mutation maßgeblich sind. Das folgende Kapitel gehört dem Problem der Vererbung erworbener Eigen- schaften. Goldschmidt steht nicht auf dem radikalen Standpunkte, wie ihn in letzter Zeit besonders Baur vertreten hat, daß es schlechthin keine erbliche Übertragung der erworbenen Eigenschaften in dem gewöhnlichen, nicht ganz klar definierten Sinne gäbe: Modifikationen sind nicht erblich, lautet der Kern- punkt dieser scharfen Zergliederung aller in Betracht kommenden Geschehnisse. Für Goldschmidt bestehen Brücken zwischen Lebenslagevariationen einerseits und Mutationen andererseits; extreme Reize, zur richtigen Zeit einwirkend, kön- nen auf die Erblichkeit von erheblichem Einflüsse sein. Die Bastardbildung als Erbforschungsmittel bildet den Inhalt des nächst- folgenden Hauptteiles. Hier werden die Mendelphänomene in aller Ausführlich- keit behandelt, und im Anschlüsse die Biologie der Mischlinge, die vegetative Bastardbildung und die cellulären Grundlagen der Bastardlehre dargestellt. Die Gesamtheit der Lehrbeispiele und der Darlegungen schließt sich im allgemeinen an die heute schon infolge ihrer inneren logischen Zusammenhänge traditionell gewordene Behandlungsart an. Wenn an einer Stelle hier für eine künftige Auf- lage etwas zu bessern wäre, so möchte man der Darstellung der menschlichen Erblichkeit einen etwas breiteren Raum wünschen, auf den sie von Jahr zu Jahr auch wachsenden Anspruch sich verdienen wird. Der Schlußabschnitt des Buches ist dem Problem der Geschlechtsbestimmung vorbehalten. Die physiologische und die morphologische Seite der Erscheinungen werden nach Tatsachenmaterial und Deutung sehr übersichtlich und klar abge- handelt. Auch hier treten besonders beim Gynandromorphismus und seiner Ver- erbungsweise eigene Erfahrungen des Verfassers zutage. Goldschmidts Buch wird sich vor allem den Lesern empfehlen, die sach- liche und gleichmäßige Belehrung über das Gesamtgebiet der Erblichkeitslehre wünschen; dem noch ganz Unerfahrenen wird es eine sehr brauchbare Einfüh- rung, aber auch dem Forscher ein handliches Hilfsmittel zum Nachschlagen und Einordnen neuer Erfahrungen sein. Die beiden englischen Vererbungsbücher zielen nicht dahin, in umfangreicher Darstellung den Gesamtinhalt der Erbwissenschaft, wenn auch nur in seinen Orundlagen, abzuhandeln. Punnetts „Mendelism" zeigt schon in der Wahl des Vererbung, Variation, Mutation. XT-' Titels die Beschränkung auf die spezielle moderne Erbphysiologie. Trotzdem ist aus dem kleineren Taschenbuch der ersten Auflage ein weit eingehenderes rich- tiges Lehrbuch der mendelistischen Erberscheinungen geworden mit bunten Tafeln und einer großen Anzahl von Textabbildungen. In der Einleitung formuliert Punnett das Problem der Unterschiedlichkeit der Erbzellen und stellt dann historisch die Arbeit von Gregor Mendel dar. Die Erläuterung der „Anwesenheits- und Abwesenheitshypothese" schließt sich in der Reihe der Kapitel an. Das Verhalten der Faktoren zueinander — ihr Zu- sammentreten und die Produktion der neuen Form, von Rückschlägen, die Art ihrer Vereinigung in derselben Zygote und die Erscheinungen der „Dominanz" bilden den Inhalt der nächsten Abschnitte. Das Eingreifen der Domestikation, die Kopplung der Faktoren in den Gameten bringen den allgemeinen Teil der Mendellehre zum Abschluß. Ein breiter Raum ist den Erscheinungen der Geschlechtsbestimmung ge- widmet. Die Erkenntnisse des Erblichkeitsforschung für Evolutions- und Varia- tionslehre, für die züchterische Praxis werden behandelt und die Erblichkeits- «rscheinungen beim Menschen nehmen das Schlußkapitel ein. Punnett stellt sich, wie Bateson, und wie in Deutschland am ausgespro- chensten Baur, auf den klassisch-mendelistischen Standpunkt; seine zahlreichen •eigenen Arbeiten, die überall für Lieferung der Beispiele mit herangezogen werden, weisen streng auf die Stellungnahme hin. In etwa dem gleichen Umfange stellt Castle die Erblichkeitslehre dar. Auch ■er gründet die neue Wissenschaft „Genetik" auf die Dualität der „einfachen" zeugenden Keimplasmen (Kap. I) und deren relative Unabhängigkeit vom Körper {Kap. II). Mendels Regel ist der Ausdruck für die Selbständigkeit der Einzel- faktoren im Gameten und der Zygote. Aus ihr lassen sich die zahlenmäßigen Ergebnisse bei Dominanz, und die atavistischen Rekonstruktionen, die Störungen bei Lebensunfähigkeit einer Gametenkombination erklären (Kap. III, IV). Bei der Neuerzeugung von Rassen, in der Evolution spielen Verlust oder Modifikation mendelnder Erbeinheiten die Hauptrolle (Kap. V). Aber auch der Selection bleibt bei Castle ein weiter Spielraum: nicht, wie auch bei den radikalen Mendelisten nur zur Auslese der Einheitkombinationen, sondern auch nach der Potenz der Charaktere bleibt der Selection ein Spielraum (Kap. VI u. VII). Castle schließt sich nicht ganz unbedingt an Johann sens und Jennings radikale Auffassungen an, sondern neigt mehr zu einer älteren darwiuistischen Deutung der Selections- vorgänge und ihrer Materialien. Den nicht unmittelbar spaltenden Erberschei- nungen, dem Prinzip der multiplen Gene (Kap. VIII), der Inzucht (Kap. IX) und der Vererbung des Geschlechts sind die abschließenden Abschnitte gewidmet. Punnetts und Castles Bücher bilden eine besonders für den deutschen Leser erwünschte Ergänzung unserer großen und umfangreichen Erblehrwerke. Zur schnellen Übersicht über die einschlägigen Hypothesen und Versuche, als kurze Einführungen in das Gebiet der Erblichkeitslehre verdienen sie einen großen Leserkreis. An Lehrbüchern besteht, wie diese Literaturberichte zeigen, kein Mangel, die Flut der Arbeiten auf dem Gebiete der Erbphysiologie und Erbcytologie schwillt fast unter unseren Augen zu immer größeren Mengen heran: sollte es nicht an der Zeit sein, in Form eines umfangreichen Handbuches diese Summe der Erfahrungen zusammenzufassen und die Materialien wie in der chemischen Li- teratur sachgemäß zu ordnen, damit der Überblick über die uferlose Produktion erleichtert werde, und anderseits die Lücken besser hervortreten, die dieser jüngste Zweig der Biologie noch auszufüllen hat? Po 11 (Berlin). Zentralblatt f. Zoologie, allgem. u. experim. Biologie. Bd. 1. 2 18 Vererbung, Variation, Mutation. 34) ShilU, Gr. H., 'Genotypes', 'Biotypes', 'Pure Lines' and 'Clones'. In: Science N. S. 35, 888, S. 27—29. 1912. Es werden folgende Definitionen vorgeschlagen, um die Termini vor weiterem Mißbrauch zu bewahren; Genotypus = Kombination der Gene eines Individuums (fundamental hereditary Constitution), Biotypus = Gruppe von Individuen des gleichen Genotypus, Reine Linie = Gruppe von Individuen, die lediglich auf dem Wege der Selbst- befruchtung von einem einzigen homozygotischen Ahnen abstammen, Clone = Gruppe von Individuen des gleichen Genotypus, die durch un- geschlechtliche Fortpflanzung von einem einzigen homozygotischen Ahnen abstammen oder sich überhaupt immer ungeschlechtlich ver- mehren. J. Schaxel (Jena). 35) T. Gruber, Max, und Rüdin, Ernst, Fortpflanzung, Vererbung, Rassen- hygiene, illustrierter Führer durch die Gruppe Rassenhygiene der Internationalen Hygieneausstelluug 1911 in Dresden. Zweite, ergänzte und verbesserte Auf läge. München (J. F. Lehmann) 1911. 8". 191 S. 2.30 Abb. Preis .fC 3, geb. M 4. Die Ausstellung der Gruppe ,, Rassenhygiene" zu Dresden im Jahre 1911 war der erste Versuch, die Tatsachen der Fortpflanzung, Vererbung und Rassenhygiene in all- gemein verständlicher Zusammenfassung auf einer Hygieneausstellung vorzuführen. Da es dem auf dem Gebiete der Rassenhygiene Fremderen unmöglich war, den Inhalt der aus- gestellten Tabellen und Tafeln ohne ausführliche Erläuterung zu verstehen, haben die Ver- fasser den vorliegenden reich illustrierten Katalog herausgegeben, von dem sie mit Recht hoffen, daß er auch nach der Ausstellung noch vielen zur ersten Orientierung über den heutigen Stand unseres Wissens auf diesem Gebiete willkommen sein wird. Der Inhalt gliedert sich in folgende 9 Kapitel: 1. Fortpflanzung, 2. Variabilität, 3. Selection, JVIutation, 4. Vererbung erworbener Eigenschaften, 5. Gesetzmäßigkeiten der Vererbung, Mendeln, 6. Vererbung beim Menschen, 7. Degeneration, 8. Rassenhygiene, 9. Neomalthusianismus. Den Schluß bildet eine von R. All er s zusammengestellte Bibliographie. W. May (Karlsruhe). 36) Truche, Ch. und E. Alilaire, Immunite hereditaire de la chevre vis-ä-vis de la ricine. In: Ann. de l'Inst. Pasteur, 25. Jg., Nr. 2, S. 190 — 192, 1911. Nach Truche und Alilaire ist die Ziege außerordentlich empfindlich gegen Rizin. Dagegen widerstehen von immunisierten Müttern geborene Zicklein der Vergiftung mit mehrfach tödlichen Dosen. Diese Giftfestigkeit schwindet jedoch im Laufe des Lebens. Zicklein von immunisierten Böcken sind nicht giftfest. Pfeiler (Bromberg). / 37) Uavy, J. B.. Observations on the inheritance of the characters in Zea Mayn Linn. 'in: Science N. S. 34, 878, S. 578. 1911. 38) Morgan, T. H., Moulting and change of color of coat in mice. In: Science N. S. 34, 887, S. 918—919. 1911. Morgan hält gegen Little [vgl. Ref. Nr. 39] an seiner Behauptung fest,. daß seine Mäuse mit schwarz gemustertem Fell Heterozygoten sind. Schon die rein schwarzen Mäuse enthalten die schwarze und die Schokoladefarbe in ihren Haaren. Kommt nun durch „physiologische Bedingungen"' beim Haarwechsel nur das eine oder das andere Pigment zur Ausbildung, so entsteht das gemusterte Aussehen. J. Schaxel (Jena). 39) Little, C. C, The influence of heredity and of environment in determining the coat colors. In: Science N. S. 34, 878, S. 563. 1911.. Ücologie. Tiergeographie, Reisewerke. Fauna des Meeres. 19 T. H. Morgan hält schwarze Mäuse mit eigentümlich gemustertem Fell für Heterozygoten (schwarz und schokoladefarben). Little führt diese Erscheinung aber auf Umgebungseinflüsse während des Haarwechsels zurück. Sie gibt also keinen Einblick in die garaetische Konstitution der Tiere. J. Schaxel (Jena). y^4tO) Joest, E., Einiges über die Bedeutung des Pathologischen bei der Ver- erbung und Auslese. In: Berl. Tierärztl. Wochenschr., 27. Jg., Nr. 26, S. 461 — 463 1911. 41) Eber, A., Die Umwandlung vom Menschen stammender Tuberkelbazil- len des Typus humanua in solche des Typus bovinus. In: Berl. Tierärztl. Wochenschr., 27. Jg., Nr. 19, S. 345, 1911. Hierzu: Nr. 26, 58, 83, 108. Öcologie. 42) Crosslaud, C, Warning Colouration in a Nudibranch Mollusc and in a Chameleon. In: Proc. Zool. Soc. Nr. 4. S. 1062—1067. 1911. Gives evidence that fish will not touch the brilliantly coloured species of Cliromo- doris, even when dropped from a house-boat among the kitchen-retuse, on which they were accustomed to feed. In habit Chromodoris differs from other Nudibranchs in ma- king no attempt to conceal itself. In the second part of the note, the sudden change of colour of a Chamaeleon is shown to be eflFective in preventing the attack of a dog. Doncaster (Cambridge). Tiergeographie, Eeisewerlte. 43) Schelkownikow, A. B., Bericht über eine Reise nach Suwant im Juli 1906. In: Mitteil. Kaukas. Mus. Tiflis, Bd. V, Lief. 2— 3, S. 171—216, 1911 (russ. m. deutsch. Res.). Die zu botanisch-zoologischen Zwecken unternommene, einen Monat dauernde Reise erstreckte sich auf die sieben Mahale des Kreises Lenkoran. Das reiche, von Spezialisten bearbeitete Material ergab außer vielen neuen Fundorten für bekannte Formen noch neun neue Arten und eine neue Gattung (Ampldpsißla). Es sind dieses: Microtus schel- koivnikowi Sat. (Mammalia); Perdix perdix fiirvescens Buturl. (Aves); Contia schelkowni- koici Nik. (Reptilia); AmphipsyUa schelkownikowi Wag. (Aphaniptera) ; Gigantolimax hukoranus Srth. und Gigantol. talyschanus Srth. (Mollusca); Helodrilus (Eisenia) schel- koivnikowi Michaels. (Vermes); Sedmn gemmiferum Woronow (Grasulaceae) und Iris med- wedeu-i Famin. (Irideae). C. Greve (Riga). Hierzu: Nr. 64, 65, 76, 78, 81, 90—94, 98, 101, 102. Fauna des Meeres. ^4) Apstein, C, Das Plankton der Küste von Südwestafrika. In: Denkschr. d. med.-naturw. Ges. zu Jena, 17. (L. Schulze, Forschungsreise in Südafrika, 5, 1) S. 33—46, 14 Textfig. 1912. Mitteilungen über das bisher fast unbekannte Plancton der Küste Südwestafrikas nach sieben quantitativen und zwei qualitativen Fängen. J. Schaxel (Jena). /45) Eyaus, P. N., Air in the depths of the ocean. In: Science N. S. 34, 878, S. 562—563. 1911. Gelöster Sauerstoff gelangt nicht auf die von C. Hering [vgl. Zentralbl. f. allg. u. exp. Biol. 2, Ref. 1162] angegebene Weise in große Wassertiefen, sondern lediglich durch Diffusion von den gesättigten Oberflächenschichten. J. Schaxel (Jena). /46) Herdmail, W. A., A comparison of the summerplankton on the west coast of Scotland with that of the Irish Sea. In: Journ. Linn. Soc. Zooh Vol. XXXH. Nr. 211 20. Juli 1911. 12 S. 8 Textfig. 2* 20 Fauna des Meeres. Verf. hat die während vier Sommer (1907—1910) im Monat Juli gefischten Proben miteinander verglichen. Verwendet wurde das Nansensche Schließnetz mit Müllergaze Nr. 20 in sinnreicher Kombination mit der Lukasschen Lot- maschine und Tiefenfänge bis 100 Faden gemacht. Verf. kommt zum Ergebnis, daß außer dem jahreszeitlichen Wechsel auch scharf ausgeprägte örtliche Unter- schiede im Plancton zutage treten, so daß sich die einzelnen Lokalitäten durch Leitformen deutlich charakterisieren lassen. Gar nicht weit voneinander entfernte Standorte wichen sehr erheblich in bezug auf die Zusammensetzung des Planc- tons voneinander ab. Es besteht eine große Konstanz in der Zusammensetzung des Planctons an denselben Lokalitäten in den aufeinanderfolgenden Jahren. G. Stiasny (Triest). 47) Mielck, W.j Quantitative Untersuchungen an dem Plankton der Deut- schen Nordsee. Terminfahrten im Februar und Mai 1906. In: Wiss. Meeres- unters. Abt. Kiel. Neup V. Bd. 13. 1911. 42 S. Umfaßt eine Reihe von Tabellen, in welchen die Ergebnisse der „quantitativen Be- arbeitung der auf den deutschen Nordseeterminfahrten für die internationale Meeresfor- schung im Februar und Mai 1906 ausgeführten Planctonfänge" niedergelegt sind. Da die Arbeit erst verspätet zum Abdruck gelangt und die zugrunde liegenden Zählungen zur Zeit des Erscheinens des großen Werkes von Lohmanu (zur Feststellung des vollstän- digen Gehaltes des Meeres an Plancton) bereits abgeschlossen waren, haben die Tabellen infolge der mangelhaften Fangmethoden nur historisches Interesse. Verfasser übt an der gewöhnlichen Art der Volumbestimmung durch Absetzenlassen scharfe Kritik; viel bessere Werte ergibt das Verdrängungsvolumen (dichtes Volumen, Schutt). Der von Lohmann erbrachte Nachweis, daß zur Feststellung des vollständigen Ge- haltes an Plancton Netzfänge nicht ausreichen, sondern eine Kombination verschiedener Fangmethoden hierzu nötig ist, hat zur Folge, daß ein großer Teil der bisher von der internationalen Meeresforschuug geleisteten Arbeit aufs neue wiederholt werden muß, da die bisherigen Ergebnisse mit zu großen Fehlern behaftet sind. G. Stiasny (^Triest). 48) Paulsen, 0., Marine Plankton from the East Greenland Sea (W. of 6" W. Long and N. of TS^BO' N. Lat.) collected during the "Danmark Expe- dition" 1906—1908. III. Peridiniales. In : Medd. Gr0nland. XLUI. 11. 1911. 16 S. 17 Textf. Systematisches Verzeichnis der 26 gefundenen Peridineenspecies. {Peridmium vari- cans n. sp.) Neu ist ein Vorschlag zur Verbesserung der Bezeichnung der Panzerplatten der Peridineen. Ein interessanter Parasit, an den Boi'sten von Chaetoceras wiederholt auf- gefunden und auf Äpodinium zurückgeführt, wird — leider nicht genau und unsicher — erwähnt. G. Stiasny (Triest) 49) Petersen, C. P. Joh. and Boyseii Jensen P., Valuation of the Sea. I. Animal life of the sea-Bottom, its food and quantity. (Quantitative studies.) In: Rep. Danish Biol. Stat. to the Board of Agricult. XX. 1911. 82 S. 6 Tafeln, 6 Tabellen und 3 Karten. Diese höchst bedeutsame Arbeit, die Frucht jahrelanger Studien, betont zum ersten Male die bedeutende Rolle des Detritus, besonders des pflanzlichen, im Haushalte des Meeres. Die Untersuchungen über den Stoffwechsel des Meeres hatten bisher bloß das Plancton berücksichtigt. Analog wie Hensen und seine Mitarbeiter die Quantität der „Urnahrung" im Meere festzustellen versucht hatten, liegt hier der erste Versuch vor, die Quantität der benthonischen Organismen im Meere zu bestimmen. Die vorliegende Arbeit ist also eine logische Fortsetzung und Ausgestaltung der Untersuchungen Hensens durch Ausdehnung derselben auf die Organismen des Benthos. Die grundlegende Arbeit wird wohl zweifellos eine ganze Reihe ähnlicher Untersuchungen in anderen Meeresgebieten zur Folge haben und möglicherweise zu einer vollständigen Änderung der bisherigen Auf- Fauna des Meeres, g 21 fassung über die Ernährung der benthonischen Tiere, aber auch des Nectons und im besonderen der wichtigsten Nutzfische führen. Petersen hatte schon auf Grund langjähriger Beobachtungen über die Lebensweise der Auster und anderer verschiedener Benthostiere des Limfjordes (Dänemark) erkannt, daß das Plancton für die Ernährung dieser Tiere nicht jene Bedeutung habe, wie allgemein angenommen wird, sondern daß dieses dabei eine relativ sehr geringe Rolle spielt. Er begann nun gemeinsam mit Boysen Jensen den Darminhalt dieser Tiere, besonders jene eigentümliche staubähnliche („dust- iine") Masse zu untersuchen, die den Hauptinhalt des Darmes bildet, und zwar besonders bei jenen Formen, die weder räuberisch noch Pflanzenfresser sind, und kam dabei zu folgendem Ergebnis. Der Darminhalt dieser Tiere ist identisch mit der obersten bräunlichen Schicht, die den Boden der dänischen Gewässer bedeckt, wo genügende Wassertiefe und Ruhe die Sedimentierung dieser Masse ermöglichen. Es ergab sich daher sofort die Notwendigkeit einer genaueren Untersuchung des Meeresbodens. Zu diesem Zwecke konstruierte Petersen einen neuen Bodensammler, mit dessen Hilfe ein Stück des Meeresgrundes von ca. Yio m^ in situ emporgeholt werden konnte, ohne daß die übereinanderlagernden Schichten miteinander vermischt werden, wodurch makro- und mikroskopische Prüfung des Sediments ermöglicht wurde. Auch konnte er so die auf dem Meeres- boden lebenden Tiere isolieren, sie wägen und zählen. Ferner wurden dickwan- dige Glasröhren von ca. Yg di Länge und 1 cm Lichte, deren obere Enden an ein Bleistück befestigt waren, vertikal in den Meeresboden versenkt; die empor- gezogenen Röhren enthalten eine zylindrische Masse des Bodensediments in natür- licher Lagerung. Es zeigte sich nun folgendes. Zu oberst liegt eine sehr charak- teristische dünne Schicht von 1- — 2 mm Dicke und von bräunlicher Färbung. Abge- sehen von den anorganischen Bestandteilen setzt sich dieselbe aus Bacterien, Chitin- nadeln, wenigen Diatomaceenschalen, Excrementen von Lamellibranchiern usw., hauptsächlich aber aus ganz kleinen Bruchstücken pflanzlichen Gewebes zusam- men, (außerdem noch einige Invertebraten). Unter dieser oberflächlichen braunen Schicht liegt eine mächtige Ablagerung von dunkelblauem Schlamm. Bisher war die bräunliche dünne Schicht der Beobachtung entgangen, weil man die Boden- proben nicht mit der nötigen Vorsicht emporgeholt hatte, so daß sich die Schichten miteinander vermischten. Es besteht nun kein Unterschied zwischen dem Darm- inhalt der Mollusken z. B. und dieser braunen Schicht, diesem staub ähnlichen (dust-like) Detritus, der u. a. auch verschiedene widerstandsfähige Reste von Organismen enthält, der Hauptsache nach aber aus Moderteilchen der toten Pflanzen des Benthos (meist von Zostcra und verschiedenen Algen) besteht. Durch Zentrifugieren von Wasserproben aus dem Limfjord wird bewiesen, daß darin ganz beträchtliche Quantitäten desselben pulverigen Detritus suspendiert sind, wie er sich in den oberflächlichen Bodenschichten findet. Das Plancton ist im Vergleich dazu eine „quantite negligeable". In den abgeschlossenen Fjorden mit reicher Bodenvegetation wurde eine größere Quantität gelöster organischer Stoffe und dieses pulverigen Detritus im Seewasser gefunden als weiter draußen. Die enge Beziehung zwischen der Menge der gelösten Stoffe und dem Detritus mit der Bodenvegetation zeigte sich auch bei Ausdehnung der Untersuchung auf Teile der Nord- und Ostsee. — Diese organischen Substanzen bleiben jedoch nicht auf ihre Produktionsfläche beschränkt, sondern werden über weite Gebiete hin ver- breitet. Da die Verteilung der Meeresvegetation im Gegensatz zu den Landpflanzen auf sehr kleine Gebiete beschränkt ist, so wäre, wenn die Strömungen und Wellen- bewegung nicht für eine Verteilung der organischen Substanz im MeerAvasser sorgen würden, der größere Teil des Meeresbodens nicht nur bar jedes Pflanzen- 22 Fauna des Meeres. ■\vuchses, sondern auch jeglichen Tierlebens. Das weitaus geringere Tierleben auf offener See führen die Autoren auf den Mangel an Benthospflanzen zurück. [Dies ist wohl etwas zu weit gegangen. Ref.] Schon an anderen Orten, in Europa und Amerika, wurden ähnliche Unter- suchungen über den Darminhalt der Auster gemacht und ähnliche Substanzen darin gefunden. Man zögerte jedoch immer, diesem „toten" Material eine größere Be- deutung als Futter beizumessen, z. T., weil man kaum irgendeinen Unterschied an dem Detritus wahrnehmen konnte, bevor und nachdem er den Darm der Tiere passiert hat. Man glaubte, daß die dem Detritus beigemengten Organismen die eigentliche Nahrung seien. Aber schon die amerikanischen Untersuchungen hatten gelehrt, daß das Quantum der im Darm vorgefundenen lebenden Planctonorga- nismen so gering ist, daß sie unmöglich die alleinige Nahrung der Auster bilden können. Auch Hensen und Brandt hatten dies schon zum Teil wenigstens er- kannt. In den letzten Jahren hat nun Lohmann für dasPlancton und R aus che n- plat für das Benthos auf die nicht zu unterschätzende Rolle des Detritus als Nahrung hingewiesen, ohne jedoch die wirkliche Bedeutung desselben erkannt zu haben. Dies ist das Verdienst Petersens und seines Mitarbeiters Boysen Jensens. Um die Nahrungsverhältnisse der Bodentiere zu studieren, wählten die Autoren eine kleine begrenzte Lebensgemeinschaft von Benthostieren in einem der am meisten abgeschlossenen Teile des Limfjordes (Thisted-Bredning). Hier zeigte es sich, daß bei weitem die größere Menge der Bodentiere Detritusfresser sind und denselben teils aus dem Wasser, teils von der mehrfach erwähnten braunen Schicht am Boden entnehmen, dessen Ursprung benthonisch und meist plancto- nisch ist. Hierher gehören z.B. Mya arenaria, Ahra alba, Solen pellucidus^ Cor- hiila ßihha u. a. m. Der Rest der Benthostiere wird von Fleischfressern gebildet, die die Detritusfresser als Nahrungsquelle benutzen, z. B. Asterias ntbens, Nassa rcticulata u. a. m. Auf zahlreichen Tafeln wird Zahl, Rohgewicht und Trockengewicht der an verschiedenen Fundstellen gesammelten Benthostiere dargestellt. Die quantita- tive Untersuchung des marinen Benthos hat abgesehen vom rein wissenschaft- lichen Standpunkte auch großes praktisches Interesse, "da ja viele der wichtigsten Speisefische von Benthostieren, besonders Mollusken leben. Mit Hilfe des oben geschilderten Bodensammlers kann eine solche unschwer geschehen, indem an zahlreichen, über das ganze Untersuchungsgebiet ziemlich gleichmäßig verteilten Stellen Proben emporgeholt und daraus die Tiere gesammelt werden. Jede ein- zelne Spezies wird gezählt und gewogen, und man erhält auf diese Weise (bei Weglassung des Kalkes der Schalen) eine ziemlich genaue Bestimmung der orga- nischen Trockensubstanz pro Flächeneinheit. Die Menge der Trockensubstanz be- trägt im Limfjord (Thisted-Bredning) ca. 150 — 200 g und wird meist von kleinen Lamellibranchiern geliefert, welche speziell eine vortreffliche Nahrung für die dort aus diesem Grunde massenhaft vorkommende Scholle bilden. In diesem stark übervölkerten Gebiete ist aber die Durchschnittsgröße der Individuen trotz der günstigen Ernährungs Verhältnisse gering, während in anderen Teilen des Limfjords ein Überschuß an Fischnahrung besteht, da dort relativ wenig Schollen leben. Man hat daher in letzter Zeit mit bestem Erfolge Transplantationsversuche mit den Schollen von einer Lokalität nach der anderen gemacht. Im Kattegatt und in der Ostsee ist die Menge der Trockensubstanz weit ge- ringer (ca. 30 — 5t) g bzw. 5 und 8 g). Bei einem Vergleiche der Qualität und Quantität des Benthos an verschiedenen Stellen der genannten Gewässer zeigt es sich, daß dasselbe stark wechselt, indem dort, wo viele organische Substanz Parasiten. 23 vorhanden ist, die Fauna eine reiche ist, dort, wo wenig organische Substanz vor- handen, sich nur wenig Benthostiere vorfinden. Im Limfjord wurde auch versucht, dies genauer zu untersuchen: z.T. durch Prüfung mehrerer Fundstellen mehrmals im Jahre, um Einblick in das Wachstum zu erlangen, um den Verbrauch an Futter durch Fische, Mollusken und Echino- dermen kennen zu lernen, um das Alter und die Zunahme der Körpergröße fest- zustellen. In bezug auf die Fische hat hier die Fischereistatistik sich als sehr günstig erwiesen und viele interessante Ergebnisse geliefert. Im ganzen und großen kann man sagen, daß die Bodenfauna jährlich ihre eigene Masse neu produziert. Die Verf. kommen zum Schlüsse, daß, obwohl die Untersuchungen nur an einem kleinen Gebiete gemacht wurden, sie doch zu allgemeinen Ergebnissen ge- führt haben dürften, und daß es notwendig ist, ähnliche Studien auch an anderen Orten zu wiederholen. Die Benthosorganismen müssen ebenso wie die Planctonten quantitativ untersucht werden, wenn wir ein richtiges Bild vom Stoffwechsel im Meere erhalten wollen. Besonders von Nachuntersuchungen in kleinen abgeschlos- senen Meeresgebieten verspricht sich Verf. viel; aber auch im offenen Wasser wird sich die quantitative Untersuchung der Benthostiere als notwendig erweisen. Es wird da nur erforderlich sein, die Methoden sinngemäß auszugestalten, die Apparate in geeigneter Form zu modifizieren. Der Anfang ist gemacht. — Zum Schlüsse machen die Verf. noch auf folgendes aufmei-ksam: Einzelne dicht be- wachsene Teile von dänischen Fjorden enthalten eine so reiche Vegetation, daß sich am Boden fast keine Fauna vorfindet. Vielleicht wird es möglich sein, für die Benthosorganismen, die für viele Fische als Nahrung dienen, bessere Bedingungen zu schaffen durch Entfernung der benthonischen Vegetation mittels Segel- oder Dampfmähmaschinen. Wenn es sich darum handelt, das Meer rationell zu bewirt- schaften, so ist es notwendig, die Quantität der Organismen an verschiedenen Plätzen zu kennen und die verschiedenen Wechselbeziehungen der Organismen untereinander zu verstehen. G. Stiasny (Triest). Hierzu: 51, 52, 57, G4, 65, 78, 88. Parasiten. ■50) Küster, E. (Kiel, Botan. Institut), Die Gallen der Pflanzen. Ein Lehr- buch für Botaniker und Entomologen. Leipzig (S. Hirzel) 1911. 437 S. 158 Abb. br. Jt 16.—, geb. Ji 17.50. Verf. hat im vorliegenden Buche eine außerordentlich g-ute Zusammen- stellung alles dessen gegeben, was in dem Gebiet der Cecidologie an Erfahrungen wie an Problemen vorliegt, die für die allgemeine Biologie von Interesse sind. Nach einigen kleineren einleitenden Abschnitten finden wir in den beiden ersten Hauptkapiteln die „gallenerzeugenden Tiere und Pflanzen" wie die „gallentragenden Pflanzen" in den wichtigsten Vertretern aufgeführt. Wohlgemerkt, es handelt sich nicht um einen ausführlichen Katalog, der für die speziellen Cecidologen von Wichtigkeit sein mag und zudem von anderer Seite bearbeitet bereits exi- stiert. Aber jede Gruppe von Parasiten sowohl wie von Wirtspflanzen ist doch in charakteristischen Vertretern geschildert, und die Aufführung der wichtigsten speziellen Literatur erleichtert dem Forscher, der tiefer ins Spezielle eindringen will, seine Aufgabe. In dem Kapitel über die Morphologie der Gallen haben wir die beiden Untertypen der organoiden und der histioiden Gallen. Wie der Name sagt, handelt es sich bei den ersteren um Anomalien in der Organ-, bei den letzteren um solche in der Gewebebildung. Im Vulgärsinne sind oft nur die letzteren als 24 Parasiten. Anschwellungen sonderbarer Art an den Organen als Gallen bezeichnet worden. Aber gerade die ersteren beanspruchen theoretisch ein fast noch größeres Inter- esse, wenn wir sehen, wie hier die Organe bei ihrer Ausgestaltung von der ge- wohnten Form „umgelenkt" werden. Zahlreiche Form-, Blattstellungs-, Verzwei- gungsanomalien oder selbst Organumbildungen erweisen uns klar, daß die Gallen- erreger über Stoffe und Mittel verfügen, „willkürliche" Veränderungen, „Zwangs- formen", hervorzurufen, die wir Menschen im Experiment noch nicht wiederholen können. Aber ebenso viele Aufgaben erwachsen hier auch der experimentellen Morphologie. Bei den „histioiden" Gallen lesen wir dann von Blattfaltungsgallen,. Beutelgallen, Krebsgallen, Umwallungsgallen, Markgallen usw.; die Einteilung bemüht sich also den Weg zu berücksichtigen, auf dem die Galle zustande ge- kommen ist. Eine Gruppierung nach der fertigen Form würde, infolge sekun- därer Veränderungen an den Gallen, oft biologisch Gleichwertiges trennen und Ungleichwertiges vereinigen. — In dem Kapitel über Anatomie der Gallen findet derjenige, der des Verf. „Pathologische Pflanzenanatomie" kennt, viel Bekanntes wieder, freilich ist in dem letzten Jahrzehnt auch viel Neues dazu gekommen. Der Stoff ist in die beiden Abschnitte über „Histogenese der Gallen" und eine Beschreibung der fertigen „Zellen und Gewebe" geteilt worden. Gerade diese beiden Kapitel waren dem Ref. besonders der vielen Forschungsanregungen wegen interessant, bietet sich doch neben der kausalmechanischen Fragestellung überall ungezwungen die „teleologische", d. h. man kann überall fragen, warum bestimmte Zellformen der Assimilations-, mechanischen, Stoffe speichernden usw. Gewebe entstehen müssen und ebenso, von welchem Nutzen sie für den Gallenerreger sind. Das Kapitel über die „Chemie der Gallen" ist kurz; viel weiß man hier nicht, und was man weiß, ist ohne sonderliche Wichtigkeit. Um so'ausführlicher sind die beiden nächsten Kapitel über Ätiologie und Biologie der Gallen be- handelt. Ref. sieht hier den Höhepunkt des ganzen Buches. Leider muß er sich auf die Inhaltsangabe beschränken: Ätiologie der Gallen, A. Vorbedingungen der Gallenbildung; B. Allgemeines über die Ursachen der Gallenbildung; C. Die Gallen als Osmo-, Tropho- und Traumatomorphosen; D. Die Gallen als Chemo- morphosen (diese beiden Abschnitte seien besonders zur Lektüre empfohlen);; E. Die Gallen als Correlationsänderungen ; F. Die Gallen als Variationen; G. Ab- norme Gallen; H. Allgemeine Bemerkungen. Biologie der Gallen: A. Gallen- erzeuger und Gallenwirt; B. Galle und Gallenerzeuger; C. Galle und Gallen wirt. In diesen Abschnitten berühren wir die Fragen der „Symbiose", die in der Gegen- wart von so vielen Seiten wieder diskutiert werden, die Fragen der „Immuni- tät", die der unmittelbaren formativen Wirkungen der beiden Organismen auf- einander, die Fragen der „Fern Wirkung" von Reizen durch Zellen und Gewebe hindurch auf andere meristematische Partien u. Ähnl. m. Die letzten Kapitel endlich dienen mehr dazu, uns die Vollständigkeit der „Allgemeinen Cecidologie" zu verbürgen. Verf. erörtert die Beziehungen der Gallen zu fremden Organismen und berichtet über „gallenähnliche Umbildungen am Tierkörper". Damit berühren wir unter anderem auch die „Carcinomfrage", und es ist dabei von hohem Interesse, daß wir jetzt in den „echten Geschwülsten"" der Rübenkröpfe eine Krankheit kennen, die mit den experimentell erzeugten Riesencarcinomen der Mäuse direkt vergleichbar erscheint. Denn auch die Rüben- kröpfe Jensens können auf dem Wege der Pfropfung übertragen werden und in- filtrierend wachsen. So mag dies letzte Beispiel des inhaltsreichen Buches noch- mals besonders den Zusammenhang der Fragen dartun, die sich für eine allge- meine Biologie aus der Gallenforschung ergeben. G. Tischler (Heidelberg). Hierzu: Nr. 55, 60, 61, 62, 77. Protozoa. • 25 Protozoa. 51) Wiesner, Hans, Schalentragende Foraminiferen von der Westküste Istriens. Notizen über die Fauna der Adria bei Rovigno, herausgegeben von der zoolo- gischen Station Rovigno in Istrien. VIII. In: Zool. Anz. Bd. XXXVIII. Nr. 22/23. 1911. 6 S. Mit 2 Fig. Verfasser hat aus Grundproben der „untergetauchten Litoralregion" (im Sinne Lorenz) der Buchten an der Westküste Istriens aus ly, — 2 m Tiefe die lebenden Foraminiferen untersucht. „Obwohl sie nur einen Bruchteil eines Prozentes der Grundproben ausmachen, ist die Zahl der Formen eine imerwartet große; die Porulosen herrschen vor, besonders mehrere Miliolinen und Penerojilis fallen durch ihre Größe auf." Kleine Abweichungen von den typischen Formen weisen auf: Hormosina semiglobosa, Discorhitina ivrightn Brady var. spinifera und Biscorbina imperatoria d'Orb. Im ganzen wurden in den 5 von ver- schiedeneu Fundorten stammenden je ca. 500 cm'' betragenden Grundproben 182 verschie- dene lebende Formen gefunden. G. Stiasny (Triest). 52) Herdman, W. A., On the occurrence of Amphidinium opereulatum Clap. u. Lachm. in vast quantity at Port Erin (Isle of Man). In: Journ. Linn. Soc. Zool. Vol. XXXII. Nr. 212. 22. Okt. 1911. 4 S. 1 Taf. Im April beobachtete Verfasser bei seinen täglichen Wanderungen von Port Erin nach der biologischen Station am Strande bräunliche Massen, anscheinend Ansammlungen von Diatomaceen, die sich in den Vertiefungen zwischen den Ripplemarks in Form eigen- tümlicher Streifen abgelagert hatten. Bei genauerer Untersuchung erwiesen sie sich als ungeheure Massen der Peridinee Amphidinium opereulatum Clap et Lachm., einer Form, die bisher stets nur vereinzelt gefunden worden war und als selten galt. Im marinen Plancton wurde Amphidinium zur gleichen Zeit nicht vorgefunden, so daß Verfasser zu- nächst glaubte, daß es sich vielleicht um Verschleppung einer Süßwasserform handle. Es stellte sich jedoch diese Annahme als irrtümlich heraus. Vielmehr lebt diese Peridinee nicht planctonisch, sondern im Sande, wo sie herumkriecht. Verfasser glaubt, schon in früheren Fällen ähnliches Massenauftreten dieser Peridinee beobachtet zu haben, doch schrieb er es damals einer Diatomacee zu. Den Grund für diese plötzliche bedeutende Vermehrung vermag Verfasser allerdings nicht anzugeben. G. Stiasny (Triest). 53) Koidzumi, M. (Tokio, Institut für Infektionskrankheiten), On the species of various frog-trypanosomes found in Japan. In: Zentralbl. f. Bakteriologie. I. Bd. 58, Heft 5, S. 454—460, 1911. Die verschiedenen Arten (9) von Trypanosomen, welche in Fröschen in Japan vor- kommen, lassen sich sämtlich auf eine Art, das Trypanosoma rotatorium zurückführen, von welchem die übrigen Abarten sind. Seitz (Bonn). 54) Mangiil, L., Sur l'existence d'individus dextres et sinestres chez certains Peridiniens. In: C. R. Ac. Sc. Paris. CLIII. 1911. 1. 6 S. 2%. dans le texte. Verf. hat an verschiedenen Species des Genus Peridinium die Beobachtung gemacht, daß man bei jeder Art zwei verschiedene Formen unterscheiden kann. So fand er bei vielen untersuchten Individuen von P. ovatum, deprcssum, oceani- cum, pedunculatum usw., daß bei einigen Exemplaren die Suturlinie, welche die beiden Antapicalplatten voneinander trennt, sich stark nach rechts, bei anderen daß sie sich nach links krümmt. Er unterscheidet darnach rechts und links ge- drehte Formen. Übergänge scheinen nicht zu bestehen. Diese morphologischen Unterschiede, die, wie Verf. behauptet, bei allen Peridineen sich werden finden lassen, haben zweifellos eine biologische Bedeutung, über die sich Verf. aber nicht recht klar geworden ist. Nach seiner Meinung handelt es sich möglicherweise um eine sexuelle Differenzierung. Weitere Forschungen erscheinen dringend geboten. G. Stiasny (Triest). 55) Swellengrebel, N. H., Pleistophora gigantea Thelohan, een parasiet van Crcnilahrus melops. In: Verhandel. Koninkl. Acad. Wetensch. Amster- dam, 30. Sept. 1911. Der Parasit, den Verfasser beschreibt, hat folgende Entwicklungsgeschichte. 26 Protozoa. In dem Bindegewebe der Haut und dem Mesenterium von Creniläbrus melops findet man ein- oder mehrkernige Trophozoiten. Nach Encystierung bilden die Tro- phozoiten durch aufeinanderfolgende Teilungen eine ungleiche Zahl Sporoblasten, welche alle zwei Kerne erhalten. Diese Sporoblasten werden zu Sporen durch Bildung einer dicken Wand. Die Sporen sind ein- oder zweikernig und ohne etwas, das auf das Bestehen einer Polkapsel mit Polfaden hindeutet. Die ver- schiedenen Stadien der Entwäcklung dieser Parasiten wurden in einer großen Ge- schwulst gefunden, welche sich an der Bauchseite des Kopfes und des Brustkorbes befand und sich von der Hinterseite der Kiemen, den Brustflossen entlang bis an die Bauchflosse ausdehnte. Die Geschwulst wurde verursacht durch Hyper- troj^hie des Bindegewebes, es zeigte keine Neigung zur Infiltration. Die Kiemen und die Organe des Mundes waren nicht angegriffen, ebensowenig die Teile des Skelettes ; es war ein reiner Auswuchs der Haut. Die Geschwulst war so schwer, daß der Fisch im Wasser sein Gleichgewicht nicht zu halten vermochte. Teile der Peripherie und des Zentrums der Geschwulst wurden in Sublimat- alkohol nach Schaudinn fixiert und in 3 — 5 ju. dicke Paraffinschnitte zerlegt, die mit Hämatoxylin nach Ehrlich, Delafield oder M. Heidenhain oder mit Giemsas Flüssigkeit gefärbt wurden. Zum Nachweis der Polfäden wurden Sporen aus dem lebenden Tiere untersucht. Mit keinem der gebrauchten Reagentien(Kali- und Natronlauge, Schwefelsäure, Salzsäure, Salpetersäure, Methylalkohol, Äther, Jodwasser, destilliertes Wasser) war es möglich, aus den Sporen Polfäden zur Ausstoßung zu bringen. Die jüngsten Stadien der Entwicklung des Parasiten, welche Verfasser finden konnte, sind ein- oder mehrzellige Plasmamassen, 9,8 — 11,2 fi lang und 4,6 bis 6,3 ft breit, die zwischen dem Bindegewebe der Geschwulst lagen. Diese Zellen scheinen sich durch Schizogonie zu vervielfältigen; jede ist von einer dünnen Membran umgeben. Diese Zellen vergegenwärtigen scheinbar die vegetativen Stadien der Entwicklung, es sind die Trophozoiten. Anfänglich sind die Zellen ganz diffus zwischen den Bindegewebsfibrillen vorhanden. Später legen sie sich in kleinere oder größere Gruppen aneinander und umgeben sich schließlich mit einer Membran, welche, a\ enn auch sehr dünn, doch dicker ist als die der einzelnen Individuen. In den Individuen, welche sich zu Gruppen aneinander geschlossen haben und von einer Cystenwand umgeben sind, den Pansporablasten, stellen sich die Kerne in Gruppen von je zwei Kernen. Dieses geschieht dadurch, daß die Kerne sich teilen und die Teilstücke aneinander liegen bleiben. Die encystierten Individuen fallen nun in eine Anzahl kleinerer Zellen auseinander, welche je zwei dicht an- einander gelegene Kerne enthalten. Die Bildung dieser Zellen (der Sporoblasten) geschieht nicht durch Schizogonie der ursprünglich encj^stierten Individuen; diese trennen durch Knopfbildung jedesmal einen Teil ihres Protoplasmas von der Haupt- zelle ab und damit ebenfalls eine der Gruppen zweier Kerne. Die so gebildeten Cysten, welche die zweikernigen Sporoblasten enthalten, sind von sehr verschiedener Größe. Die kleinsten haben einen Durchschnitt von 11 — 49 ju, die größten, welche meistens auch reife Sporen enthalten und allein a,n der Peripherie noch eine Schicht Sporoblasten zeigen, können 0,49 zu 0,36 mm bis 1,44 zu 3,82 mm groß werden und sogar noch größere Maße erreichen. Die Sporoblasten, d. s. die zweikernigen, runden Zellen, gehen durch Bildung einer dicken Wand in die eigentlichen Sporen über, welche auch zweikernig sind. Neben den zweikernigen Sporen findet man auch noch solche mit einem einzigen, aber großen Kern, so daß die Voraussetzung anzunehmen ist, daß dieser letzte durch Verschmelzung der beiden Sporoblastkerne entsteht. Wäre dies der Fall, Spongiae. 27 dann müßten AN-ir in dieser Erscheinung eine Autogamie sehen. Die Sporen sind 5 — G fi lang und 4 — 5 ju breit. Außerhalli des einzehien oder doppelten Kernes sind im Plasma keine Organellen oder Polkapseln u. dgl. zu beobachten, wohl aber findet man in und neben dem Kern bisweilen chromatoide Körner, welche aus Volutin zu bestehen scheinen. Wie schon gesagt wurde, sind die so gebildeten Sporen in kleineren oder "•rößen Cysten vereint. Daneben findet man jedoch Sporen, welche diffus zwischen dem Bindegewebe verbreitet liegen. Es ist wahrscheinlich, daß diese Sporen aus Trophozoiten entstanden sind, welche nicht zu Gruppen vereint und von einer Cystenwand umgeben waren. Da Verfasser jedoch nie das Entstehen dieser diffus verbreiteten Sporen in Einzelheiten beobachten konnte, kann er in bezug hier- auf keine Sicherheit geben. Die Reaktion des Gewebes des Wirtes dem eingedrungenen Parasiten gegenüber ist sehr verschieden. Kleine^ wenig Kerne enthaltende, isoliert liegende Individuen findet man bisweilen von dichten Schichten kernreichen Bindegewebes umgeben. Um größere Aggregationen von kernreichen Trophozoiten findet man viel weniger Bindegewebs Wucherung, und um die größeren Cysten findet man nur kernarmes Bindegew ebe. Dort, wo Sporen diffus zwischen dem Bindegewebe verbreitet liegen, findet man nicht selten vielkernige Riesenzellen. Sie enthalten 2 — 15 Kerne und erreichen eine Größe von 28 — 43 (x. Bisweilen findet man eine große Cyste umgeben von vielen kleineren Cysten. Diese Erscheinung kann wahrscheinlich als eine sekundäre Infektion beti'achtet werden, wobei die große Cyste der primäre Herd ist. E. van de Velde (Leiden). 56) Lewin, K. R. (Cambridge Universityj, The Behaviour of the Infu- sorian Micronucleus in Regeneration. In: Proc. Roy. Soc. B. 84, 572, S. 332—344, 1911. Observations w'ere made on the behaviour of the micronucleus of Stylony- chia myiüus after the animal had been divided transversely. Normally the mega- nucleus is in two parts, an anterior and posterior, connected by a fine thread, and each accompanied by a micronucleus. Individuais with two micronuclei with one or both meganuclei sometimes occur. When the animal is divided between the parts of the meganucleus, the meganucleus of each half Segments into two members, and the micronucleus divides, so restoring the normal condition. When the animal is divided behind the posterior meganucleus, in over 50 per cent. of cases no nuclear division follows. But in many cases the posterior micronucleus divides by mitosis, the two halves Coming to lie one wdth the anterior, the other with the posterior segment of the meganucleus. In this way a form wdth two anterior and one posterior micronucleus arises. In some cases the anterior micro- nucleus divided; this was possible when extensive regeneration of the anterior ciliary apparatus took place. The division of the micronucleus is thus not a regulatory process, and suggests that the micronucleus during the asexual period lives independently wdth the cell as its environment, and is ripe for division when the cell is not ready for fission. Doncaster (Cambridge). Hierzu: Nr. 48. Spongiae. /47) Row, R.W. Harold, Report on the sponges coUected by Mr. Cyril Crosslaml in 1904 — 5. Part. II. Non-Calcarea (XIX. Report of the Manne Biology of the Son- danese Red Sea.). In: Journ. Linn. Soc. London (Zool.) 1911. Bd. 31, Nr. 208, S. 288—400, 26 fig.; Taf. 35—41. 28 Coelenterata. In dieser Arbeit werden 77 Arten und Varietäten von Kiesel- und Hornschwämmen» aus der Gegend von Suakim beschrieben. 31 davon sind neu. Für einige von den letzteren ■wurden 4 neue Gattungen aufgestellt: Diastra für einen neuen Monaxoniden mit amplii- oxen Megascleren und sterraster- ähnlichen Sphaerastern; Anacanthaea für einen Monaxo- niden mit festem Nadelpanzer, dessen Nadeln sämtlich Amphioxe mit abgesetzten Spitzen.. sind; Euryspongia für einen Hornschvs^amm, dessen Kanalsystem einen spongeliden und dessen Skelett einen spongiden Charakter hat; und JJxtrieUa für einen Hornschwamm, dessen Skelett aus einem groben Gitter von Balken besteht, die ihrerseits als Bündel netz- artig verbundener dünner Fasern ert^cheinen und reich an Fremdkörpern sind. Das letzt- genannte Genus bezeichnet der Autor als "an unsatisfactory one". Am Schluß der Arbeit bespricht der Verfasser die Spongienfauna des Roten Meeres- und ihre Beziehungen zu den Spougienfaunen der anstoßenden Meeresteile im allgemeinen. Gegenwärtig sind 187 Spongienarten aus dem Boten Meere bekannt. Die allermeisten von diesen stammen von der afrikanischen Küste. 49 Arten kommen auch in andern Teilen des indo-australischeu Gebietes vor. Von den Spongienarten des Roten Meeres finden sich 17 auch in dem an den freien Indik angrenzenden Teil der Ostküste Afrikas; 25 auch an der ceylonischen Küste; 30 auch an den Küsten Australiens und der ostindischen Inseln. Die paradoxe Erscheinung der Zunahme der Übereinstimmung mit zunehmender Entfernung dürfte wohl darauf zurückzufühi-en sein, daß die Spongienfauna der Küsten Australiens und der ostindischen Inseln besser bekannt ist als jene der Küsten von Ceylon und Südost- afrika. 3 Arten des Roten Meeres, Leucandra aspera, Placortis simpJex und Euapongia zimocca sind mediterran. Diese wurden in der Nähe von Sues gefunden und der Verfasser spricht die Vermutung aun, daß sie ilurch den Suezkanal ins Rote Meer eingewandert seien. Der Referent kann nicht umbin, noch eine Bemerkung über die Abbildungen diesem Referate hinzuzufügen. Die mechanischen Reproduktionen der, Spongien und ihre Teile darstellenden Photographien, welche in letzter Zeit in England herausgegeben wurden,, sind sehr schlecht. Ganz besonders gilt das auch von den Abbildungen dieser Art in der vorliegenden Schrift: die Arbeit ist gut und interessant und enthält recht brauchbare üm- rißzeichnungen von Nadeln. Ihr Wert wird aber durch die sie geradezu entstellenden Rasterreproduktionen von Photographien beträchtlich herabgesetzt. Der Referent möchte sich erlauben, seinen englischen Kollegen zu empfehlen, künftig mit größerer Energie auf einer dem heutigen Stand der Reproduktionstechnik entsprechenden Wiedergabe ihrer Pho- tographien zu bestehen. R. v. Lendenfeld (Prag). Coelenterata. 58) Boulenger, C. L., On Variation in the Medusa Moerisia lyonsi. In: Proe. Zool. Soc. Heft 4 S. 1045— 1056, 1911. The medusa has normally tetramerous symmetry, with only 4 (perradial) tentacles^ Two kinds of deviations from this are found, (1) all the parts have 3 , 5 or 6 radii (2.75 per cent. showing this class of Variation, the majority being pentamerous); (2) the medusae are tetramerous but bear secondary tentacles between the four primary per- radials. These secondary tentacles may be interradial, adradial or subradial, and do not communicate with the gastric cavity by radial canals. Altogether over 10 per cent. of the medusae showed this kiud of abnormality; most of them were symmetrical. but some had secondary tentacles in two or three quadrants only. Doncaster (Cambridge). ■'59) Nekrassoff, N. (Moskau), Zur Frage über die Beziehungen zwi- schen geschlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung auf Grund von Beobachtungen an Hydromedusen. In: Biolog. ZentralbL Bd. 31, Heft 24, S. 759—767, 7 Abb., 1911. Verf. studierte die Knospenbildung der Meduse EUutheria dichotoma Qua- trefagas. Die Knospen entstehen unter Beteiligung sowohl des Ectoderms wie auch des Entoderms — hei Batlikea, Cytaeis, Lizsia nach Chun, Trinci, Braem nur vom Ectoderm aus — am Glockenrand; die Knospenhöhle ist eine Ausstül- pung vom Lumen des Ringkanals her. Die wohldifferenzierten Entodermzellen des Kanallumens gewinnen, in die Knospe hineingelangt, einen embryonalen Charakter, den sie nach intensiver Vermehrung bald wieder aufgeben. Besondere- rein embryonale Zellen vom indifferenten Typus ließen sich in der Knospungs- Plathelminthes. 29 2one nicht auffinden. — Die Geschlechtszellen entstehen an einer ganz anderen Stelle im Epithel der Derivate des Glockenkerns. Die Reifungs- und Befrucli- tungserscheinungen bieten keine Besonderheiten. — So widersprechen die Be- funde des Verf. an Eleuthcria in allen Punkten den Erwartungen, welche man nach Braems Angaben über die Knospung der Margeliden und nach seinen Spe- kulationen über„Gonoblastie"(Braem), ein angebliches Bindeglied zwischen ge- schlechtlicher und ungeschlechtlicher Fortpflanzung, hätte hegen müssen. Koehler (München), Plathelmmthes. •60) Ciurea, J., Eine europäische Clinostomum-ljQ,r\e. In: Ctrlbl. Bakt., Par. U.Inf. I.Abt. Orig. 60. Bd. 1911. S. 354— 358. 1 Taf. Jugendzustände von Clinostomen sind bisher nur aus amerikanischen Fischen bekannt geworden, obgleich auch in europäischen Wirten {Ardea^ Nydicorax) er- wachsene Clinostomen vorkommen. Da bei der Größe der Larven nicht anzunehmen war, daß sie in mitteleuropäischen Fischen übersehen worden wären, lag die mehr- fach ausgesprochene Vermutung nahe, daß die Larven in südeuropäischen bzw. afrikanischen Fischen leben, die Infektion der Wirte also auf der Wanderung bzw. im Winterquartiere stattfinden würde. Durch den Verfasser lernen wir nun die erste europäische Clinostomum-La,TYe kennen; ihr Träger ist Perca fluviaülis^ die, aus Teichen der unteren Donaugegend stammend, sich etwa zu 8% infiziert er- wiesen. Die schon 4 mm langen Larven sitzen in etwa hanf korngroßen Cysten besonders in der Muskulatur und sind wie die bisher bekannten Jugendzustände anderer Arten schon weit ausgebildet, so daß ihnen nur noch der Import in einen zusagenden Wirt fehlt, um die vorhandenen Genitalien zur Funktion zu bringen. Durch Vergleich mit europäischen Clinostomen ergab sich die Zugehörigkeit zu Cl. complanatiim (Rud.) aus Ärdea cinerea. M. Braun (Königsberg i. Pr.). ^Ül) Kobayashi, H., A preliminary report on the source of the human liver Distom e, Clonorchis endemiciis (Balz) (= Distomuni spaihulatum Leuckart). In: Annot. Zool. japon. VIL 1911. S. 271—277. P* pl. Nachdem durch Askanazy eine beiläufig ausgesprochene Vermutung des Referenten, daß als Zwischenträger für den auch den Menschen bewohnenden Katzenegel (OpisthorcMs felineus [Riv.]) Fische in Betracht kommen würden, durch sorgfältige Experimente zur Gewißheit erhoben war, erhöhte sich die Wahrschein- lichkeit dafür, daß für verwandte, die Leber von Säugern und Menschen bewoh- nende Arten Fische eine analoge Rolle spielen würden. In Japan wie überhaupt in Ostasien ist Leberdistomiasis beim Menschen weit häufiger als in Europa, und bereits seit 1875 kennen wir unter dem Namen Distomum sinense Cobb. (= Dist spathulatum R. Leuck. 1876) eine dieser Formen, während eine andere zuerst 1883 von Balz als „Distomum hepatis endemicum s. perniciosum" beschrieben wurde. Gegen diese Unterscheidung, die einen schärferen Ausdruck durch Looss (1907) gewann, wendet sich der Verfasser mehr beiläufig und vei'weist zur näheren Be- gründung auf die ausführliche Arbeit. Der Verfasser hat zuerst in zwei Ortschaften der Präfektur Okayama, die ein Hauptherd der Leberdistomiasis ist, gearbeitet und in der Muskulatur zweier Süßwasserfischarten : Leucogohio güntheri und Pseiido- rasbora parva häufig encystierte Distomen von 0,5 mm Länge und 0,1 mm Breite gefunden. Sie sind fein bestachelt, ihre Darmschenkel reichen bis dicht an den Excretionsporus und umfassen die große, unmittelbar hinter dem Bauchnapf ge- legene Excretionsblase, in welche von vornher zwei außen an den Darmschenkeln 30 Crustacea. verlaufende Sammelröliren münden. Form und Erstreckung der Blase weichen vom erwachsenen Zustande ebenso ab wie die Lage des Bauchnapfes (am Beginn des hinteren Körperdi-ittels); von Genitalien ist keine Spur zu bemerken. Diese Jugendzustände bzw. das die Cysten enthaltende Fleisch der obengenannten Fische wurde an junge und auch alte Katzen verfüttert, bei denen vorher durch mikrosko- pische Untersuchung der Faeces das Fehlen von Distomeneiern festgestellt war. Die Versuchstiere erhielten während der ganzen Dauer der Versuche nur gekochten^ Reis und (wohl durch Kochen) „desinfizierte" Milch. Die früher oder später nach der Infektion untersuchten Tiere erwiesen sich durchweg mit Leberdistomen be- haftet, zu deren völliger Geschlechtsreife 3 — 4 Wochen notwendig sind. Auch an Kaninchen und Meerschweinchen, die nicht zu den Wirten des japanischen Leberegels gehören, gelang die Lifektion. Schon 3 Stunden nach dem Import haben die jungen Tierchen die Cyste verlassen, nach 15 Stunden sind sie bereits in die Gallenblase eingedrungen, nach 6 Tagen sind sie auf 1, nach 12 Tagen auf 3 mm angewachsen, und auf diesem Stadium erkennt man die Genitalien, wäh- rend die Excretionsblase schon nach 6 Tagen eine Längsstreckung eingeht. — Später hat der Verfasser auch in den Präfekturen Miyagi und Shiga Untersuchun- gen angestellt und als Träger von encystierten Distomen noch 7 weitere Fisch- arten auffinden können, doch waren die obengenannten Arten am häufigsten in- fiziert. M. Braun (Königsberg i. Pr.). /62) Morse, M. W., Cestode cells in vitro. In: Science N.S. 34, 883, S. 770 — 772. 1911. Zellen verschiedener Körperregionen der Cestoden CaUioboihr'mm und Cros- soboiJirium wurden unter aseptischen Kautelen im Serum ihrer Wirte (Haie) zwischen Objektträger und Deckglas gebracht und während mehrerer Tage be- obachtet. Amöboide Bewegungen und Teilungen wurden nicht gesehen, nur An- einanderlagerungen von Zellen. Bei späterer Fixierung und Färbung erwiesen sich alle Kerne als Ruhekerne. J. Schaxel (Jena). Crustacea. /63) Tollmer, C. (Zool. Inst. Leipzig), Über die Entwicklung der Dauer- eier der Cladoceren. In: Biol. Zentralblatt. Bd. 32, Heft 2, S. 119 — 126. (4 Textfig.) 1912. Der Verf. beschreibt in der Form einer vorläufigen Mitteilung die Ent- wicklung von Dauereiern für Daplinta pidcx, magna und longisplna. Nach der dritten Furchungsteilung rücken die Kerne an die Peripherie des Eies; auf dem Stadium mit 32 Kernen schneiden die Furchen radiär von außen her zum Zentrum durch den ganzen Dotter hindurch, so daß das Bild einer totalen Furchung ent- steht; 32 völlig voneinander getrennte pyramidenförmige Zellen setzen den Keim zusammen. Später werden durch tangentiale Scheidewände die zentralen Partien der Blastomeren als Dotterzellen abgeschnürt. Indem weiterhin, auf einem Stadium mit mehr als 200 Zellen, 8 — 10 Blastodermzellen in das Innere des Keims ein- wandern, entsteht die Gonadenanlage, einige Tage vor Ablage des Ephippiums. Im abgelegten ruhenden Dauei'ei finden sich außerdem die Anlagen des Ober- schlundganglions. Erst nach Ablauf der Ruheperiode des Dauereies beginnen die Bildung des unteren Blattes durch Einwanderung von einer ventralen Blasto- dermpartie aus. die Entstellung des Mitteldarms, die äußere Gliederung des Em- bryo usw.; die Dauer der Ruheperiode ist je nach der Art verschieden, ferner inner- Insecta. 31; halb gewisser Grenzen von äußeren Einflüssen (Temperatur, Eintrocknen usw.) abhängig. Von besonderem Interesse erscheint die Tatsache, daß die Urgeschlechts- zellen schon im ruhenden Dauerei ausgebildet sind, dessen Behandlung mit Wärme ^ach Woltereck den Generationszyklus im Sinne eines verfrühten Eintretens der Gamogenesis beeinflußt. Koehler (z. Z. Neapel). 4>4) Tau Doiiwe, C, Copepoda. In: Denkschr. med. -naturw. Ges. Jena, 17 (L. Schul tze, Forschungsreise in Südafrika, 5, 1), S. 21 — 32, tab. 4, 1912. Systematische (drei neue Arten) und tiergeographische Angaben über die au die eigenartigen Geologischen Verhältnisse der südafrikanischen Wüsten angepaßten Copepoden. J. Schaxel (Jena). (>5) Zimmer, C, Südwestafrikanische Schizopoden. In: Denkschr. med. -naturw. Ges. Jena, 17 (L. Schnitze, Forschungsreise in Südafrika, 5,1), S. 1 — 11, tab.l — 2, 1912. Von der südafrikanischen Westküste waren bisher 18 zu den Familien der Euphau- siidae, Lophogastridae und Mysidae gehörige Schizopodenarten bekannt, zu denen die Schultz esche Expedition 5 neue gebracht hat. Einige Arten gelten vorläufig, da sie zwar auch von nördlichen Fundorten, nicht aber aus den tropischen Meeren bekannt sind, als bipolar. J. Schaxel (Jena). Insecta. 66) Wollmaii, E., Sur l'elevage de mouches steriles. Contribution ä la connaissance du role des microbes dans les voies digestives. In: Ann. de ITnst. Pasteur, 25. Jg. Nr. 1, S. 79—80, 1911. Nach WoUmans Versuchen gelingt es, Fliegen steril aufzuziehen. Diese Beobachtungen an einem Wesen, das in der Freiheit, unter natürlichen Bedingungen, gewissermaßen in engster Berührung mit Bacterien lebt, beweisen, daß das animalische Leben unabhängig ist von der Gegenwart und Beeinflußung durch Mikroorganismen. Pfeiler (Bromberg). 67) Graham -Smith, G. S. (Cambridge University), Some observations on the Anatomy and Function of the oral Sucker of the Blow-fly (CalUphora erythro cephala). In : Journ. Hyg. XI. 3. S. 390 — 408. 5 plates. 1911. The author has made an anatomical and experimental study of the manner in which the common non-biting flies C. erythroceplmla, Miisca domestica etc. filter off solid particles when sucking liquid food. A detailed account is given of the anatomy of the proboscis. The suctorial disc is grooved by pseudotracheae which lead to the peristomial cavity, which in turn opens into the mouth. The cavity of the pseudotracheae is kept open by incomplete chitinous rings, bifid at one end, the bifid ends of the rings alternating on the two sides of the pseudotrachea. The pseudotrachea opens by a longitudinal cleft, connected with larger pores between the bifid ends of the rings. These 'inter-bifid spaces' are therefore pla- ced alternately along the sides of each pseudotrachea and open into it. In sucking from thin films of moisture the disc is pressed against the moist surface so that both the clefts of the pseudotracheae and the peristomial cavity are closed. Fluid can then enter the mouth only by the inter-bifid spaces, and par- ticles more than 0,006 mm in diameter are filtered off. When sucking from large drops the flies may occasionally swallow larger particles (up to 0,02 mm) by for- cing them through the cleft of the pseudotrachea, and exceptionally attractive bodies of stiU. larger size, such as Tape-worm eggs, may rarely be swallowed directly by the mouth. Doncaster (Cambridge). 32 Insecta. "68) Newstead, R., On a collection of African Coccidae. In: Denkschr. med.- naturv/. Ges. Jena, 17 (L. Schnitze, Forschungsreise in Südafrika, 5, 1), S. 13 — 20, tab. 3, 1912. Enthält mehrere neue Arten der außer den kultivierten Citrus-Aiten auch vielen wilden Pflanzen gefährlichen Schmarotzer. J. Schaxel (Jena) 69) Rebel, H., Der kleine Berge. Berge's kleines Schmetterlingsbuch in Be- arbeitung von Rebel. Stuttgart (E. Schweizerbart), 1911, 8°, 208 S., 24 Farben- tafeln mit 344 Abbildungen u. 97 Abbildungen im Text. Preis M 5,40. Nachdem Rebel die Umarbeitung des bekannten Schmetterlingsbuches von Berge in allgemein anerkannt rühmlicher Weise beendet hatte (vgl. Zool. Zentralblatt, XVI. Jahrg. Nr. 442), übernahm er auch eine Umarbeitung des „kleinen Berge", ein Büchlein, das, ursprünglich für Anfänger geschrieben, in seiner Hand ein neues Kleid erhalten hat. Es ist schwer zu sagen, ob der all- gemeine oder der besondere Teil mehr Lob verdient. Hier ein Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis. Allgemeiner Teil. I. Einleitung. — 11. Stellung der Schmetterlinge im Tierreich. — III. Körperbau der Schmetterlinge. — IV. Entwicklung der Schmetterlinge. — V. Färbung •und Zeichnung der Schmetterlinge. — VI. Lebensweise der Raupen und Schmetterlinge. Vn. Feinde, Nutzen und Schaden der Schmetterlinge. — VIII. Verbreitung der Schmetter- linge. — IX. Fang und Zucht der Schmetterlinge. — X. Zubereitung (Präparation) der Falter und Raupen für die Sammlung, — XI. Anlegung und Erhaltung einer Schmetterlings- sammlung. — XII. Allgemeines über Systematik. Besonderer Teil. XIII. Beschreibung der wichtigsten Groß-Schmetterlinge Mittel- europas — XIV. Alphabetisches Verzeichnis der deutschen Namen. — XV. Alphabetisches Verzeichnis der lateinischen Namen. — . XVI. Sachregister. Wie sich aus dem Auszuge von selbst ergibt, ist in jedem der Abschnitte des allgemeinen Teils viel, sehr viel für den ernsten Sammler zu lernen und wenn auch manches, wie z. B. die Verbreitung der Schmetterlinge, für den allerersten Anfang etwas fernab liegt, so wird der Benutzer das Buch doch um so lieber gewinnen, je öfter es ihm verlangte Aufschlüsse über an das Buch gestellte Fragen bietet. — Namentlich sei betont, daß der Verfasser bestrebt ist, wirklich wissenschaft- lich Gutes zu bieten, und deshalb auch die Genera (111 an der Zahl) mit kurzen Beschreibungen versehen hat. Auch die Raupen und Puppen werden bei der Genus- diagnose mit behandelt. Die Abbildungen sowohl auf den Tafeln als jene im Text — es sind alle 314 behandelten Arten an einer der beiden Stellen abgebildet — sind tadellos, wie es sich bei diesem Verfasser und dieser Verlagsfirma eigentlich von selbst versteht. Eine Anregung aber sei für eine eventuelle weitere Auflage, die gewiß nicht ausbleibt — hier gestattet! Ich glaube, ein analytischer Bestimmungsschlüssel am Anfang des besonderen Teiles mit Hinweis auf die Nummern des folgenden Textes wäre — wenigstens für reifere Benutzer — recht wertvoll und pädagogisch sehr gut verwertbar; aus den nebeneinander gestellten Beschreibungen lassen sich die unterscheidenden Merkmale nur zu schwierig herausfinden und gar mancher Anfänger ist mit der ersten Diagnose schon hoch befriedigt und findet, daß alles stimmt! Auch würde mir in diesem Übergangsstadium die Beisetzung des älteren Genus- namens wertvoll erschienen sein, z. B. unter Zephyrus kleingedruckt: Thecla, unter Clirysophanes kleingedruckt: Polyommatus usw. — Dadurch wäre die neue Nomen- klatur der Zukunft mit jener der Vergangenheit praktisch verbunden und somit gesichert. K. W. v. Dalla Torre (Innsbruck.) /.70) Fernald, II. T., The cotton worm in Massachusetts. In: Science N. S. 34, 876, S. 488. 1911.' Ende September 1911 wurden in Amherst, Mass., Motten der Art Alamha argülacea Insecta. 33 Hübn. zahlreich gefangen, so daß eine ungewöhnliche Wanderung dieser Art nach Norden angenommen werden muß. J. Schaxel (Jena). 71) Kandall, I. L., The cotton worm. In: Science N.S. 34, 880, S, 638. 1911. Zur Notiz von H. T. Fernald (Ref. Nr. 70) wird mitgeteilt, daß auch in Pittsburgh in der zweiten Septemberhill fte 1911 große Schwärme der Motte Alnmba argillacea be- obachtet wurden. J. Schaxel (Jena). ^12) Watson, I. R., The moth of the cotton worm. In: Science N.S. 34, 887, S. 917—918. 1911. Auch im Süden (Florida) war die Motte Alamha argillacea im Jahre 1911 un- gewöhnlich häufig. J. Schaxel (Jena). 73) Lodd, F. P., Some remarkable Ant-friend Lepidoptera from Queensland (with Supplement by E. Meyrick). In: Trans. Entom. Soc. 3 — 4, S. 577—590. 1 plate. 1911. Three species of the Tineid genus Cyclotorna are described and the life- history of one of them given in detail. The moth lays its eggs on trees infested by Homoptera of the family Jassidae. The larvae when they hatch are oval and flat, at first yellow, later pink. They attach themselves to the abdomen of the Jassid, sometimes several on one host, fixing themselves by a web, but they may move from one host to another. After a time the larva leaves the Jassid, spins a cocoon on the bark of the tree, and after about three days emerges as a larva of different form, flatter, with two long terminal processes, and brightly coloured. In this stage it rests on the tree with the terminal Segments turned up and the anal parts protruding. The trees are frequented by a species of ant which ob- tains a sweet secretion from the Jassid Homoptera. As soon as an ant finds a larva in the position described it carries the larva away to the nest. In the ants' nest the moth larva preys on the larvae of the ant, sucking their Juices, and supplies the ants with a liquid product from the anus. When ready to discharge this excretion it assumes the position described, and the ants drink the fluid as it exudes. The larvae die if not attended to by the ants in this way, and they are in other ways cared for by the ants. When ready for pupation the larvae accompany the ants to a tree, where they spin a cocoon from which the moth emerges. Doncaster (Cambridge). 74) Crawley, W. C, Parthenogenesis in Worker Ants, with special reference to two colonies of Lasius niger. In: Trans. Entom. Soc. 1911, 3—4, p. 657—663. The author gives a detailed account of two nests of L. niger which were without queens of their own species, but had adopted a queen of L. umbratus. In each case the niger workers laid eggs which developed into workers. No males were produced. Dissection proved that the workers possessed no spermatheca and could not have been fertilized. Reichenbachs Observation in the production of females (workers) by unfertilized workers is thus confirmed. Doncaster (Cambridge). 75) Bonisthorpe, H. S. J. K. and Crawley, W. C, Experiments on the formation of Colonies by Lasius fuliginosus Females. In: Trans. Entom. Soc. 3 — 4, S. 664— 672. 1911. Experiments are described which prove that a fuliginosus female may be success- fully introduced into a colony of L. umbratus and there bring up young of her own species with the aid of her hosts. Doncaster (Cambridge). Hierzu: Nr. 17,43. Zentralblatt f. Zoologie, aUgem. u. experim. Biologie. Bd. 1. 3 34 MoUuca. Molluca. 76) Highley, Rose M. and Heath, Harold, The Development of the Gonad and Gonoducts in Two Species of Chitons. In: Biol. Bull. XXII. No. 2, January 1912, S. 95—97, 1 fig. The gonads arise as proliferations of the anterior external surface of the pericardium and the gonoducts as slender evaginations of the postero-lateral walls of each half of the gonad. Lillie (Chicago). 77) Randall, Josephine and Heath, Harold, ÄsteropJiila, A New Genus of Parasitic Gastropods. In: Biol. Bull. XXII, No. 2, January 1912, S. 98—103. The parasites were found in four specimens of Pedicellaster dredged in the Sea of Japan off the Coast of Corea in 150 to 163 fathoms. They occupied the coelona in the arm, one specimen containing three parasites, and the others one each. An anatomical description is given. The definition of the genus and species is as follows: '''' Aster ophila new genus. Body globular, 2 — 20 mm in diameter, com- pletely enveloped in the pseudopallium. Foot and mantle rudimentary. Buccal- pharyngeal tube, with salivary glands, opens into combined stomach and digestive gland that otherwise do not open to the exterior. No radula. Albumen and mucous glands on reproductive canal highly developed, and seminal receptacle prominent. Parasitic in starfish Pedicellasier sp. Sea of Japan. Type of genus A. japonica. A. japonica new species. With characters of the genus." Lillie (Chicago). As) Pelseneer, Les Lamellibranches de l'Expedition du Siboga. Partie anatomique. Siboga-Expeditie, Bd. 53a. 1911. 125 S., 26 Taf. Pelseneer hat im Anschluß an seine vor 20 Jahren veröffentlichten Unter- suchungen von Muscheln das reiche Material der Siboga-Expedition durchgear- beitet und teilt die Resultate in seiner gewöhnlichen knappen Art mit, um sie am Ende zusammenzustellen und einige phylogenetische Schlüsse daraus zu ziehen. Unter den Manteldrüsen verdienen einige besondere Beachtung. Bei Litlio- domus steht in Beziehung zu der Fähigkeit, sich in Kalk einzubohren, eine vorn an der Trennungsstelle der beiden Mantellappen gelegene, von gefaltetem Epithel gebildete Drüse, die schon früher beschrieben woi'den ist, und bei gewissen Arten außerdem eine andere, die zwischen jener Drüse und dem vorderen Schließmuskel liegt und die eine ziemlich große Höhlung mit einer ventralen Öffnung darstellt. Dahin rechnet Verfasser die Praebuccaldrüse von Finna, eine bei einigen Lucina- Arten zwischen der Vorderlippe und dem vordem Schließmuskel vorhandene Ein- stülpung, ferner die seitlichen in der Nähe des vorderen Schließmuskels befindlichen einiger Gattungen {Lucina, CrassateUa, Circo, rerna usw.) und die der bohrenden Saxicava- und Gastrochaena-Arteu, endlich die an der rechten Seite im Branchial- sipho von T/iracia. Nicht nur bei einigen Monomyariern, sondern auch bei einigen Siphoniaten (Tellina, Doniix usw.) giht es hintere Mantelretractoren. Kiemenretractoren finden sich bei mehreren Gruppen, auch — was Verfasser nicht erwähnt — bei Arca- Arten, bei Nuculiden solche der Mundlappen. Siphonal-Rückzieher haben die Si- phoniaten bis auf Lucina; Musculi cruciformes haben die Telliniden, Bonax und Mactra, ähnliche kommen bei Anatinaceen und Pholadiden vor. Molluca. 35 Bezüglich der Körperform kann man 2 Gruppen unterscheiden, solche, bei denen der vordere Teil sich rückbildet und der Fuß aufhört, der Ortsbewegung zu dienen, wie die Aniso- und Monomyarier, und solche, bei denen die hintere Hälfte verhältnismäßig klein wird. Tridacna verhält sich ähnlich wie die übrigen Monomyarier, eine Drehung des Tieres in der Schale braucht nicht angenommen zu werden. Bei festgewachsenen Schalen ist die untere Hälfte die schwerere, meist ist es die rechte, seltener die linke; dementsprechend bildet sich ein Situs inversus einiger asymmetrischer Organe aus; hauptsächlich drückt sich die Asymmetrie aus in den Retractoren des Fußes und der Siphonen, in den Sinnesorganen und in der Lage des Darms mit dem Herzen. Als die ursprünglichste Form des Fußes betrachtet Felsen e er noch immer den Fuß der Nuculiden, von Solcmya und Fcchmcuhts, der mit einer „face plantaire" endige; doch ist dieser Fuß, wie jetzt zur Genüge bekannt sein dürfte, sicher kein Kriechfuß mit einer Sohle, sondern ein Grabfuß. Eine ähnliche Form tritt bei einigen Veneriden und Telliniden sekundär auf. Bei Arciden und Trigoniiden ist die „Sohle" durch eine tiefe Rinne ersetzt. Bei Byssusmuscheln und Luciniden ist hauptsächlich der vordere fingerförmige Teil entwickelt. Ganz eigenartig ist das Verhalten bei MaUetts, wo vor und über dem eigentlichen Spinnfinger ein längerer ähnlicher Fortsatz mit ventraler Rinne ausgebildet ist; dagegen findet sich bei einigen Anatinaceen ein kleinerer zungenförmiger Anhang am hintern Teile des Fußes. Bei Gastrochaena und Verwandten bildet sich der vordere Teil des Fußes zurück und in einigen Gruppen (Plicatula, Ostrea, Myodora) ist er gänzlich ver- schwunden. Die Angaben über die Fußdrüsen enthalten wenig Neues. Die Fußretractoren erleiden häufig gewisse Verschiebungen ihrer Ansatzstellen und sie können sich mit dem Fuß mehr oder weniger rückbilden und asymmetrisch werden. Der Schlund hat bei Arciden zuweilen eine kleine Erweiterung wie bei Nuculiden; an seinem Ende findet sich zuweilen eine Klappe. Der Kristallstiel liegt bald im Darm, bald in einem besonderen Blindsack; bei Cardita, wo er im Darm liegt, kommt daneben vorn am Magen ein spiralgewundener Blindsack vor, ähnlich — aber kaum homolog — dem mancher Gastropoden. Der linke Leber- lappen ist ursprünglich größer als der rechte. Der Darm ist ganz gestreckt bei Volselhda, einigen Arca-Arten der Tiefsee, bei Septibranchien und Biloharia. Die Herzkammer, die bei zahlreichen Nucula, Area und Anomiiden über dem Darm liegt, ist ähnlich wie bei Area in zwei Hälften geteilt bei Vulsella und Lima; bei Teredo kann individuell die Herzkammer geteilt sein oder nicht. Im allgemeinen kann die dorsale Lage als primitiver angesehen werden als die Durchbohrung oder die ventrale Lage, dagegen hält Pelseneerdie Teilung der Herzkammer auch bei Area nicht für primitiv. Ein hinterer Aortenbulbus ist sehr verbreitet, doch wahr- scheinlich nicht immer homolog. Die Vorkammern sind unter dem Darm verwachsen bei Aviculiden, Pectiniden, Ostreiden, auch einigen J.r(Yi- Arten. Die Kebersche Klappe ist zuweilen paarig. Das äußere Kiemenblatt kann sowohl in der Länge, wie in der Breite im Vergleich zum inneren kleiner werden; wenn es dorsal gewendet ist, wie bei Telli- niden und Anatinaceen, so ist das nicht das eigentliche Blatt, sondern dieses ist ganz oder fast ganz rückgebildet bis auf den Anhang der äußeren Lamelle, der dieses aufwärts gewendete Blatt darstellt. Das äußere Blatt kann bei nahen Ver- wandten bald fehlen, bald anwesend sein, so daß dieses Merkmal ohne systema- tischen Wert ist; ähnlich verhält es sich mit dem Fehlen der rückläufigen Kiemen- fäden. Auch der Unterschied zwischen glatten und gefalteten Kiemenblättern hat wenig Bedeutung, da beide in derselben Familie und derselben Gattung vorkommen 36 ■ MoUuca. können. Als akzessorische Kiemenbildungen sind anzusehen die an der Kiemenbasis gelegenen Falten von Mytiliden und Panopaea, die Mantelkiemen von Luciniden und die Falten am Kiemenseptum einiger Cardiiden. Wie das — aus einer paarigen Anlage entstandene — Pericardium fast stets einheitlich ist (Felsen e er sieht auch die Trennung bei gewissen J.rca- Arten als sekundär an), sind auch die beiden Nieren meistens miteinander verbunden. Bei Mytiliden uud Lyonskild erlangen diese eine bedeutende Ausdehnung nach vorn. Bei der großen Mehrzahl der Muscheln sind die Geschlechtsöffnungen von denen der Nieren getrennt. Hermaphroditisch sind alle untersuchten Anatinaceen und Poromyiden, einige Cardiiden, besonders Laevlcardium und Hemicardium, ferner Tridacna, eine kleine Anzahl von Ostrea-Arten und Pectiniden, endlich einige commensale und Tiefsee- Arten. Von diesen Gruppen haben einige auch Incubation der Larven, doch kommt Hermaphroditismus sowie Incubation auch allein vor. Bei einigen Jfoc^/o7a- Arten besteht die Keimdrüse aus einem einfachen Längs- gang mit zwei Reihen von Säckchen, die bei Perna und Ostrea sich verzweigen. Me- diane Verbindungen beider Gonaden sind häufig, bald im hintern, bald im obern Teil. Bei Yoldia und Malleüa dringen die Gonaden in den Mantel ein, wie es auch bei Anomiiden und Mytiliden der Fall ist. Bei Mi/tihis edulis ist schon im Alter von 6 Monaten der ganze Mantel von den Keimdrüsen erfüllt. Akzessorische Geschlechts- organe sind sehr selten, bei c^ Cuspidaria findet sich eine solche Drüse, an den Sa- mengängen von Phüohrya eine eingerollte Aussackung und bei den zwittrigen Mon- tacutiden eine Samenblase. Die Cerebralganglien sind meistens durch eine ziemlich lange Commissur ver- bunden, mehr oder weniger dicht aneinander liegen sie bei Protobranchien, bei Luciniden, Veneriden und Mactriden, vereinzelt bei Volsellula. [Ich habe früher darauf hingewiesen, daß die Lagebeziehung dieser Ganglien zu den vorderen Fuß- retractoren bei Niicula wndi Area verschieden ist. — Pelseneer hat solche Verhält- nisse, die vielleicht auch sonst mitsprechen mögen, nicht erwähnt.] Den genäher- ten Cerebralganglien entsprechen nach dem Verf. voneinander entfernte Visceral- ganglien, die beide für primitiv angesehen werden, während das entgegengesetzte Verhalten sekundär sein soll. Bei Byssus-führenden üma- Arten rücken die drei Ganglienpaare unter sehr bedeutender Verlängerung der Cerebralcommissur und Verkürzung der Connective zusammen und bewirken eine ähnliche Konzentration des Nervensystems, wie sie bei thecosomen Pteropoden vorkommt. Eine Lippen- commissur, die von gewissen Arten angegeben worden ist, scheint nicht zu exi- stieren. Die von einigen Arten schon beschriebenen Kopf- oderBranchialaugen kommen bei Filibranchen und Aviculideu der Regel nach vor, sie fehlen aber einigen Tief- seearten und an der rechten Seite festsitzenden Arten: daraus ist zu schließen, daß sie funktionsfähig sind, wie auch die Mantelrandaugen mancher Pectiniden an der rechten Seite mehr oder weniger rückgebildet sind. Aus dem Fehlen dieser Augen bei Protobranchien schließt Verf., daß sie kein bei den ursprünglichsten Bivalven vorhandenes Organ gewesen, sondern erst von den Filibrauchien erworben sind. Bei ^rca-Arten kommen zuweilen am vordem Mantelrande zwei becherförmige Augen vor, wie das von mir schon von A. Jactea angegeben worden ist (die ur- sprüngliche Angabe, daß es eine junge A. noae war, habe ich später berichtigt, was Pelseneer entgangen ist). Ähnliche Augen wie bei Card i um in den Siphonal- tastern kommen auch bei Anatina vor. Offene Otocysten (Otocrypten) finden sich nicht nur bei Protobranchien, sondern auch bei Mytiliden, wo sie oberflächlich und mehr den Cerebral- Molluca. 37 ganglien als den Pedalganglien genähert liegen, bei Pectcn, einigen Lima und vielleicht Area. Verfasser hält auch jetzt die systematische Einteilung der Bivalven nach den Kiemen für die am meisten natürliche und unterscheidet wie früher Protobranchien, Filibranchien, Pseudolamellibranchien und Eulamellibranchien mit den Septibran- chien. Am Schluß gibt er einen Stammbaum, der aber wohl an manchen Stellen anfechtbar sein dürfte, wie z. B. die Pectunculiden schw erlich zwischen Nuculiden und Arciden vermitteln; ob die Mytiliden zu den Astartiden eine Verwandtschaft zeigen und die XJnioniden an der richtigen Stelle untergebracht sind u. dgl., er- scheint recht zweifelhaft. J. Thiele (Berlin). n^) Rublbel, Über Perlen und Perlbildung bei Margaritana marga- riiifera nebst Beiträgen zur Kenntnis ihrer Schalenstruktur. Mar- burg 1911. 80 S., 2. Taf. Zunächst hat Verfasser den Schalenbau von Margariiana nachuntersucht und findet die bekannten Schichten : Periostracum, Prismenschicht, äußere und innere Perlmutterschicht und helle Schicht. Des Referenten vor 20 Jahren erschienene Arbeit, in der hauptsächlich die vergleichend-morphologische Bedeutung des Hypo- stracum festgestellt wurde, wenn ich auch später die ursprüngliche Auffassung etwas geändert habe, kennt Rubbel nicht, so daß ihm einiges nicht recht klar geworden ist. Es gibt bei Margaritana Perlen aus jeder der 4 Schalenschichten, doch sind solche, die allein aus Periostracumsubstanz und Perlmutter bestehen, selten; häufiger kommen aus Prismenschicht gebildete Perlen vor, solche aus heller Schicht sind zahlreich, aber von geringer Größe. Die Farbe wechselt von weiß bis dunkelbraun und schwarz, häufig zeigt eine Perle verschieden gefärbte Teile. Die Farbe hängt mit dem Bau zusammen. Die Perlbildung geht von gelben Körnchen einer Periostracum -ähnlichen Substanz aus, die im Bindegewebe sowie im Außenepithel des Mantels häufig vor- kommen. Im Epithel bildet sich um ein solches Körnchen allmählich eine größere Zellwucherung, die sich ins Bindegewebe einsenkt und bei weiterem Wachstum durch aufgelagerte Kalksubstanz zu einem Perlsack ausbildet; weiterhin schnürt dieser sich vom Epithel ab, um sich schließlich ganz von ihm zu trennen. Perlsäcke mit sehr dünner Wand können als erschöpft angesehen werden, deren Tätigkeit vorläufig beendet ist, bis das Epithel regeneriert wird. Ein Perlsack ist fähig, sämtliche Schalenschichten nacheinander zu erzeugen, auch in seinen Teilen gleichzeitig verschiedene Schichtarten hervorzubringen. Man kann beobachten, daß ein Teil des Epithels wesentlich anders aussieht als gewöhn- lich, indem die Zellgrenzen schwinden, die Zellen niedriger und dunkler gefärbt und die Kerne stark vermindert sind; solche Stellen sieht Verfasser als erschöpft an. Benachbarte Perlsäcke und ihre Perlen können miteinander verwachsen. Ebenso können Mantelperlen an die Schale anwachsen, nachdem das Außenepithel durch- bohrt ist; sie können alsdann von Schalenschichten überwachsen werden. J. Thiele.,(Berlin\ 80) Crosslaud, C, The Marginal Processes of Lamellibranch Shells. In: Proc. Zool. Soc. Heft IV, S. 1057—1061. 1911. In young specimens of species of CJiama, Sponäylus and Margaritifera there are large processes on the surface of the shell. In the adults of the same spe- cies these processes are relatively insignificant. It is shown that they serve an important purpose in preventing the attacks of boring Gastropods, especially 38 Echinoderma. Murex ramosus. Experiment showed that the species with large processes have a liigh relative immunity compared with those Avithout processes, wlien kept in similar environment, and that the species without processes can only live in an environment in which they are protected from the attacks of the Murex. Doncaster (Cambridge). 81) Lindsay, B. (St. Andrews University). On the boring Mollusca of St. An- drews. In: Ann. Mag. Nat. Hist. 9, 51, S. 369-374; 1912. Gives evidence that the rock-boring of Pholadidae is performed mechanically and is not assisted bv an acid secretion. Doncaster (Cambridge). 82) Stafiford, J., Supplementary observations ou the development of the Canadian oyster. In: Amer. Nat. 46, 29—40, 1912. It is shown that the larva of the oyster (Ostrea virginica Gmel.) continues in the free-swimming condition ibr 3 or 4 weeks after fertilizatiou, the method used being to collect the larvae from sea-water in a plancton net. It is thought possible to apply this method in determining the time when the larvae settle and become attached, and by supplying a suitable resting place on the sea bottom at the proper time, to enable a much greater percentage of the larvae to survive. Various other data regarding the oysters of the Atlantic and Pacific coasts are given. Gates (London). Hierzu: Nr. 42, 43, 49. Echinoderma. 83) Mac Bride, E. W. (London, Imperial College of Science), Studies in Heredity I. The Effects of Crossing the Sea-urchins EcJiinus esculen- tus and Eclnnocardium cordatum. In: Proc. Royal Society, 84. Bd., 573. Heft, S. 394—403. The results obtained by previous investigators are reviewed and a description given of the normal larvae of the two species used. Echinocardinm is characterised chiefly by an aboral spike and lattice-skeleton in the post-oral (anal) arms, EcJiinus by the absence of both these characters, by differences in the body-rods, in size and pigmentation. In the cross Eclnnocardium $ x EcJiinus c? only about one in 1000 fertilised eggs develop into larvae. The plutei are distinctly intermediate between those of the two parents, having (with one exception) no trace of aboral spike, imperfect lattice-work in the post-oral arm skeleton, body rods resembling those of Echinus, but size and pigmentation nearer those of the maternal parent. These results are at variance with those obtained by Vernon. No larvae could be obtained from the converse cross; it was found however that unless the sea-water was thoroughly sterilised, the eggs developed owing to the presence of EcJiinus sperm in the water. Doncaster (Cambridge). 84) Milies, G. ß. (Cambridge University), Note on the Mechanism of Discharge of the Cuvierian Organs of Holothuria nigra. In: Quart. Journ. Micr. Sc. 57. 3. S. 301— 304. 1 plate. 1912. It has' been maintained that the discharge of the Cuvierian organs is not due to injection of fluid into the tubes, since if they are cut off during discharge the separated pieces continue to elongate. The author made a variety of experi- ments such as ligaturing the organs during discharge and injecting them with water of known pressure, and proves that injection of fluid by muscular con- traction of the body-wall of the animal is the cause of the discharge. The rea- son for the continued elongation after section is that cutting with scissors causes Vertebrata. Pisces. 39" the sticky walls of the tube to adhere firnily at the point of section, and the pressure of the fluid within the tube, its escape being thus prevented, causes the continued elongation. Doncaster (Cambridge). Hierzu: Nr. 22. Yertel)rata. ^ 85) Edinger, L., Bau der nervösen Zentralorgane. Bd. I, 8. Aufl. Leipzig (F. C. W. Vogel) 1911. XI u. 530 S. mit 398 Fig. im Text und 2 Taf. Preis M. 18.— , geb. M. 19,75. Nachdem Verfasser 1908 eine Teilung der „Vorlesungen" vorgenommen hatte, ist nunmehr dem in 7. Auflage vorliegenden, die Nichtsäuger umfassenden Bande eine tiefgreifende Neubearbeitung des I. Bandes (Säuger) gefolgt, wie bei dem raschen Vorwärtsschreiten der Forschung gerade auf diesem Gebiete nicht anders zu erwarten war. Das Buch wendet sich jetzt, wie Verfasser besonders hervorhebt, „besonders an die, welche mitzuarbeiten gesonnen sind auf einem der wichtigsten Gebiete menschlicher Forschung". Es ist und will also mehr, als eine orientierende Ein- führung für Ärzte und Studierende (dafür ist nun die „Einführung in den Bau der nervösen Zentralorgane" vom Verfasser geschrieben worden — erschienen 1909), es will ein Programm sein für den weiteren Ausbau des Gebietes. Neu aufgenommen ist der Abschnitt vom visceralen Nervensystem, völlig umgearbeitet sind „Kleinhirnrinde" und „Großhirnrinde"; auch die Vorlesungen über das Kleinhirn und die Oblongata sind neubearbeitet. Wie immer bei den Werken E dingers ist die Textillustration mit meister- haftem didaktischen Geschick vom Verfasser geschaffen worden. Wünschenswert wäre, um einige Kleinigkeiten, die sich leicht bei einer Neu- auflage ändern ließen, zu erwähnen, die Beseitigung oder Verbesserung (eine solche hat Verfasser an der alten Figur des Nissl-Bildes der Stirnwindungsrinde ja vorgenommen) der schematischen Figur 368 (irrtümlich ist gedruckt 378), die noch eine Einteilung der Rinde der Stirnwindung in 4, statt, wie richtig und im Text auch, auf Grundlage der Arbeiten Brodmanns und anderer, ausgeführt ist, 6 Schichten gibt. Es ist auch nicht richtig, wenn Verfasser sagt, daß nirgend- wo ein Widerspruch zwischen den Arbeiten Ramon y Cajals und denen von Nissl, Hammarberg, Mott, Campbell, Brodmann u. a. bestände. Hier be- steht in der gesammten Vorstellung vom Aufbau der Rinde doch eine tatsächlich kaum überbrückbare Kluft. Auch daß zahlreiche unanfechtbare Beobachtungen über das Vorkommen freier Endigungen der einzelnen Zellenausläufer vorlägen, dürfte wohl anzuzweifeln sein. Das sind aber schließlich unbedeutende Ausstellungen, die jedoch bei einer neuen Auflage wohl berücksichtigt werden könnten. M. Wolff (Bromberg). Pisces. 86) Houssay, FrMeric, Forme, puissance et stabilite des poissons. Paris (Hermann) 1912. 8° de 372 pages avec 117 flg. L'ouvrage est divise en deux parties. Au cours de la premiere, l'auteur etudie la forme et le mouvement des poissons. II considere ensuite, au cours d'une seconde partie, leur puissance. M. Houssay etudie tout d'abord le mode de i^ropulsion des poissons et met en evidence les principes suivants: 40 Pisces. 1" Un Corps souple et allonge tixe par une estiemito dans un fluide qui se de- plaee, est parcoui-u par une onde qui se propage le loug de lui. C'est uu ph^uomene de traiisforruatiou du mouvenieut tourbillonnaire eu mouvemeut vibratoire. •2'' Vn Corps souple et allonge, auimo d'un niouvenient de translation daus le seus de son grand axe, au sein d'un fluide immobile, determiue, du fait meme de sa trans- lation, des pbeuomenes tourbillonnaires, ä la suite desquels, eu raison de sa souplesse, il aequiert un mouvement ondulatoire transversal. 3" Un eorps souple et allonge, auime au sein d'un fluide immobile d'un mouvement ondulatoire transversal aequiert, de ce fait meme, une translation dans le sens de son grand axe, et dans une direction opposee ä eelle suivant laquelle Toude se propage. Si Ton considere des poissons de plus eu plus courts et de moius en moins souples, on voit le mouvement ondulatoire se localiser de plus en plus sur la region posterieure du eorps, et gaguer en vigueur a niesure qu'il perd eu etendue. Le poisson est modele de teile maniere que par les courbures de son corps et par la disposition de ses nageoires, l'eau fuit sin- lui dans la forme tourbillonnaire. ainsi qu'il a ete possible ä M. Houssay de le montrer experimentalement. Les nageoires impaires, a toutes les vitosses, et les nageoires paires, plus speciale- ment aux petites vitesses sont des organes directeurs de tourbillons: elles assurent ainsi, par un processus pbysique, la stabilitt^ du poisson. M. Houssay etudie ensuite les pbenomenes d'inversion qui sont bien visibles sui le eorps des poissons. Le uombre des uappes d'inversion eroit avec la plasticite du Corps mobile et avec la vitesse qu'on lui imprime. II a construit des modeles metalliques qui lui out permis d'etudier, d'une maniere tres precise, toutes les questions de vitesse et de stabilite se rapportant a la navigation des poissons dans le milieu aquatique. C'est eu partaut des prineipes exposes plus haut, ainsi que de la plasticite de la substauee vivante, que M. Houssay fait deriver la forme des poissons. L L'auteur ramene en eÖ'et, a une Vibration de plus en plus fine: 1" l'inversion generale du corps; 2" le deeoupage des nageoires; 3" la metamerie; 4" la formatious des rayons sur les nageoires, et la subdivisiou des rayons en articles; 5" la Constitution des feuillets branehiaux; ti" la formation des fibres musculaires; 7" la structure de chaque flbre. II. Ces divers aspeets vibratoires varient avec la resistanee de l'eau ^ laquelle est toujours fonetion de trois variables: vitesse, forme, souplesse. III. Le retouruement du Vertebre, determine par la superiorite du reudement qu'entraine la positiou du eentre de gravite au-dessus du centre de poussee. a lui- meme produit la dissymetrie qui groupe les nageoires eu deux categories, les paires et les impaires, ainsi que rheterocercie des Squalides. IV. La moute'e stabilisatrice qu'eprouve cette forme dans la nage tilee a iutroduit soit les nageoires caudales faisant l'oftice de quilles, soit plus generalement le jeu des nageoires ventrales, action qui, eile meme, a eu pour eonsequeuee immediate la compres- sion laterale, rbomocereie, la boucbe terminale, en un mot le passage aux Teleostomes. V. L'acoroissement de vitesse a produit sur les poissons ä colonne vertebrale souple ou peu durcie les nageoires ä une seule dorsale. VI. Le durcissement du squelette. combine avec la vitesse conservant des deux nageoires dorsales, a amene le deplacement des nageoires ventrales en avant du oenti-e de gravite (ventrales tboraeiques et jugulaires). VII. Le durcissement du squelette, sur des poissons plus lents, a eu pour conse- quence l'allongement de la uageoire anale d'abord, de la seconde dorsale ensuite, et le passage progressif aux anguilliformes. VIII. Enfln, l'auteur a mis en evidence une refection secondaire de la forme a tour- billons courts, par reprise de vitesse, cliez les Gadides et les Scomberides. Les Annelides et les Arthropodes subissent des etiets analogues, mais a un degre moindre, en raison de la vitesse moins grande de leur propulsiou. En resume c'est, d'apres Tauteur, le mouvement tourbillonnaire qui se mani- feste sur des etres capables de se modifier avec des vitesses variables qui est une des actions modelantes les plus puissantes. M. Houssay, elargissant la question qu'il vient de traiter attire enfin l'at- tention sur l'importance que presentent certainement, dans les lois morphogeniques des etres vivants, les phenomenes tourbillonnaires accompagnant la rotation de la terre. C. L. Gatin (Paris). Reptilia. 41 87) Chaiidler, A. C, (Univ. of California), On a Lymphoid structure lying of the Myelencephalon of Lepidosteus. In: Univ. of Calif. Pub. in Zoology IX, Nr. 2, S. 85—104, pl. 10 — 11, 1911. Author's Suramary: 1. A lymphoid, gland-like structure overlies the myelen- cephalon of Lrpidostcus , and is closely associated with the pial covering of the fourth ventricle. Though large and conspicuous, it has been almost universally overlooked by workers on the brain of I.epidoHtnis. 2. The myelencephalie gland (provisionally so named) is present in both Lepidostcus osscus and L. pAaiysto- mus, which are the only species of the genus examined be me. No indication of it has been found in other ganoids. 3. The size and form are very constant in all specimens dissected and are practically the same in both species. Topographic- ally it seems to be a highly developed portion of the pia-mater. 4. The micro- scopic structure is typical of a lymph gland. A reticulum of connective tissue underlies the whole, and in this a number of other histological elements are nelted. 5. The most characteristic feature is the abundance of cells containing masses of granules staining deeply with eosin, of unknown nature, and resembling melanin granules in size and form. x Chromosomen haben. Aber die Verschmelzung der beiden Polkerne, die eine Verdoppelung der haploiden Zahl, und das Hinzutreten des cT- Kerns, welches gar ihre Verdreifachung bedingt, haben für die Ausgestaltung des Endosperms keinerlei „determinativen", vielmehr einen „supplementären" Charakter. Auch ist es gleichgültig, ob der Endospermbildung eine Reduktionsteilung vorausging oder nicht. Das Produkt der Kernfusionen, welche im Inneren des Embryosackes vor sich gehen, wird auch durch eine noch größere (wie z. B. beim sechzehnkernigen Embryosack-Typus) oder eine geringere (wie z. B. bei parthenogenetischer Endo- spermbildung) Zahl von Kernverschnielzungen nicht in seinem Wesen verändert. Immer bleibt es ein undifferenziertes Gewebe, niemals gelangt es auf eine höhere Organisationsstufe. G. Tischler (HeidelbergY Fortpflanzung. 75 172) Vermoeseii, C. (Louvain, Inst. Carnoy), Contribution ä l'etude de l'ovule, du sac embryonnaire et de la fecondation dans les An- giospermes. In: Cellule, Bd. 27, Heft 1, S. 113—162, 2 Taf., 1911. Verfasser studierte die Entwicklungsgeschichte der Samenanlagen bei den Orchideen: Neotiia ovafa, Orclm latifolia. 0. maculata, Eplpactis ])ali(stris und E. laiifiilia. Er macht darauf aufmerksam, daß man hier ein großes subepidermales sporogenes Gewebe in den Placenten bereits annehmen dürfe, von dem aus ein- zelne Protuberanzen zu Samenanlagen aussproßten. Die dazwischen liegenden Teile würden „steril". Man könnte somit sagen, das Sporangium bilde sich längs eines jeden der Ventralränder des Carpellblattes, und sämtliche Zellen der Pro- tuberanz mit Ausnahme der Epidermis entsprächen dann Archespor-Zellen, auch wenn nur eine zentral gelegene davon zur Embryosack-Mutterzelle würde. Diese selbst entwickelt sich normal weiter: durch zwei allotype Mitosen bildet sie eine (hier unvollkommene) Tetrade, und der unterste Abkömmling wird zum Embryo- sack. Bei seiner Ausgestaltung ist nichts Besonderes zu bemerken, auch die Dop- pelbefruchtung verläuft normal. G. Tischler (Heidelberg). 173) Brown, W. H. and Sharp, L. W. (John Hopk. üniv, Bot. Lab.), Theembryo sac of Epipactis. In: Bot. Gaz., Bd. 52, Heft 6, S. 439—452. pl. X, 1911. Das merkwürdigste Ergebnis der Arbeit ist, daß der Embryosack von Epipactis pu- iescens auf zweierlei verschiedene Weise sich bilden kann. Einmal entsteht er nach der Norm, indem eine Embryo- Mutterzelle sich in vier Tetraden teilt und dann die unterste Zelle die anderen drei verdrängt. Sodann aber können die Wände nach den beiden allo- typen Teilungsschritten sich zwar bilden, aber wieder versehwinden, etwa wie das für Smilacina angegeben wird, und die vier eben entstandenen Kerne würden die vier ersten Nuclei des Embryosacks selbst werden. In diesem Falle brauchen sie nur noch eine Teilung zu erfahren, bis die normalen acht Kerne vorhanden sind, während im ersteren der Kern der bevorzugten Tetrade die üblichen drei Teilungsschritte durchmachen muß. Verfasser ist also geneigt, i n jungen Embryosack ein ,, äquipotentielles System" im Sinne von Driesch zu sehen. Das weitere Schicksal des Embryosacks bietet nichts besonderes Interessantes. Eine Doppelbefruchtung findet zwar statt, doch degeneriert der primäre Endospermkern, ohne Nährgewebe zu bilden, das befruchtete Ei ist ohne Suspensor, wenigstens zur Zeit der Samenreife. G. Tischler (Heidelberg). '174) r. C. V. Faber (Buitenzorg, Botan. Garten), Morphologisch-physio- logische Untersuchungen an Blüten von Coffea-Arten. In: Ann.jard. bot. Buitenzorg, vol. 25, Heft 1, S. 59— 160, 12 Tai, 1912. Verf. schildert in einer außerordentlich gründlichen Arbeit die Entstehung der Blüten und Blütenteile, Befruchtung und Samenbildung beim Kaffeebaum. In erster Linie wurde Coffea llherica untersucht. Ref. kann nur einiges besonders Wichtige aus der Publikation hervorheben. So sind recht interessant die Aus- führungen über die Entstehung des „Obturators", eines Placentaraus Wuchses, der dann zu einem glockenförmigen Gebilde sich erweitert und zur Zeit der Anthese mit dem einzigen Integument der Samenanlage ringsum verwachsen ist. Seine Zellen sprossen später zu langen haarförmigen Gebilden aus, die richtend auf den Pollenschlauch wirken. Na,ch der Befruchtung verschwindet der Obturator all- mählich. Weiter erwähnt Ref., daß bei den Teilungen der Embryosack -Mutterzellen sich nur vier nackte Tetraden ausbilden; die obersten drei degenerieren davon, die unterste wird zum Embryosack. Eigentümlicherweise ist zwischen dem ein- kernigen Stadium und den weiteren Teilungen, die sich hier abspielen, eine Pause, die meist erst infolge des direkten Bestäubungsreizes aufgehoben wird. Von Einzelheiten der Reduktionsteilung sei hervorgehoben, daß sich in bestimmtem Stadium die 16 Prochromosomen feststellen ließen und daß der aus der Synapsis 76 Fortpflanzung. austretende aufgelockerte und längsgespaltene Spiremfaden in die haploide Chro- mosomenzahl sich segmentiert. Der Embryosack wird schließlich normal acht- kernig; die Polkerne brauchen vor der Befruchtung nicht zu verschmelzen. Die Teilungen der Pollenmutterzellen glichen im Prinzip denen der Em- bryosack-Mutterzellen. Im reifen Pollen hatten die Pollenkörner meist erst einen Nucleus. Die Trennung in generative und vegetative Zellen findet erst zur Zeit des Ausstäubens statt. — Die Tapetenzellen der Antheren können mehrkernig- vi^erden, im Plasma fand Verf. kleine unregelmäßig gebaute Chromatinkörper, die er als C'hromidialapparat deutet. Die Pollenschläuche verlaufen endotroph im Griffelgewebe; wenn die Micropyle zu eng ist, bahnen sie sich schließlich unter völliger Zerstörung der Nachbarzellen ihren Weg zur Eizelle. Die Synergiden bleiben bei der Befruch- tung intakt. Beide c? Kerne treten anscheinend völlig nackt in den Embryosack über. — Die Endospermbildung setzt sofort nach Fusion des oder der Polkerne mit dem dritten Nucleus ein, während die befruchtete Eizelle erst noch ein kleines- Ruhestadium durchmacht. Über die Einrichtungen, welche im Endosperm zur speziellen Ernährung des Embryos getroffen sind (haustoriale Funktion der „Längsspalte", „Quellgewebe"),, wolle man im Original nachlesen. Nach Besprechung einiger Unregelmäßigkeiten in der Entwicklung („Perl- kaffee", Polyembryonie) wendet sich Verf. zu seinen experimentell gewonnenen Daten. Interessant sind vor allem die Angaben über die Autogamie der Coffea- - Zi&en'ca-Blüte, die sich schon in der Knospe vollziehen kann, und über die Bevor- zugung fremden Pollens vor dem eigenen bei gleichzeitigem Belegen der Narben. Die Befruchtung tritt darnach erst 5 — 6 Tage nach der autogamen, aber schon 3 — 4 Tage nach der xenogamen Bestäubung ein. Verf. glaubt, daß in seiner Heimat C. liherica ganz auf Fremdbestäubung angepaßt war und erst später wegen Mangels entsprechender Bestäuber zur Autogamie übergegangen ist. Bei Coffca Laiirentü (robusfa) und Verwandten existiert eine Autogamie in der Knospe gar nicht oder nur sehr selten. Die Versuche über die Keimungen der Pollenkörner, ihre Widerstands- fähigkeit usw. lassen sich schwer kurz referieren. Von allgemeinerem Interesse ist, daß Coffeapollen noch in 45°/o Rohrzuckerlösung auszukeimen vermag und daß für die Lebensdauer ganz besonders schädlich ein Wechsel von Austrocknen und Befruchten wirkt. Die partielle Sterilität ist bei C. arahica ziemlich häufig, geringer bei C, liberica, recht groß bei den untersuchten Hybriden. Verf. untersuchte die Ursachen der Sterilität erfolgreich und schildert die verschiedenen Grade der Degeneration. Sicher ist, daß zwischen der elterlichen Unfruchtbarkeit und der des Bastards keine prinzipiellen Unterschiede bestehen. Sodann versuchte Verf. die unfrucht- baren als „Sterretjes" in der holländischen Literatur beschriebenen Blüten künst- lich zu erzeugen. Durch Verdunkeln und starke Bodenfeuchtigkeit gelang es ihm bis zu gewissem Grade, vor allem wenn diese ungünstigen Außenfaktoren mehrmals nacheinander auf eine bestimmte Pflanze einwirkten. Aus äußeren Grün- den mußten diese Versuche abgebrochen werden; Verf. zweifelt aber nicht, daß es bald gelingen wird, die „Sterretjes" willkürlich zu erzeugen. G. Tischler (Heidelberg). / 175) Broman, J. (Lund, Anatomie), Über geschlechtliche Sterilität und ihre Ursachen, nebst einem Anhange über künstliche Befruchtung bei Tieren und beim Menschen. Wiesbaden (J.F.Bergmann) 1912. 8". Fortpflanzung. 77 Im Rahmen eines Vortrages gibt Verf. zunächst eine sehr übersichtliche und genaue Zusammenstellung über die Ursachen der Sterilität, geordnet in drei Ab- schnitte: Copulationshindernisse, Imprägnationshindernisse, Graviditätshinder- nisse. Im Anschluß hieran bespricht Verf. im einzelnen die Frage der Unfrucht- barkeit fertiler Individuen, die Menstruation ohne Ovulation, die Unfruchtbarkeit sonst völlig normaler Individuen, die Erhaltung der Libido bei Zeugungsunfähigkeit. Po 11 (Berlin). 176) Pissl, Fr., Zur Sterilität des Rindes. In: Deutsche Tierärztl. Wochenschr. 19. Jg., Nr. 44 u. 45, S. 673—676 u. 689—691, 1911. Eine gedrängte, inhaltreiche Besprechung der Ursache und Behandlung der Steri- lität des Rindes. Gute Literatur. Pfeiler (Bromberg). / 177) Gross, J., Heterochromosomen und Geschlechtsbestimmung bei * Insekten. In: Zool. Jahrb., Bd. 32, Physiol., S. 99—170, 1912. Verf. gibt zunächst die Resultate, die die Zellforschung hinsichtlich der He- terochromosomen bei den verschiedenen Insectenordnungen gewonnen hat. Er stellt fest, daß von neun untersuchten Insectenordnungen vier die Heterochromo- somen vollständig vermissen lassen. Das heute vorliegende Beobachtungsmaterial läßt ihn zu folgenden Ergebnissen kommen: Charakteristisch für die accessorischen Chromosomen ist ihre Tendenz, zu verschmelzen. Sie nehmen nicht an der Größenzunahme der Autosomen teil, bleiben daher oft kleiner und teilen sich bei der Reifung nicht längs. So müssen Spermatozoen mit und solche ohne accessorische Chromosomen entstehen. Bei den Idiochromosomen, die von den accessorischen abzuleiten sind und nicht um- gekehrt, beschränkt sich die Passivität in der Hauptsache auf die eine Kompo- nente des Paares. Das Hauptinteresse gilt der Frage nach der Beziehung der Heterochromosomen zur Determinierung des Geschlechts. Nach Gross besteht eine solche Beziehung nicht. Denn bei vier Insectengruppen, bei denen keine Heterochromosomen nachgev^iesen werden konnten, müßten die bestimmenden Faktoren prinzipiell andere sein. Ferner ist nach ihm — und dies ist für ihn wohl der wichtigste Punkt — die Univalenz der accessorischen Chromosomen im männlichen Geschlecht eine scheinbare, hervorgerufen durch Verschmelzung der zwei im weiblichen Geschlecht vorkommenden Elemente, wie sie durch ihren passiven Zustand bedingt wird. Da demnach die Heterochromosomen mit der Geschlechtsbestimmung nichts zu tun haben, so versucht Verf. ihr verschiedenes Verhalten in beiden Geschlechtern anders zu deuten. Männchen und Weibchen haben denselben Chromosomenbestand. Da aber zweierlei Spermien entstehen, so fordert dies, daß stets (auch bei getrennt geschlechtlichen Formen!) die Hälfte aller Spermatozoen befruchtungsunfähig sind. Im männlichen Geschlecht ver- kleben die beiden accessorischen Chromosomen zu einem einzigen infolge ge- ringerer Aktivität. Im weiblichen Geschlecht ist die Passivität nicht so weit vor- ^geschritten, da eine Verklebung und ein Zurückbleiben im Wachstum auch hier eine ungleiche Verteilung bei den Reifeteilungen bedingen würde, und dies hätte wieder eine Elimination der Hälfte aller Eier zur Folge. (Vorausgesetzt ist, daß nicht in geregelter Weise das Heterochromosom stets dem Ei zugeteilt würde.) Darin würde aber ein Nachteil liegen, der es Verf. verständlich erscheinen läßt, warum nur in den männlichen Zellen die Passivität diesen hohen Grad erreicht. Für die Idiochromosomen kann das für die accessorischen Chromosomen Ausge- führte gelten, wenn man der Ansicht beistimmt, daß das große Idiochromosom sich aus einem Autochromosom und einem Paar von accessorischen zusammen- setzt. Diese Überlegungen lassen Verf. die Ansicht von Paulmier und Mont- 78 Fortpflanzung. gomery, daß die Heterochromosomen rudimentäre Gebilde sind, um so sympa- thischer erscheinen, als diese auch die von einigen Autoren beobachteten indivi- duellen Differenzen der Chromosomenzahl leicht zu erklären imstande ist. R. Dem oll (Gießen! 178) Morgan, T. H., Is the change in the sex-ratio of the frog, that is affected by external agents, due to partial fertilization? In: Amer. Nat. 46, S. 108-109, 1912. Kusch akewitsch found that among 300 frogs eggs in which fertilization had been delayed for three or four days, 299 developed into male tadpoles while one was a bilateral hermaphrodite. Morgan suggests that this result is possibly^ due, not to the direct effect of environment upon sex, but to one only of the pro- nuclei (the male or the female) taking part in the development. This hypothesis can be tested in part by counting the chromosomes. Gates (London). / 179) Kammerer, P. (Wien, Biolog. Versuchsanstalt), Ursprung der Ge- schlechtsunterschiede. In: Fortschritte naturw. Forschung, Bd. 5, S. 1 — 240^ 1912. Im Mittelpunkt dieser ausführlichen zusammenfassenden Darstellung stehen die experimentellen Untersuchungen, welche in neuerer Zeit mit dem Endziele durchgeführt wurden, die kausalen Zusammenhänge in der Differenzierung der Geschlechtsmerkmale klarzulegen. Wie es versucht wurde, entweder durch un- mittelbaren Eingriff in den tierischen Organismus unter Anwendung der Methoden der Kastration, einer künstlich eingeleiteten Regeneration von Geschlechtscharak- teren, der Transplantation von Geschlechtsdrüsen, oder aber durch planmäßige Züchtung und Einwirkenlassen äußerer Faktoren. Diese Aufzählung gibt zu- gleich die wesentliche Disposition der Abhandlung wieder; alle Abschnitte ent- halten eine sehr vollständige Zusammenstellung und kritische Würdigung der bereits recht umfangreich gewordenen Literatur, zugleich aber auch eine präzise Zusammenfassung der bisher geleisteten Arbeit und ihrer Ergebnisse. Alles deutet darauf hin — und dies ist ein Schluß, welcher sich allmählich wohl jedem, der sich intensiver mit diesen Problemen beschäftigt hat, aufdrängt — , daß die „Ge.-:- schlechtsmerkmale gleichwertig den Art- und Rassencharakteren gelten müssen^ also auch den gleichen Gesetzen wie letztere unterworfen sein werden. Und mit Recht hebt Verf. hervor, daß durch diese Erkenntnis eine sehr bedeutsame Ver- einfachung der Problembehandlung geschaffen ist. J. Meise nheimer (Jena). 180) Harms, W. (Marburg, Zool. Inst.), Ovarialtransplantation auf fremde- Species bei Triton. In: ZooL Anz. 37, 12/13, S. 225—237, 1911. Dem Verf. ist es gelungen, durch seine Versuche an Tritonen nachzuweisen,, daß eine artfremde Transplantation von Ovarien auch bei Wirbeitieren möglieb ist. Infolge mangelhafter Ernährung tritt zunächst eine Resorption gewisser Teile des Transplantats ein; gleichzeitig beginnt aber auch schon wieder eine Neu- bildung aus dem Keimepithel, das sich lebhaft vermehrt und neue Eifollikel aus- sich hervorgehen läßt, sobald es von hineingewucherten Gefäßen versorgt wird.. Die für das Problem der somatischen Induktion wichtige Frage, ob die trans- plantierten Ovarien auch funktionsfähig sind und ob sich ein Einfluß des art- fremden Organismus auf die Eizellen geltend macht, soll späteren Untersuchungen: vorbehalten bleiben. F. Pax (Breslau). Fortpflanzung, 79" 181) Meisenlieimer, J. (Jena, Zool. Inst.), Über die Wirkung von Hoden- und Ovarialsubstanz auf die sekundären Geschlechtsmerkmale des Frosches. In: Zool. Anz. 38, 2, S. 53—60, 5 Fig., 1911. Die Kastration männlicher Frösche hat eine fast vollständige Reduktion der Daumenschwiele zur Folge, die aber durch nachfolgende Implantation von Hoden- substanz in die subcutanen Lymphräume wieder aufgehoben werden kann. Merk- W'ürdigerweise vermag auch implantierte Ovarialsubstanz bei kastrierten Fröschen die Entwicklung der Daumenschwiele wieder anzuregen. Meisen heimer zieht aus diesen experimentellen Befunden den Schluß, daß es sich hierbei nicht um einen spezifischen Einfluß der Geschlechtsdrüsen auf die sekundären Sexual- charaktere, sondern nur um einen ganz allgemeinen Einfluß auf den ganzen Stoff- umsatz des Körpers handele. F. Fax (Breslau). 182) Smith, Geoftrey and Schuster, E. (Oxford, Universitj^), Studies in the Experimental Analysis of Sex. Part. 8. The Effects of theRemoval and Transplantation of the Gonad in the Frog (Rana fusca). In: Quart. Journ. Micr. Science 57, 4, S. 439 — 471, 4 plates, 1912. The cyclical changes in the testes and thumb of male frogs are described. Transplantation of the testes into other individuals, male or female, leads to de- generation of the testicular tissue. Testes severed from their connexions, but left in the same individual, show degeneration of the ripe spermatozoa, but the spermatogonia survive and proliferate. Ovariotomy, with or without subsequent implantation of testes or injection of testis extract, does not cause the thumb of the female to assume any male characters. Castration of the male, except in the breeding season, has little or no effect on the thumb-characters. Castration in the breeding season is followed by rapid throwing-off of the outer papillated layers of the thumb-pads. Implantation of testis, and injection of testis-extract, has an entirely negative effect on the thumb of castrated frogs. The opposite results ofNussbaum and Meisen heimer are criticized, and it is concluded that there is no evidence of an internal secretion, which, injected into a castrated frog, causes increase of the thumb-papillae. Doncaster (Cambridge). 183) Marshall, F. H. A. (Cambridge, University), On the Effects of Ca- stration and ovariotomy in sheep. In: Proc. Royal Soc. Vol. B. 85, No. 576, S. 27—32, 1912. The author summarizes his work as follows: — "(l) The development of horns in the males of a breed of sheep in which well-marked secondary sexual differentiation occurs (as manifested especially by presence or absence of horns) depends upon a Stimulus arising in the testes, and this Stimulus is essential not merely for the Initiation of the horn-growth, but for its continuance, the horns ceasing to grow whenever the testes are removed. (2) The removal of the ovaries from young ewes belonging to such a breed does not lead to the development of definitely male characters, except possibly in an extremely minor degree."^ (Very small 'scurs', or projections appeared on the skulls of the ewes from which ovaries were removed; no such appeared on the skulls of the control ewes.) Doncaster (Cambridge). Hierzu: Nr. 122, 124, 141, 187, 193, 194, 203, 235, 249, 254, 258, 260, 261, 271, 288—291^ 300, 306, 307, 319, 333, 335, 336. 80 Entwicklung, Regeneration. Entwicklung, Regeneration. 184) Just, Ernest E., The Relation of the First Cleavage Plane to the Entrance Point of the Sperm. In: Biol.Bull.XXn, Nr. 4,March 1912, S. 239—252, 11 figs. In the case of the egg of Nereis fertilized in a Suspension of India-ink in sea-water, the ink particles press in along- the tail of the Spermatozoon embedded in the jelly secreted by the egg at the time of fertilization and thus form a black streak in the transparent jelly, pointing to the Spermatozoon. This black streak or "sperm indicator" remains after the penetration of the Spermatozoon and thus marks its point of entrance. Using this as an indicator it is possible to determine that the first plane of cleavage, in the great majority of cases at least, passes through the entrance point of the Spermatozoon. The division of the egg is unequal, furnishing a large posterior and a smaller interior cell. Thus the penetration path of the Spermatozoon in Nereis is at right angles to the plane of symmetry of the egg and not parallel to it as in the frog. Howewer, the same general result follows as in the frog, viz: that the plane of bilateral symmetry is determined at the time of fertilization. Lillie (Chicago). 185) Bial-aszewicz, K. (Krakau, Embryol. Abt. d. anatom. Instit. d. Univ.), Badania stosunköw osmotycznych w rozwojn zaby Ikury. Wiado- mosc tymczasowa. Untersuchungen über die osmotischen Verhältnisse bei der Entwicklung der Frosch- und Hühnerembryonen. Vorläufige Mitteilung. In: Anz. d. Akad. d. Wissensch. in Krakau, Math.-Nat. Klasse. Heft 1 B, S, 1 — 12, 1912. In der vorliegenden Untersuchung wollte Verf. in erster Reihe bei Embryo- nen von Frosch und Huhn die Änderungen des osmotischen Druckes in den Embryonen bei ihrer fortschreitenden Entwicklung feststellen, und dann das osmotische Verhältnis zwischen dem Embryo (als abgeschlossenes osmotisches System) einerseits und der Flüssigkeit, in der er lebt, andererseits beobachten. Verf. fand hierbei, daß ausgewachsene Froscheier unmittelbar vor ihrer Los- trennung vom Eierstock einen etwas kleineren osmotischen Druck haben, als der mütterliche Organismus. Die innere Flüssigkeit eben ausgeschlüpfter Embryonen zeigt eine bedeutend geringere Gefrierpunktserniedrigung als die der Ovarialeier. Bei der weiteren Entwicklung erleidet der osmotische Druck aber keine weitere Abnahme mehr, sondern nimmt beständig zu; ganz ähnlich wie beim Frosch sind die Verhältnisse auch bei der Entwicklung des Huhnes. Ferner ergab sich aus den Untersuchungen vom Verf., daß innerhalb der beobachteten Entwicklungs- periode der Innendruck des Embryos deutlich unabhängig ist von dem in seinem Außenmedium herrschenden osmotischen Druck. Interessant ist jedenfalls (worauf auch Verf. hinweist), daß in einem Zeitraum, in dem der Embryo nachgewiesener- maßen hauptsächlich durch Wasseraufnahme wächst, ein innerer osmotischer Überdruck, der die Wasseraufnahme begünstigen und leicht erklären würde, nicht besteht. Bruno Kisch (Prag). 186) Maas, 0., Über das Ausbleiben der Regeneration und Regulation bei niederen Tieren. In: Sitzber. Ges. Morph. Phys. München, Jg. 1911, 5 S. Der Autor macht auf die große Verschiedenheit hinsichtlich der Regene- rationsfähigkeit bei verschiedenen wirbellosen Tieren aufmerksam und geht dann auf die Ergebnisse neuerer Versuche ein, welche von ihm an dem skelettlosen Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. 81 Schwamm Cfiondrosia reniformis, mit dem er schon früher experimentiert hatte, angestellt wurden. Auch diese neuen Versuche zeigen, daß eine eigentliche Regeneration (Ge- websneubildung und -Vermehrung) nicht auf den Reiz des Anschnittes folgt. Es fand vielmehr oft eine Abstoßung weiteren Gewebsmaterials statt, ehe jene Um- ordnung (Regulation) der benachbarten Schwammteile anhub, welche den Zweck hat, ein normales Funktionieren des Ganzen zu eiTnöglichen. Allerlei Versuche haben gezeigt, daß im allgemeinen ungünstige Bedingungen die Regulation nicht behindern, günstige die Regeneration nicht fördern. Wenn zwei an- oder ausgeschnittene Schwammstücke in annähernd natür- licher Lage aneinandergefügt werden, so daß sie gleich gerichtet sind und Cho- anosom mit Choanosom, Rinde mit Rinde zusammenstoßen, verschmelzen sie nicht nur mechanisch, sondern auch organisch, und regulieren sich so, daß funktionell ein einziges Individuum daraus wird. Wenn aber zwei solche Cliondrosla-Stixcke in unnatürlicher Lage zusammengebracht werden, findet nur eine mechanische, nicht aber eine organische Verschmelzung statt, und die beiden Stücke regulieren sich so, daß sie dann zwei zwar physisch zusammenhängende, funktionell aber ge- trennte Individuen darstellen. Im allgemeinen meint Maas, daß die sogenannten niederen (wirbellosen) Tiere keine größere Regulations- und Regenerationsfähigkeit besitzen als die Wirbeltiere, im Gegenteil! R. v. Lendenfeld (Prag). Hierzu: Nr. 144, 186, 251, 257, 258, 266, 268, 278, 305, 309, 310, 311. Experimentelle Morpliologie, Mißbildungen, Pathologie. /iSH) Bardeen, Charles Russell (Wisconsin, Univers.), Further studies on the Variation in susceptibility of Amphibian ova to the x-rays at different stages of development. In: Amer. Journ. Anat., Bd. 11, Heft 3, S. 420—490, 1911. Werden reife Eier von l^ana mit Sperma befruchtet, das mit Röntgenstrahlen Torbehandelt war, so wird eine Schädigung der väterlichen Determinanten erst iDei der larvalen Differenzierung bemerkbar. Es kann zu lokalisierten Läsionen kommen, zuweilen zu einer Entwicklungshemmung der ganzen Körperhälfte. Anomalien können sich bei den Eiern schon bei der Gastrulation zeigen. Nur wenige gelangen bis zum Kaulquappenstadium. Bei Eiern, die vor der Befruch- tung bestrahlt wurden, treten die Entwicklungsstörungen früher auf, doch zeigt sich etwa dasselbe Verhältnis der weitentwickelten Exemplare wie bei Befruch- tung mit bestrahltem Sperma. Werden die Eier während der Befruchtung 45 Minuten lang den Strahlen exponiert, so zeigen sich bei den späteren Teilungen bis zur Gastrulation Ano- malien. Wird während der ersten Teilungen bestrahlt, so kommt es nur selten zur Gastrulation. Bei Bestrahlung im Gastrulastadium entwickeln sich fast alle Exemplare normal. Eine zweimalige Exposition von 45 Minuten führt aber zu vielen Anomalien. Robert Lewin (Berlin). /l88) Schmieden, V. und Hayward, E. (Berliner chirurg. UniversitätskHnik), Der heutige Stand der experimentellen und therapeutischen Ver- wertung der Scharlachfarbstoffe. In: Deutsche Zeitschr. f. Chir. 112, 4— 6, S. 467— 489. 1911. Zentralblatt f. Zoologie, allgem. u. experira. Biologie. Bd. 1. 6 82 Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. Die Verff. sind bei ihren weiteren experimentellen und klinischen Unter- suchungen zu folgenden Ergebnissen gekommen : Das Scharlach-R und dessen Kom- ponente Amidoazotoluol beschleunigen die Epithelisierung granulierender Flächen. Im Tierexperiment vermögen die Scharlachstoffe atypische Epithelwucherungen auszulösen. Echte Mitosenbildung und Lokomotion von Ganglienzellen der Retina sind zum erstenmal durch Scharlach-R- Wirkung nachgewiesen. Versuche, Epithel- wucherungen der parenchymatösen Organe hervorzurufen, sind bisher resultatlos verlaufen. Trotz der Ähnlichkeit der Epithelwucherungen mit dem mikroskopischen Befund des Carcinoms ist weder experimentell noch klinisch jemals durch Schar- lachfarbstoffe eine echte Krebsbildung festgestellt worden. P. Wagner (Leipzig). ""ISO) Bircher, E. (Kantonale Krankenanstalt Aarau), Weitere histologi- scheBefunde bei durch Wasser erzeugtenRattenstrumen undKropf- herzen. In: Deutsche Zeitschr. f. Chir. 112, 4—6, S. 368—424. 1911. Verf. hat bereits früher schon den Nachweis erbracht, daß man auf experi- mentellem Wege bei Tieren, speziell bei Ratten, Strumen erzeugen kann. Verf. verfügt bereits über Versuchsreihen von über 120 Ratten verschiedener Herkunft (Berlin, Hamburg), bei denen immer wieder durch Tränkung mit dem Wasser gewisser Quellen, die aus sog. kropfführenden geologischen Formationen stammen (Molasse und Trias), regelmäßig mit absoluter Sicherheit Kröpfe erzeugt werden konnten. Die in der vorliegenden Arbeit mitgeteilten Untersuchungen beweisen^ daß es auf experimentellem Wege unzweifelhaft gelingt, sowohl die Struma no- dosa, wie auch diffusa auch ihrem histologischen Baue nach zu erzeugen, sowie ferner, daß bei den Versuchstieren Herzhypertrophien nachgewiesen werden können» die mit erheblichen Degenerationen in der Muskulatur kombiniert sind. Die Ver- änderungen lassen den Schluß zu, daß sie mit dem Kropftoxin selbst in einem ursächlichen Zusammenhange stehen. P. Wagner (Leipzig). 190) Gilbert, W. (München, Univ.- Augenklinik) , Zur Pathogenese der Cataracta congenita totalis. In: Ber. üb. d. 37. Sitz. d. Ophthalmolog. Ges. Heidelberg, S. 37—40, 1911. Die anatomische Untersuchung des linken Auges eines sechs Monate alten Kindes mit angeborener doppelseitiger Totalcataract und ganz geringgradigem linksseitigen Microphthalmus ergab völligen Zerfall der Linse, ausgedehnte Ruptur der hinteren Linsenkapsel und an deren Stelle teilweise Auskleidung der hinteren Linsenfläche mit einem sehr zarten Rest der Tunica vasculosa lentis. Außerdem fand sich an der Papille ein Rest der Vasa hyaloidea und in der Nähe der Ora serrata die von Seefelder beschriebenen Netzhautanomalien. Vei-zögerte Rückbildung der Tunica vasculosa und der Vasa hyaloidea spielt nach G. nicht nur in der Pathogenese des Lenticonus posterior und der hinteren Polcataract eine Rolle, sondern dürfte auch häufiger als üblich als Ursache des angeborenen Totalstars anzusprechen sein. Dieser darf also nicht schlechtweg als Folge intrauteriner Entzündung oder als Äquivalent des Schichtstars auf- gefaßt werden, sondern kann als einzige klinisch wahrnehmbare echte Mißbildung auftreten. Die Netzhautanomalien in der Nähe der Ora serrata führt der Vortragende ebenfalls auf Zugwirkung von seiten des embryonalen Mesoderms zurück. C. Adam (Berlin). 191) Szily, A. V. (Freiburg, Univ.-Augenklinik), Über die entwicklungs- geschichtlichen Grundlagen für die Erklärung der kongenitalen Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. 83 Defektbildungen am Auge. In: Ber. üb. d. 37. Sitz. d. Ophthalmolog. Ges. Heidelberg, S. 40—44, 1911. Bisher standen uns zur Erklärung der angeborenen Colobome des Auges nur spärliche entwicklungsgeschichtliche Daten zur Verfügung. Diese waren: 1. Die Kenntnis der normalen Entwicklung des Augenbechers sowie die Ent- stehung und der Schließungsprozeß der Becherspalte. 2. Die vom Vortragenden zuerst beschriebenen atypischen Einkerbungen am Becherrand. 3. Die vorzüg- lichen embryonalen Untersuchungen v. Hippels über die Entstehungsw^eise der typischen angeborenen Spaltbildungen des Augapfels. Auf diese Grundlagen stützt sich die augenblicklich herrschende Auffassung, welche als auslösende Ursache für die Entstehung sämtlicher typischer Colobome des Auges ein mechanisches Hindernis in Form von persistierenden Binde- gewebszügen beim Verschluß der Becherspalte annimmt. Die Untersuchungen des Vortragenden beziehen sich auf experimentell ge- züchtete embryonale Kaninchenaugen mit typischen Colobomen verschiedensten Grades. Es wurde neben lückenlosen Serien in allen Fällen zur genauen Fest- stellung der morphologischen Verhältnisse das Plattenrekonstruktionsverfahren in Anwendung gebracht. Auf Grund von ganz neuen Feststellungen eines atypischen Verhaltens der ectodermalen Anlage des Auges (atypische Wachstumstendenz, aberrante Nerven- bündel usw.) wird die herrschende Anschauung modifiziert. Die persistierenden Bindegewebszüge sind demnach nicht mehr die alleinige Ursache der Colobom- bildungen, wenn sie überhaupt noch als ursächliches Moment in Betracht kom- men. An Stelle der bisherigen mechanischen Theorie (Manz) wird schließ- lich eine neue Auffassung entwickelt und begründet, wonach die Hauptursache der Colobomentstehung im Augenhintergrund in einer Keimesvaria- tion der ectodermalen Anlage zu suchen sei. C. Adam (Berlin). 192) Ritter, C. (Stadt. Krankenhaus in Posen), Zum Ersatz der Speise- röhre durch Dünndarmtransplantation. In: Deutsche Zeitschr. für Chir. 112, 4—6, S. 559— 578. 1911. Die vom Verf. an Hunden vorgenommenen Experimente ergaben folgendes: 1. Wird bei einer vor die Bauchhaut vorgelagerten Darmschlinge der eine Darm- schenkel durchtrennt, so ruft die sofortige Unterbindung einer größeren Anzahl von Mesenterialgefäßen, auch entfernt vom Darm, sofort Anaemie und nachträg- lich Gangrän der betreffenden Darmpartien hervor; 2. bleibt die Schlinge an beiden Enden im Zusammenhang, so ruft auch hier die sofortige Unterbindung^ von Mesenterialgefäßen Nekrose am Darm hervor; 3. geschieht aber die Unter- bindung allmählich, so gelingt es, eine Darmschlinge bis zu 60 cm Länge am Leben zu erhalten, auch wenn sämtliche Mesenterialgefäße unterbunden, das Mesenterium selbst durchtrennt ist; 4. die Zirkulation geht, wenn auch zum Teil noch auf den Rest des Mesenterialstiels an beiden Seiten, so doch zum größeren Teil offenbar auch von den Gefäßen des Darms selbst aus, der mit der Bauchwand feste Verbindung und neue Collateralgefäße eingegangen ist. 5. Wichtig ist nun vor allem die Tatsache, daß es in solchen Fällen gelingt, ein Darmstück von einer Darmlänge bis zu 37 cm von seinen Mesenterialgefäßen bzw. seinem Mesente- rium zu isolieren, das in seiner Zirkulation wie ein gesundes aussieht und voll- kommen frei zu transplantieren ist. Eine Darmschlinge von 37 cm Länge genügt unter allen Umständen zum Ersätze der Speiseröhre zum mindesten bis zum Ju- gulum. P. Wagner (Leipzig). ■84 Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. 193) Vintro witsch, R., Ein Scheinzwitter. In: Münchn. Tierärztl. Wochenschr. 55. Jahrg., Nr. 16, S. 258. 1911. Kasuistische Mitteilung. Pfeiler (Bromberg). 194) Ward, Charles (Pietermaritzburg), Notes of a case of Pseudo-herm- aphroditism. In: Proc. Roy. Soc. Med., Bd. V, 1911, Heft 1, Clinical Sec- tion, S. 19, 1 Fig. Der Fall betrifft einen Neger, der wohl entwickelte Mammae mit normalen Brustwarzen zeigte, einen imperf orierten Penis von normalen Dimensionen, Hypo- spadie, Offenbleiben der Raphe. Testikel, Uterus oder Ovarien waren nicht nach- zuweisen. Es handelt sich um einen Fall von Pseudo-Hermaphroditismus. Robert Lewin (Berlin). 195) Arnold, G. (Liverpool University), On the condition of the epidermal fi- brils in epithelioma. In: Quart. Journ. Micr. Science 57,3, S. 288 — 300,1912. 1 plate. Describes two kinds of degeneration uudergone by malignant cells of an epithelioma. In the first, an excess of fibrillar material is developed, which surrounds the nucleus and by shutting of its connexion with the fytoplasm, kills the cell. Such cells usualh" collect in groups. In the second, the fibrils of a cell are withdrawn from other cells undergoing degeneration of the first kind, leading to breaking down of the nuclear membrane and rag mentation of the cell. Doncaster (Cambridge). 196) Herde, M. (Basel, Pathol. Inst), Zur Lehre der Paragangliome der Neben- niere. In: Arch. f. klin. Chir., Bd. 97, Heft 4, S. 937-- 951, 1912. Mitteilung von zwei hierhergehörigen Fällen, die als zufälliger Nebenbefund bei der Sektion gefunden wurden. Die bis jetzt beobachteten chromaffinen Tumoren der Nebenniere waren stets gutartig und immer deutlich abgekapselt. Merkwürdig war im zweiten Falle das bilaterale Vorkommen. Bei allen Tumoren, die in der Nebenniere selbst liegen oder die von verlagertem Nebennierenmaterial selbst ausgehen könnten, muß man stets an die Möglichkeit von chromaffinen Tumoren denken, und die Geschwülste «ntsprechend fixieren. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß alsdann diese sog. Para- gangliome nicht mehr zu den Geschwulstraritäten gezählt werden können. P. Wagner (Leipzig). 197) Boit, M. (Königsberg i. Pr., Chir. Klinik), Über Leontiasis ossea und Ostitis fibrosa. In: Arch. f. klin. Chir., Bd. 97, Heft 3, S. 515—573, 1912. Mitteilung einer eigenen Beobachtung — ■ der 18jährige Kranke wurde mit Erfolg operiert — und Kritik der bisherigen Anschauungen über Leontiasis ossea. Die Leontiasis ossea Virchows ist pathologisch-anatomisch als eine Ostitis fibrosa hyper- ostotica cranii et faciei aufzufassen und ist deshalb richtiger so zu bezeichnen. Sie kann mit Wahrscheinlichkeit durch traumatisch-entzündliche und bakterielltoxisch-entzündliche Reize und Lues ausgelöst werden. Ein operativer Eingriff ist nicht nur bei der hyper- ostotischen Ostitis fibrosa der Gesichtsknochen indiziert, sondern auch bei der Erkrankung der Schädelknochen a) zwecks Radikaloperation im Frühstadium; b) zur Dekompression ^ des Gehirns bei fortgeschrittenen Fällen. Der Prozeß ist ein endostaler. Das Periost über der Knochenwucherung kann deshalb bei der Operation erhalten bleiben. Die mechanische Reiztheorie von Recklinghausens ist für die Erklärung der Entstehung der Ostitis fibrosa nicht ausreichend. Wahrscheinlicher ist, daß Reize verschiedener Art eine Rolle spielen; für die Ostitis fibrosa diffusa in erster Linie toxische, die durch Stoffwechsel- störungen, insbesondere durch abnorme innere Secretion, ausgelöst und unterhalten werden. Als auslösende Momente für die zirkumskripte Ostitis fibrosa kommen trauma- tische und infektiös-toxische Reize in Betracht. Die Riesenzellentumoren der Extremi- tätenknochen und die Epuliden sind meist echte Blasteme und sind deshalb nicht der Ostitis fibrosa zuzurechnen. Knochencysten entstehen vorwiegend bei Ostitis fibrosa, aber auch in Tumoren (Riesenzellensarkomen, Chondromen u. a.) und in seltenen Fällen bei schleichend verlaufender chronischer Osteomyelitis. P. Wagner (Leipzig). 198) Fiijü (Göttingen, Pathol. Inst.), Ein Beitrag zur Kenntnis der Ostitis fibrosa mit ausge dehnter Zystenbildung. In: Deutsche Zeitschr. f. Chir., Bd. 114, Heft 1—3, S. 25—74, 1912. Mitteilung eines pathologisch-anatomisch und histologisch genau untersuchten Falles. Nach den Ausführungen des Verfassers ist die Ostitis fibrosa eine chronische Knochen« Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. 85 krankheit entzündlichen Charakters, die mit einem ganz charakteristischen anatomischen Bilde einhergeht und die in der Regel mehrere Knochen ergreift und ganz und gar von der Osteonialacie verschieden ist Sie nimmt daher mit Recht in der pathologischen Anatomie eine besondere Stellung ein. Sie ist eine Knocheukraukheit, die von vorn- herein als solche selbständig aultritt und nicht im Anschluß an Osteomalacie. Dagegen kann man annehmen, daß osteomalacische Veränderungen im chronischen Verlaufe der Ostitis fibrosa zu ihr hinzutreten können. Die charakteristischen anatomischen Ver- änderungen der Ostitis fibrosa bestellen da, wo der Prozeß sich am Skelett etabliert, a) in fibröser Beschaffenheit des Marks, b) in Abbau alten, c) in Autbau neuen Knochens, d) häufig in Cystenbildung. Der Abbau der Knochensubstanz kann so weit gehen, daß von der alten Knochensubstanz gar nichts übrig bleibt. Die Cysten entstehen im faserigen Gewebe und zwar infolge von Erweichung desselben. Bei der weiteren Vergrößerung der Cysten scheinen Blutung und Transsudation zuweilen eine gewisse, aber nur sekundäre Rolle spielen zu können. Die charakteristische vollständige Umwälzung der Knochen- architektur zieht als natürliche Folge die Verminderung der Widerstandsfähigkeit der Knochen nach sich, wodurch am Schädel eine kautschukartige Biegsamkeit und ferner verschiedene Verkrümmungen und selten selbst Frakturen der mißgestalteten, meist ver- dickten Knochen resultieren, wie es ähnlich bei der Osteomalacie der Fall ist. P. Wagner (Leipzig). 199) Levit, H. (Prag, Chir. Klinik), Deckung von Trachealdefekten durch eine freie Plastik aus der Fascia lata femoris. In: Arch. f. klin. Chir., Bd. 97, Heft 3, S. 686—699, 1912. Verfasser hat mit vollem Erfolge bei einer 30jährigen Kranken einen Trachealdefekt durch die Fascia lata plastisch gedeckt. Die Methode der plastischen Verdeckung eines Tracheal defektes mit einem Lappen aus der Fascia lata femoris ist sehr einfach. Mit Rücksicht darauf, daß sie sich in lokaler Anästhesie durchführen läßt, ist sie verhältnis- mäßig technisch leichter auszuführen als die anderen komplizierten Methoden. Daß bei der direkten Tracheoskopie die Fascie vollkommen unversehrt befunden wurde und beim Atmen sich nicht bewegte, haben den Verfasser davon überzeugt, daß die implantierte Fascie einerseits aseptisch einheilt und auch fernerhin ihre charakteristische Struktur beibehält, andererseits sich durch ihre große Resistenz auszeichnet. Über den Dauer- erfolg läßt sich noch nichts sagen. P. Wagner (Leipzig). 200) LawrOTva, M. (St. Petersburg, Rotes Kreuz), Experimentelle und klinische Untersuchungen über die Almateinknochenplombe. In: Arch. f. klin. Chir., Bd 97, Heft 4, S. 928—936, 1912. Das Almatein ist ein Kondensationsprodukt des Hämatoxylins und Formaldehyds; bei Einwirkung von Alkalien und hoher Temperatur zerfällt es in seine Komponenten, wobei das Hämatoxylin in alkalischer Lösung zu Hämatei'n wird. Das Almatein ist namentlich auch gegen chirurgische Tuberkulose empfohlen worden. Werndorff hat in der Mosetig-Moorhof sehen Jodoformknochenplombe das Jodoform durch Almatein ersetzt. Aus den experimentellen Untersuchungen der Verfasserin geht hervor, daß die Almateinplombe im Gegensatz zur Meinung von Werndorff und trotz der erhaltenen guten örtlichen Resultate im Knochen nicht angewendet werden darf. Mikroskopische Untersuchungen ergeben, daß der Farbstoff des Almateins von den Phagocyten aufgenommen wird, und durch ihre Vermittelung in den allgemeinen Blutkreislauf gebracht, in den parenchymatösen Organen abgelagert wird. Die große Menge der pulverförmigen Sub- stanz, die im Blute zirkuliert, begünstigt das Zustandekommen einer dauernden Stauungs- hyperämie der Organe. Diese aber zieht unvermeidlich degenerative Veränderungen des Parenchyms nach sich. Außerdem sind dadurch zur Bildung von Thromben mit ihren schweren Folgen günstige Bedingungen geschaffen, P. Wagner (Leipzig). 201) Kostenko, M. T. (Patholog.-anat. Institut in Charkow^ Zur Kenntnis der Hypernephrome. In: Deutsche Zeitschr. f Chir. 112, 4—6, S. 284—367, 1911. Nach den eingehenden histologischen Untersuchungen des Verfs. existieren in Neben- niere und Niere eine Reihe völlig identischer Geschwülste. Mikroskopisch können sie in typische und atypische geteilt werden. Die ersteren haben große Ähnlichkeit mit der Rindensubstanz der normalen Nebenniere, die zweiten hingegen weisen beträchtliche Ab- weichungen von der letzteren auf, die durch sekundäre Veränderungen, die in Stroma und Parenchym auftreten, entstehen. Gleiche Geschwülste finden sich auch in anderen Organen, z. B. in Leber, weiblichen Genitalien, Beckenzellgewebe, längs der V. spermat. int. und au der Magenwand. Die völlige Ähnlichkeit aller dieser Geschwülste unterein- ander läßt eine histogenetische Verwandtschaft annehmen und veranlaßt gleiche Ent^ 86 Experimentelle Morphologie, Mißbildungen, Pathologie. stehungsquellen zu suchen. Ihre Ähnlichkeit mit der normalen Glandula suprarenalis bei Anwesenheit in allen erwähnten Organen von Zellen derselben in Form sog. accesso- rischer Nebennieren sowohl als auch die Tatsache der unmittelbaren Beziehung zwischen dem Gewebe gegebener Geschwülste und dem Gewebe der transmittierten und accesso- rischen Nebennieren lassen diese Tumoren als von der Nebennierenzelle abgeleitet an- gehen. Die weiteren Einzelheiten der mit zahlreichen Abbildungen versehenen Arbeit müssen im Originale nachgelesen werden. P. Wagner (Leipzig). 202) Sbattork, S. (x., u. Dudgeou, L. S., Experiments made with a sarcoma producing mouse Carcinoma to ascertain whether the tumor, when killed by drying, will incite a sarcomatoas growth in the host on being introduced beneath the skin. In: Proc. Royal Soc. Med., Bd. 5, Heft 1, S. 35, Pathol. Section. Die Arbeit bringt neue Beweise dafür, daß die Entstehung von Sarcomgewebe aus Transplantaten von Mäusecarcinomen durchaus an die lebende Carcinomzelle geknüpft ist. Die Involution abgetöteter Carcinomzellen führte nicht zur Wucherung von Binde- gewebe. Robert Lewin (Berlin). / 203) Figdor, W. (Wien, Biolog. Versuchsanstalt), Übergangsbildungen von Pollen- zu Fruchtblättern hei Humuhis japonicus Sieb, et Zucc. und deren Ursachen. In: Sitzber. Wiener Akad. d. Wiss., raath.-natw. KL, Abt. 1, Bd. 120, Heft 6, S. 689—707, 1911, 1 Taf. Schon eine oberflächliche Betrachtung zeigte dem Verf., daß aus A). Die Versuche rechtfertigen die weitere Annahme eines epistatischen Minimums,. das erreicht (oder überschritten) sein muß, wenn obige epistatisehe Verhältnisse zum Aus- druck kommen sollen. Angenommen, die Potenz der Faktoren G und A sei quantitativ in supponierten Potenzeinheiten bestimmbar — (z. B. A = 60, G = 40) — und das Minimum der Potenzdifferenz, das vorhanden sein muß, damit der Faktor A epistatisch ist, über den Faktor G sei 20, so bezeichnen diese 2ü Potenzeinheiten das epistatische Minimum. Endlich ergibt sich noch aus der Tatsache, daß Geschlecht und sekundäre Geschlechts- merkmale gemeinsam vererbt werden, die Notwendigkeit der Annahme einer „Abstoßung der Faktoren" derart, daß MA und GK wie ein einziger Faktor vei-erbt werden. Das ^ hat die Formel FFMmGGAa, kann aber nur zweierlei Gameten bilden: FMA und Fma (Ma und Gf sind nach der Abstoßungstheorie ausgeschlossen). Das .^ ist homozygot FFMMGGAA und bildet natürlicli nur eine Sorte Gameten (FMA). Die Varietät japonica hat selbstverständlich die gleiche Faktorenzusammensetzung wie dispar. Da jedoch die reziproken Kreuzungen verschieden ausfallen, muß ein Unter- schied vorhanden sein, vielleicht in dem Sinne, daß zwar die relative Potenz der ein- zelnen Faktoren die gleiche, die absolute jedoch verschieden ist und zwar größer bei der kräftigeren, dunkler gefärbten japonica. Es sei Vererbung, Variation, Mutation. 93 A = 60] A = 120 [ (wobei die fettgedruckten Buchstaben sieb auf die G = 40 I Varietät japonica beziehen sollen). G}= 80J Die Zuchtresultate, aus denen obige Anschauungen gewonnen wurden, sind folgende: japonica i x dispar ._■■ , Fj normale i und ' im Verhältnis 1:1, Fj ," und $ wieder 1:1; unter den $ jedoch sind % normal und 7g gynandro- morph. Die reziproke Kreuzung dispar ^ x japonica -' ergab in Fj anscheinend lauter ,-i, in Wirklichkeit normale ' und gynandromorphe + (von männlichem Habitus) im Verhältnis 1:1, Fj : und + im Verhältnis 1:1, unter den v wiederum Vg normal, % gynandro- morph Die gynandromorphen Individuen haben alle mehr oder weniger männlichen Habi- tus, sind aber ausschließlich Weibchen, d h. sie besitzen Ovarien mit normalen, ent- wicklungsfähigen Eiern. Sie werden mit ^ bezeichnet. Die Resultate lassen sich verstehen unter Anwendung der eingangs erwähnten For- meln. Zur Erklärung der Ergebnisse der Kreuzung japonica + x dispar cT muß allerdings eine Hilfsannahme gemacht werden. Dagegen stimmen die oben aufgestellten Formeln für die zuletzt erwähnte Kreuzung: dispar ¥ x japonica ^' FFMmGGAa FFMMGGAA. Gameten: FMGA, FmGa; FMGA. Zygoten: FFMMGGAA = normal - (AA — GG = 180 — 120 = 60 > e); FFmMGGaA = gynandr. ? (GG— aA = 120 — 120 = < e). Die Fj- Generation zeigt normale Männchen und gynandromorphe Weibchen im Ver- hältnis 1 : 1. Kreuzt man diese unter sich, so erhält man: gynandr. Fj ?; x normal F, " FFMmGGaA FFMxMGGAA. Gameten: FMGA, FMGA, FmGa, FmGa; FMGA, FMGA, FMGA, FMGA. Zygoten: FFMMGGAA = normal ' (AA — GG = 180 — 80 = 100 > e), FFMMGGAA = normal r (AA — GG = 240 — 80 = 160 > e), FFMMGGAA = normal ' (AA — GG = 180 — 120 = 60 > e), FFMMGGAA = normal ^ (AA — GG = 240 — 120 = 120 > e), FFMMGGAA = normal ' fAA — GG = 180 — 120 = 60 > e), FFMMGGAA = normal : (AA — GG = 240 — 120 = 120 > e), FFMMGGAA= normal • (AA — GG = 180 — 100 = 20 = e), FFMMGGAA = normal ' (AA — GG = 240 — 160 = 80 > e), FFmMGGaA = normal 2 (GG — aA = 80— 60= 20 > e), FFmMGGaA = gynandr.^(GG — a A = 80 — 120 = — 40 e), FFmMGGaA =gynandr.i(GG — aA = 120 — 120 = < e), FFmMGGaA = normal i (GG — aA =120— 60= 60 > e), FFmMGGaA = gynandr.:i;(GG— aA =120 — 120= < e), FFmMGGaA = normal -4 (GG — aA = 160 — 60 = 100 > e), FFmMGGaA = normal 4: (GG — aA = IGO — 120 = 40 > e). Bei sämtlichen in der F^- Generation auftretenden männlichen Kombinationen ist das epistatische Minimum erreicht oder überschritten, sämtliche Männchen sind normal. Unter den auftretenden Weibchen dagegen wird bei 3 der 8 möglichen Kombinationen das epistatische Minimum (= 20) nicht erreicht. % der ^^ sind gynandromorph. Bei der reziproken Kreuzung japonica f x dispar o , ist folgendes, mit den aufge- stellten Formeln zunächst nicht übereinstimmende Resultat weiter aufzuklären. Unter den 8 verschiedenen Faktorenkombinationen, welche in der F., -Generation Männchen er- geben, befinden sich 2, bei denen das epistatische Minimum nicht erreicht wii-d. nämlich GGAA (AA — GG = 120 - 120 = 0) und GGAA (AA — GG = 120 — 160 =-- — 40). Trotzdem treten keine gynandromorphe Männchen auf. AA muß also immer noch größer sein als GG. Goldschmidt spricht die Vermutung aus, daß vielleicht für das Männchen ein kleineres epistatisches Minimum in Betracht kommen könnte als für das Weibchen. Oder man müßte eine „relative Hochwertigkeit" von A annehmen und könnte sich vorstellen, daß in anderen Fällen, wenn „hochpotente'- G mit (durch Inzucht) ge- schwächten A zusammenkommen, doch gynandromorphe ; entstehen würden. Die Berechtigung zu dieser Annahme scheint aus den Brak eschen Zuchten hervorzugehen, 94 Vererbung, Variation, Mutation. in denen durcli Kombination von Inzucht und Bastardierung im 8. Zuchtjabr auch gj- nandromorphe Männchen auftraten. Was die tatsächlich erhaltenen Zahlen betriflPt, so ist zu bemerken, daß infolge äußerer Schädigungen stets weniger Männchen ausschlüpfen, als theoretisch zu erwarten gewesen wären. [Könnten nicht die vermißten gynandro- morphen Männchen unter diesen in frühen Stadien zugrunde gegangenen Individuen zu suchen sein? Ref.] Daß Inzucht geeignet ist, die Potenz der beteiligten Faktoren herabzusetzen, zeigt das von Brake in einer reinen japonica- Zucht bei fortgesetzter Inzucht (ohne Bastar- dierung) beobachtete Auftreten gynandromorpher Weibchen. Und zwar muß zunächst G stärker geschwächt worden sein als A. Die in den Goldschmidtschen Zuchten aufgetretenen gynandromorphen Weib- chen besitzen Ovarien, die normal oder in dem Grade unvollkommen entwickelt sind, als sie durch stärkeres Vorherrschen des männlichen Habitus (schmaler Hinterleib) zu- sammengepreßt und in der Ausbildung gehemmt werden. Sämtliche sekundären Ge- schlechtsmerkmale — Form und Behaarung des Abdomens, Spannweite, Farbe, Zeich- nung und Form der Flügel, Bau der Fühler, Form der Flügelschuppen, besonders aber der Begattungsapparat — zeigen bei den Gynandromoiphen einen fluktuierenden Cha- rakter, ein Schwanken zwischen männlicher und weiblicher Ausbildung, doch so, daß im Durchschnitt meist das männliche Verhalten überwiegt. Die Neigung zu Mosaikbildung ist in allen Fällen deutlich ausgesprochen. Im Anschluß an Castle betrachtet Goldschmidt die Potenz eines Erb- faktors als eine Eigenschaft, deren Maß Schwankungen unterworfen ist und deren Fluktuation dem Quetelet sehen Gesetz gehorcht. Dies wird in einem zweiten Teil der Arbeit des Näheren erörtert und durch variationsstatistische Überlegungen die Interpretation der Zuchtresultate noch weiter zu stützen versucht. Darauf kann hier nicht eingegangen werden. Ein letzter Abschnitt enthält die vom cytologischen Standpunkt aus sich ergebenden Schlußfolgerungen, namentlich mit bezug auf die Geschlechtsbestimmung, von der in anbetracht der erhaltenen Resultate angenommen wird, daß sie ebenfalls (wie die Vererbung der sekun- dären Geschlechtsmerkmale) auf Grund eines epistatischen Systems erfolgt. Jedes Geschlecht enthält außer den Faktoren für das eigene Geschlecht auch diejenigen für das andere Geschlecht (und für die sekundären Geschlechtscharak- tere des anderen Geschlechts) (Lymanfria c? FFMMGGAA, $ FFmMGGaA). Dabei müssen diejenigen Faktoren, die in beiden Geschlechtern homozygot auf- treten, hypostatisch sein (F < M; G < A). Wird in einem solchen epistatischen System noch mit der Möglichkeit von Potenzschwankungen gerechnet — bei Lymantria erwies sich Inzucht als ein solcher potenzverschiebender Faktor — , so lassen sich manche widerspruchsvolle Tatsachen aus dem Gebiet der Geschlechtsvererbung erklären. An Hand der neu- gewonnenen Prinzipien werden die komplizierten Vererbungsverhältnisse von Bryonia (Correns), Lychris (Shull), Planiago (Correns) analysiert und die Untersuchungen R. Hertwigs über die Geschlechtsverhältnisse bei den Fröschen hierzu in Parallele gebracht. M. Daiber (Zürich). 230) Laughlin, H. H., The inheritance of color in shorthorn cattle. A study in somatic blends accompanying gametic segregation and intra-zygotic inhibition and reaction. In: Amer. Nat. 45, S. 705—742, 46,5—28, 1911—12. As the result of a study of the very extensive data regarding the inheri- tance of color in shorthorn cattle, the following hypothesis is formed: There are two sets of genetically independent hairs which make up the shorthorn coat. One of these is alternatively dominant or "positive" white and recessive red; the other is alternatively red and albinic (recessive) white. Dominant white is caused by the presence of a specific antibody which retards or inhibits the development of the detenniner for pigmentation. This antibody, when present in larger quan- Vererbung, Variation, Mutation. 95^ tities, reacts with and destroys the determiner for pigmentation, causing recessive or albinic white. The dominant white is believed to be derived from the Romano- British cattle, now represented by the „Park Cattle". The two types of white hairs have a rather definite distribution in restricted portions of the animals coats, the dominant white occupying more extensive areas than the recessive white. The füll explanation of individual cases requires also the hypothesis of intra-zygotic inhibitions and reactions between the determiner for pigmentation and the antibody resulting from differences in the concentration and intimacy of these in the zygote. Gates (London). 231) Sturtevaut, A. H. (Columbia University), A critical examination of recent studies on Colour-inheritance in Horses. In: Journal of Genetics n. 1, S. 41—52; 1912. Compares the results obtained by several writers on the subject, and con- cludes that the colours of horses may be arranged in the following order, each epistatic to that which precedes it — chestnut, black, bay or brown, grey, roan^ white. Dun probably comes between bay and grey. Doncaster (Cambridge). 232) Comptou, ß. H. (Cambridge University), A further contributiom to the Study of Right- and Left-handedness. In: Journ. of Genetics n. 1, S. 53—70; 1912. Confirms the conclusion previously published by the author, that although in. Barley the ratio of "right-handed" to "left-handed" seedlings is nearly constant from generation to generation, the kind of asymmetry itself is not inherited. In Maize also there is no inheritance of right- or left-handedness; the two condi- tions are here equally frequent. but the seeds of the odd rows on the cob give- an excess of right-handed, those of the even rows an almost equal excess of left- handed plants. The possible causes of this are discussed, but no final conclusion is reached. The relation between right- and left-handedness in the first leaf of the seedling to the position of the parts in the mature plant is considered ia regard to several species. Doncaster (Cambridge). 233) Carr Saunders, A. M., Pigmentation in relation to Selection and to Anthropometric Characters. In: Biometrika 8, 3 — 4, S. 354 — -384. From an examination of the records of some thousands of children in Bir- mingham, it is concluded that pigmentation is not a factor in selection by certain infectious diseases. This result is at variance with that obtained from Glasgow children by Macdonald (Biometrika VIII S. 13); the difference between the two results may be due to the fact that the population of Birmingham is more homo- geneous, Glasgow having a large foreign dement. No significant correlation was found between pigment and height or weight. Doncaster (Cambridge). 234) Drinkwater, H., Account of a family showing minor brachy- dactyly. In: Journ. Genetics IL 1, S. 21 — 40 (11 photographs) ; 1912. In the family here described the brachydactyly is less pronounced than in that described previously by the author. It affects all the fingers and toes, and consists chiefly in the extreme shortness of the middle phalanx of each digit^ especially of the index and fifth fingers. The second phalanx is however not ankylosed to the third; its shortness is largely due to the absence of the epi- physes and to the premature ossification of the cartilage at the end of the pha- 96 Vererbung, Variation, Mutation. lanx, The brachydactylous members of the family are conspicuously shorter in stature than the normal, and are said to have better health. The abnormality is transmitted only by those affected, and the ratio of affected to normal off- spring is nearly that of Mendelian expectation. A point of interest in the paper is the unreliability of evidence not based on personal examination; in some cases almost every statement by members of the family about their relatives proved to be incorrect on personal investigation. Doncaster (Cambridge). 235) Elderton, E. M. (London, University College), On the Marriage of First Cousins. London (Dulau & Co.), 1911 8^. 39. 1 Shilling. The authoress after summarising our knowledge of the measure of resem- blance of cousins discusses dates for determining the frequency of cousin marriages in England and other countries, which seems to vary, in England at least, between 1 and 4 per cent according to class and locality. Data of the occurrence of al- "binism, deaf-mutism and other affections among the children of cousin marriages are examined, and it is concluded that although diminution of fertility and higher mortality are not conclusively shown, there is quite definite evidence that the frequency of consanguinous marriages is greater among the parents of albinos, deaf-mutes, and persons of unsound mind. The rarer the defect among the geueral Population, the greater is the probability that an affected individual is the off- spring of a cousin marriage. Doncaster (Cambridge). 236) Elderton, E. M. (London, University College), On the relation of Stature and Weight to Pigmentation. In: Biometrika 8, ;)— 4, S. 340—353; 1912. Does not find any substantially significant correlation between hair-or eye-colour and heigbt or weight in Glasgow cbildren. Doncaster (Cambridge). / /^37) Fiebach, M. (Königsberger chir. Klinik), Über kongenitale Patellar- luxationen. In: Beitr. z. klin. Chir. 76, 2, S. 283—296. 1911. . Mitteilung über drei Fälle von kongenitaler Patellarluxation , die Vater, Sohn und Tochter betrafen ; und zwar handelte es sich in allen drei Fällen um eine familiär erbliche kongenitale, komplette, permanente, beiderseitige Luxation der Patella nach außen. Außerdem fanden sich in allen drei Fällen noch Mißbil- dungen der Hände, in zwei Fällen noch eine Thoraxdeformität und in dem einen Falle noch eine beiderseitige Radiusluxation. Weitere Nachforschungen ergaben, daß sich die kongenitale Patellarluxation in der Familie im Mannesstamm vererbt. Die Ursache der Raumbeschränkung in utero, auf die die verschiedenen Mißbil- dungen zurückzuführen sind, muß von Seiten des Foetus gegeben sein, also vom Amnion oder vom Fruchtwasser ausgehen. Indessen muß es auffallen, daß bei keinem der Familienmitglieder ein Klumpfuß, die beinahe häufigste Folge intra- uteriner Raumbeengung, beobachtet wurde. Demnach liegt es nahe, außer einer vererbten Raumbeschränkung in utero noch eine gleichzeitige vererbte abnorme Lage des Foetus in dieser Familie anzunehmen, in dessen besonderer Stellung die Ursache dafür zu suchen ist, daß die Bildung eines Klumpfußes vermieden, die einer Patellarluxation begünstigt wird. P. Wagner (Leipzig). /238) Firth, A. C. D., Oongenital absence of patellae and deformity of the nails in a mother and three children. lu: Proc. Royal Soc. Med., Bd. 5, Nr. 2, S. 45, Sectiou for Disease in Children. Die Anomalie fand sich ohne nachweisbare Ascendenz bei Mutter und drei Kindern, Robert Lewin (Berlin). Hierzu: Nr. 112, 113, 119, 120, 161, 162, 261, 273, 288, 289, 290, 306, 307, 312, 313, -Ue, 319, 334, 336, 341. Geologie. Fauna des Meeres. 97 Geologie. 230) Mielie, H. (Leipzig, Bot. Instit.), Über Symbiose von Bakterien mit Pflanzen. In: Biol. Centralbl. Bd. 32. Heft 1. S. 46 — .50. 1912. Verfasser deckte in Buitenzorg die Tatsache auf, daß die als „Eiweißdrüsen" an den Blättern von Ärdisia (Myrsinaceae) beschriebenen Gebilde in Wirklicli- keit Bakterienknoten sind. Er legte dann die genaueren Daten dieser Symbiose klar und beschrieb sie in „Javanische Studien", Abh. math.-phys. Kl. Sachs. Gesellsch. d. Wiss. Bd. XXXII S. 399 — 431 in einer Publikation, die vom Ref. hier nicht zu besprechen ist. Das knappe Resümee im Biol. Centralblatt ergibt, daß die Bakterien sich schon in den Samen, und zwar zwischen Embryo und Endosperm vorfinden, daß sie dann in einer „Zoogloea" über dem Vegetations- punkt des heranwachsenden Pflänzchens lagern und von hier aus durch die .Stomata in die jungen Blattanlagen einwandern. Die Bakterien selbst sind dabei unbeweglich, sie verändern in den Blättern ihre Form und werden dicker, ver- zweigen sich unregelmäßig, erscheinen selbst schlangenartig verbogen. Sporen werden nie gebildet. Eine künstliche Trennung der Bakterien von der Wirts- pflanze war dem Verf. bis jetzt nicht möglich durchzuführen. Vielleicht wird das bei der Symbiose zwischen Pavetta- und Psi/cJwtria- Arten und Bakterien, die Zimmermann vor einem Jahrzehnt entdeckte, eher gelingen, v. Faber stellte neuerdings fest, daß diese hier auch in die Samen ihrer Wirtspflanze gehen, aber nur zwischen Samenschale und Endosperm sich lagern. Über die biologische Bedeutung dieser Symbiosen wissen vnr zurzeit nichts Sicheres. G. Tischler (Heidelberg). Hierzu: Nr. 240, 241, 249, 2G6, 301, 312, 316. Fauna des Meeres. 240) Lo Bianco, Salvatore, L'influenza dell'ambiente sul periodo riproduttivo degli animali marini. In: Mitt. zool. Stat. Neapel 20. Bd. 2. Heft. 1911. 27 S. Nach der landläufigen Meinung sind es hauptsächlich die Temperaturverhält- nisse, welche den Zeitpunkt der Geschlechtsreife der marinen Fauna bestimmen. Auf Grund seiner mehr als 30 Jahre umfassenden Beobachtungen ist Verf. zum Ergebnis gekommen, daß der Temperatur wohl unbestreitbar hierbei ein großer Einfluß zukommt, daß derselbe aber meist überschätzt wird, da ja der Zeitpunkt der Geschlechtsreife bei den verschiedenen Tiergruppen der Meeresfauna in ganz verschiedene Jahreszeiten fällt. Es müssen daher zweifellos noch andere Faktoren dabei eine Rolle spielen. Bei den Süßwasserorganismen sind die Beziehungen zwischen den physikalischen Bedingungen der äußeren Umgebung und der Ent- wicklung der Tierwelt viel länger studiert und besser bekannt als bei der Tier- "welt des Meeres, wo die Verhältnisse viel mannigfaltiger und komplizierter sind. Verf. hat sich in der vorliegenden Arbeit die Aufgabe gestellt, die Beziehungen zwischen den biologischen Bedingungen der Meerestiere und ihrer Fortpflanzungs- zeit näher zu untersuchen, und unterzieht nun die einzelnen Faktoren, die nach seiner Erfahrung hierbei in Frage kommen, einer kritischen Untersuchung. Was zunächst die Wellenbewegung betrifft, so geht Verf. von der Beobach- tung aus, daß viele aus der Brandungszone stammende, zur Zeit der Geschlechts- reife gefangene Tiere kurze Zeit, nachdem sie in Aquarien gebracht wurden und Zentralblatt f. Zoologie, allgem. u. experim. Biologie. Bd. 1. 7 98 Fauna des Meeres. sich von dem Chok etwas erholt hatten, die Geschlechtsprodukte abzulegen be- gannen. Verf. führt dies darauf zurück, daß die Tiere in den Aquarien ruhiges "Wasser vorfinden und dadurch zum Laichen veranlaßt werden. Dieser Erklärungs- versuch erwies sich bei genauerer Prüfung als völlig zutreffend. Die meisten marinen Tiere laichen bei Nacht, zu einer Zeit, in der meist größte Ruhe des Wassers herrscht; die Litoraltiere legen bei stürmischem Wetter und bewegter See die Geschlechtsprodukte nicht ab, wodurch die junge Brut vor der zer- störenden Wirkung der Wellen oder Brandung bewahrt wird. Die meisten in der Brandung lebenden Tiere sind im Sommer, zur Zeit der größten Wasserruhe,, geschlechtsreif, ein Umstand, von größter Bedeutung für die Erhaltung der meist pelagischen Eier und Larven der Litoraltiere. Tatsächlich enthält das Phao- plancton zur Zeit bewegter See nur wenig Eier und Larven, während dasselbe zur Zeit andauernd heiteren Wetters, wie es im Sommer herrscht, deren sehr viele enthält. Diese Argumente zugunsten der vom Autor vertretenen Ansicht werden alle durch zahlreiche schlagende Beispiele auf das anschaulichste illustriert» Die überwiegende Mehrzahl benthonischer Tiere der Brandungsjone und Fische der Küstenregion pflanzen sich zur Zeit der größten Windstille und geringsten Wasserbewegung, also im Sommer fort. In dem ohnehin meist ruhigen Hafenwasser (von Neapel) liegen die biolo- gischen Verhältnisse anders. Hier findet zur warmen Jahreszeit eine Verschlech- terung der Lebensbedingungen durch Zersetzung und Fäulnis der im Hafen massenhaft angehäuften organischen Substanzen statt. Durch Oxydation derselben wird dem Meerwasser viel Sauerstoff entzogen, ein Verlust, der durch die Assi- milation der sehr häufigen Diatomeen unter Mitarbeit der Bakterien zum Teil wenigstens ersetzt wird. Hier sind also im Sommer ungünstige, im Winter vor- teilhafte Lebensbedingungen für die marine Fauna, und so sehen wir, daß eine- große Zahl der das Hafenwasser bevölkernden Tiere sich im Winter und Früh- ling fortpflanzt. Viele pelagische Organismen mit weiter horizontaler Verbreitung, ja die- meisten pamplanctonischen Formen, pflanzen sich das ganze Jahr hindurch fort» Diese Fähigkeit ist äußerst vorteilhaft für die Erhaltung der Art, indem diese Tiere des Pelagials jede günstige Gelegenheit zur Fortpflanzung ausnützen können. — Auch die meisten Parasiten der Meerestiere pflanzen sich infolge ihrer äußerst günstigen Ernährungsbedingungen das ganze Jahr fort; dies gilt auch für die meisten Commensalisten. Auch Tiere mit Brutpflege (Echinodermen, viele Cru- staceen) oder solche, die Eier mit widerstandsfähiger Hülle produzieren, sind das- ganze Jahr hindurch geschlechtsreif, ebenso die meisten Tief Seefische aus dem. Mittelmeer. Zum Schlüsse erörtert Verf. die Nützlichkeit der kürzere oder längere Zeit andauernden pelagischen Lebensweise der Larven vieler benthonischer Litoral- tiere. Die Larven derselben sind meist durch ausgesprochenen Phototropismus ausgezeichnet, demzufolge sie sich tagsüber an der Meeresoberfläche aufhalten; während der Nacht sind sie jedoch ziemlich gleichmäßig auch in den unteren Wasserschichten verteilt. Nun herrscht im Golf von Neapel bei Tag Seewind, bei Nacht Landwind. Daher werden bei Tag die über eine große Fläche ver- breiteten Larven durch die gegen die Küste gerichtete Strömung in Küstennähe gebracht, von der sie sich entfernt hatten. Im Laufe der fortschreitenden Ent- wicklung werden die Larven schwerer, sie senken sich zu Boden und finden nuu- in der Litoralzone das für sie geeignete Wohngebiet. G. Stiasny (Triest). Fauna des Süßwassers. Parasiten. 99 Fauna des Süßwassers. 241) Shelford, Yictor E., Ecological Succession. III. A Reconnais- sance of its Causes in Fonds with Particular Reference to Fish. In: Biol. Bull. XIII, No. 1, December 1911, S. 1—38, 25 tables. This paper is a study of the fauna of ponds constituting an ecological age series, the ecological age being determined by study of the auiount of sand bot- tom, humus etc. The physiographic history of the region is in accord with the facts used in deciding age. There are fourteen of these ponds, forming a graded series of ecological age. The study presents (IJ the physical character of the ponds with reference to topography, character of the bottom, and salts and gases in Solution; (2) a study of the biological content of the ponds; and (3) an attempted estimation of the causes of succession of various species of fish in the series of ponds. The general suramary of tentative conclusions follows: „1. The quantity of bacteria, plancton, Vegetation and large animals in- creases as a pond grows older. 2. Terrigenous bottom and oxygen content de- crease as a pond grows older. 3. The distribution and succession of fish are not determined by kind of food; kind of food eaten is determined by the availability in localities suitable in other respects. 4. Fish are not necessarily present where food is quantitatively greatest. 5. The food and game fishes here considered are closely associated with their breeding conditions to the neglect of depth of water, food etc. 6. Low oxygen content on breeding grounds is a sufficient cause for their absence from the older ponds. 7. Conditions outside the breeding season are probably of secondary iraportance in the success of fish in a given locality. 8. The food interests and breeding interests of the food and game fish, here considered are decidedly antagonistic. The former continually encroaches upon the latter. 9. Successful fish culture in ponds and small lakes depends upon the maintenance of balance between the breeding and feeding conditions 10. Animal succession in ponds is due to an unused increment of excretory and decomposition materials which causes an increase in Vegetation, a decrease in Og, on the bottom and a general change in surrounding conditions, all primarily affecting breeding. 11. Succession of species is the result of stability of the mores of species concerned; when mores are flexible species do not succeed one another but continue with changes in behavior and physiological characters." Lillie (Chicago). Hierzu Nr. 253. Parasiten. /242) Link, E. (Berlin, Tierphysiol. Inst.), Über eine in der Haut von Fischen parasitisch lebende grüne Alge. In: Zool. Anz. 37,23 — 24, S. 506 — 510, 3 Fig., 1911. Bei der Karpfenbrut einer Lausitzer Teichwirtschaft fand der Verf. in der Haut einzellige, grüne, zu der Familie der Protococcaceen gehörige Algen, die er als Chlor ochytrium piscicolms beschreibt. Im allgemeinen sieht man die Algen ohne jede Störung im Gewebe liegen. Wenn jedoch die Algen am Ende ihrer Wachstumsperiode zur Teilung schreiten, tritt eine starke Trübung des angren- zenden Gewebes infolge entzündlicher Prozesse ein. Dann findet durch massen- hafte Ansammlung von Bindegewebszellen eine Abkapselung des Fremdkörpers statt, indem ihn die Bindegewebszellen ringförmig umschließen und so eine Hülle 100 Parasiten. Protozoa. von erheblicher Dicke bilden. In diesem Stadium kann man nicht mit Unrecht von einer Hautkrankheit der Fische reden. Die Fische sind mit zahlreichen weißen Punkten übersäet und sehen wie mit feinem Sand bestreut aus. Die stärkste In- fektion wiesen die einsommerigen Spiegel- und Lederkarpfen auf, während die Schuppenkarpfen nur zu einem geringeren Prozentsatze infiziert waren. Auch in der Haut junger Barsche und Schleien konnte die Alge festgestellt werden. Ob die Algen noch in der Fischhaut zur Schwärmsporenbildung schreiten oder ob sie nach dem Verlassen der Fische im freien Wasser eine längere Entwicklungs- periode durchmachen, ehe sie wieder einen Irisch befallen, konnte bisher nicht festgestellt werden. F. Pax (Breslau). ^43) Schneider-Orelli, M., Über nordafrikanische Zoocecidien. In: Centralbl. f. Bakt., Parasitenk. u. Intektionskrankh., Abt. II, Bd. 32, 10 S., 5 Textfig., 1912. Das Material wurde auf einer von Rikli und Schröter geleiteten Studienreise 1910 in Algier gesammelt. Neben schon bekannten Gallen wird eine Reihe neuer be- schrieben, u. a. aus dem Wüstenlande südlich von Ain-Sefra, wo bisher keine Unter- suchungen stattgefunden hatten. Folgende Wirtspflanzen kommen in Betracht: Ephedra fragilis Desfont., Salix babylonica L., Populus alba L. und nigra L., Qiiercus ilex L. var. ballota DL, Qu. stiber L., mirbeckii Durieu., coccifera L., Snaeda vermiculata Forskhol., Süene rubella L., Cleinahs cirrhosa L., ZilJa macroptera Cosson et Durieu., Mosa sp., Pistaeia atlantica L., lentiscus L., Tamarix sp., Deverra scopari'i Cosson., Erica arborea L., Linaria reßexa Desfont., Ärtemisia herba alba Asso., Echinops spinosus L F. Schwangart (Neustadt a. H.). Hierzu: Nr. 146, 247, 248, 259, 262—265, 267, 273, 274, 282, 284. Protozoa. ^44) Wulff, Max, Über Bodenprotozoen. In: Centralbl. f. Bakt., Parasitenk. u. In- fektionskrankh., Abt. II, Bd. 33, 7 S., 1912. Zusammenfassung der Ergebnisse einer älteren Arbeit („Der Einfluß der Bewässe- rung auf die Fauna der Ackerkrume mit besonderer Berücksichtigung der Bodenproto- zoen", Mitt. d. Kaiser Wilhelm- Institutes f. Landwirtschaft in Bromberg, Jahrg. 1908), welche übersehen worden sei. Verf. polemisiert besonders gegen France (Centralbl. Bakt., II, Bd. 31 u. 32), u. a. auch gegen die von ihm eingeführten Termini, vom Stand- punkte des , .guten Humanisten" aus. — Im ,, engsten Anschluß an Pütters bahubre- chende Darlegungen" hält der Verf. die Bodenprotozoen „sämtlich für befähigt, die im Bodenwasser befindlichen komplexen C-Verbindungen in ihrem Bau und BetriebsstofF- wechsel direkt zu verwerten". Er beschreibt die Art der Nahrungsaufnahme für die ein- zelnen Gruppen. ,, Ferner sind die Bodenprotozoen befähigt": „1. Krankheitserreger (Fusarien- und andere Pilzsporen, sporenbildende Bak- terien usw.) unversehrt zu transportieren; — 2. Algen und Pilzmycelien sowie Bakterien als Nahrung aufzunehmen und zu verdauen oder sie auszusaugen, sie in beiden Fällen jedenfalls abzutöten; — 3. aus der Bodenfeuchtigkeit, die eine kompliziert zusammen- gesetzte Nährlösung darstellt, wertvolle Stotfe aufzunehmen, sie also durch Einfügung in den eigenen Betriebsstoifwechsel vor dem Versinken in tiefere Erdschichten zu be- wahren; — 4. zu jeder Zeit (ohne, wie die höhere Bodenfauna, an die Jahreszeit ge- bunden zu sein) zum Leben zu erwachen und sich zu betätigen, wenn nur der Boden eine genügende Feuchtigkeit besitzt und nicht etwa gefroren ist," In seiner Zusammenstellung der Bodenprotozoen hat der Verf. ,, gezeigt, daß, wie den Protozoologen jedoch schon bekannt gewesen ist, eine spezifische, Individuen- und artenreiche Protozoenfauna des Bodens existiert". F. Schwangart (Neustadt a. H.). / 245) Coca, A. (Cornell University), The Separation of protozoan spe- cies by means of immunity reactions. In: Zeitschr. f. Immunitätsforschg., Bd. XII, Heft 2, S. 7, 1912. Mittels der Immunitätsreaktionen (spezifische Agglutination und Komple- Protozoa. 101 mentablenkung) gelingt es Protozoen, -vvelelie demselben Genus angehören, zu unterscheiden. Verf. arbeitete mit Kulturen zweier freilebenden Amöben; die Immunisierung der Versuchstiere (Kaninchen) gelingt leicht durch wenige intra- venöse Injektionen der gewaschenen Organismen. Für die Reaktion der Kom- plementablenkung sind in jedem Röhrchen mindestens 1800000 Organismen nötig. Seitz (Bonn). 246) Stolc, A., chovani so indomodfi v zive protoplasme. (Über das Verhalten des Indigoblau im lebenden Protoplasma.) In: Biologicke listy, Bd. 1, Heft 1, S. 13—16, 1912. Die Versuche wurden an Pelomyxa gemacht. Es zeigte sich, daß das Indigoblau, von Pelomyxa aufgenommen, längere oder kürzere Zeit im lebenden Protoplasma verweilt, ohne irgendwie verändert (weder oxydiert noch reduziert) zu werden, und schließlich ausgeschieden wird. Bruno Kisch (Prag). 247) Strickland, E., (Cambridge, University). Gregarines in Rat-fleas. In: Proc. Cambridge Philosoph. Soc. 16, 6, S. 460—461, 1912. Describes the nuclear changes in the life-history of the Gregarine of the Rat-flea Ceratophylhis fasciaius. These changes differ so much from those obser- ved in all other Gregarines that the author proposes a new family, Agrippini- dae, and names the species Ägrqypina 'bona nov. gen., nov. sp. Doncaster (Cambridge). 248) Swing'le, Leroy 1)., The Relation of the Sheep-tick Flagellate (Crithi- dia melophagia) to theSheep's Blood. In: Wyoming Agr. Expt. Stat. Bul. No. 91, S. 1—15, 1911. Crithidia melophagia, the flagellate found in the sheep-tick, is not connected in any "way with a sheep trypanosome as has been maintained by other workers. No phase of its life history is undergone in the sheep as a host. It cannot be communi- cated to the sheep by the bite of the tick, or by mechanical inoculation or by feedmg. Pearl (Orono). 249) Woodruff, Loraildo Loss, Evidence on the Adaptation of Para- maecia to Different Environments. In: Biol. Bull. XXII, No. 1, Decem- ber 1911, S. 60—65, 2 figs. In a paper in the Archiv für Protistenkunde the author showed that I'ara- maeciunt aurdia undoubtedly has unlimited power of reproduction without con- jugation or artificial Stimulation. A culture of P. caudatnm was started for com- parison and was carried from May 14, 1910 to December 1, 1911. While the method of experimentation did not absolutely exclude the possi- bility of conjugation, it nevertheless rendered it fairly improbable, and the cul- ture was in as healthy a condition as at the beginning of the work. The author is inclined to the opinion that the conditions of the experiment may be the causes of the cycles observed by previous investigators. He concludes: „1. The discrepant results of various workers on the longevity of Paramaecia is in all probability due to variations in the cultural demands of the races iso- lated for study. 2. It is probable that most, if not all, normal individuals have, under suitable environmental conditions, unlimited power of reproduction without conjugation or artificial Stimulation." Lillie (Chicago). 102 Spongiae. Spongiae. 250) Annandale, N., Notes on Freshwater Sponges, Nr. 13, Specimens collec- ted in the Poona District, Bombay Presidency. In: Records Indian Mus. Bd. 6, pt. 6, S. 225, 226, 1911. Es werden drei Süßwasserschwämme vom Bhimaflusse besprochen. Einer davon ist eine neue Subspecies von Carvospongilla burmanica. R. v. Lendenfeld (Prag). 251) Jaife, Gr., Die Entwicklung von Spongilla lacustris L. und Ephy- datia fluviatilis L. aus den Gemmulae. Inaug.-Diss., Berlin 1912, 38 S. Als bestes Fixierungsmittel erwies sich konzentrierte Lösung von Sublimat in 70% Alkohol, welche 24 Stunden einwirkte. Färbung: Eisenhämatoxylin (Heidenhain) und Hämatoxylin (Grenacher). Es wurden Schnitte und der aus der zersprengten Gemmulaschale hervortretende Weichkörper untersucht. Die ersten reifen Gemmulae beider untersuchter Arten wurden im Müggelsee im Oktober angetroffen. Eine besondere, innere Gemmulamembran, wie sie von mehreren Autoren beschrieben worden ist, wurde nicht beobachtet. Die in der reifen Gemmula enthaltenen Zellen sind durchwegs Archäocyten und alle gleich- artig. Im Herbst sind sie mit Dotterkörnchen dicht gefüllt. Im Laufe des Win- ters nimmt die Zahl der Dotterkörner stark ab und es werden dann andere, kleine färbbare Körnchen im Zellplasma sichtbar. Die ersten der im Aquarium gehaltenen Gemmulae krochen schon am 20. Januar aus. Im Freien (im Müggel- see) ist die normale Zeit des Auskriechens der April. Auch Jaffe hat mehrkörnige Zellen in den Gemmulis gefunden. Er ist zwar geneigt ihre Entstehung auf eine Art Autogamie zurückzuführen, sieht aber, da seine Bemühungen, diese Vermutung durch einen genaueren Einblick in die Kernveränderungen zu stützen, an den technischen Schwierigkeiten scheiterten, davon ab, sich in bestimmterer Weise über die Genesis jener mehrkernigen Zellen zu äußern und der Ansicht Weltners, wonach sie durch den in der Gem- mula herrschenden Druck zur Verschmelzung gezwungene Gruppen von Zellen sind, entgegenzutreten. Der Autor meint, daß die meisten Gemmulae in dem Skelett des Schwammes, der sie gebildet hatte, verbleiben und daß ihre Hauptaufgabe, die Erhaltung des Lebens — wie der Referent sagen würde, der Keimzellenreihe — während der ungünstigen Jahreszeit (Winter und Trockenperiode) durch Neubesiedelung des alten Skelettes mit Schwammzellen bei Wiedereintritt günstiger Verhältnisse, nicht aber die Vermehrung wäre. Daß, wie Referent meint, die Gemmulae hauptsächlich für die Verbreitung, die Koloniebildung in fernen Gewässern sorgen, indem sie durch die Wasserströmung, durch wandernde Sumpf- und Schwimm- vögel und möglicherweise auch durch den Wind weit fortgetragen werden ohne abzusterben, scheint Jaffe nicht zu glauben. Der eben ausgeschlüpfte, lebende Gemmulainhalt erscheint als ein Haufen von Zellen, welcher als Ganzes nach Amöbenart Pseudopodien aussendet. Stoßen solche Zellhaufen zusammen, so verschmelzen sie. Auch können bereits 2 — 3 Tage alte Schwämmclien noch eben ausgeschlüpfte sich einverleiben. Die oberflächlichen Plattenepithelzellen gehen aus den oberflächlich liegen- den, gewöhnlichen Archäocyten, hervor. Der Nucleolus dieser Zellen zerfällt, ihr Körper sendet paratangentiale Ausläufer aus und plattet sich ab. Im Innern der Gemmulae und in ihrem eben ausgeschlüpften Inhalt hat der Autor nie Nadeln beobachtet. Zunäclist benützt der junge Schwamm das Skelett des alten, in dem die Gemmula saß und ausschlüpfte, und begnügt sich damit, frisches Spongin dem alten Skelett anzulagern, um dieses zu festigen. Erst später, wenn die Ober- Spongiae. * 103 haut durch die Bildung radialer Stränge längsgestreckter Zellen emporgehoben wird, beginnt der Schwamm — in den Strängen — neue Nadeln zu bilden. Die Kanäle werden in der Weise angelegt, daß Archäocyten Reihen bilden, sich rasch vermehren und in die Länge strecken. In den diese Stränge zusam- mensetzenden Zellen wurden Mitosen beobachtet. In den Achsen der so gebil-